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Heute Empfang in Kiel

Patenboot war mit „fremder“ Besatzung unterwegs - 28.06.2012 23:24 Uhr

Korvettenkapitän Arne Müller war zuletzt mit der Besatzung der „Pegnitz“ auf dem Schwesternschiff beim UNIFIL-Einsatz im östlichen Mittelmeer aktiv. © Lenk


Das Hohlstablenkboot „Ensdorf“ war bereits am 16. September 2011 gemeinsam mit dem Minenjagdboot „Passau“ von Kiel aus zur UNIFIL-Mission ausgelaufen. Zum 12. März 2012 löste die Besatzung des Schwesterbootes „Pegnitz“ die Besatzung der „Ensdorf“ vor Ort ab, um deren Einsatzbelastung zu begrenzen.

Wenn das Boot unter dem Kommando von Korvettenkapitän Arne Müller (36) nach gut neun Monaten wieder in Kiel fest macht, kann es auf knapp 27000 gefahrene Seemeilen zurückblicken. Das entspricht einer Strecke von circa 50000 Kilometern.

15000 Seemeilen gefahren

Das Hohlstablenkboot „Auerbach/Oberpfalz“ war am 1. Februar 2012 mit der Besatzung der „Hameln“ unter dem Kommando von Korvettenkapitän Guido Stein (36) in Kiel aufgebrochen, um die „Passau“ abzulösen, die bereits im März wieder ihren Heimathafen erreicht hat. Etwas mehr als 15000 Seemeilen (etwa 28000 Kilometer) hat das Boot in den vergangenen fünf Einsatzmonaten zurückgelegt. Für die „Auerbach/Oberpfalz“ war dieser Einsatz bereits der vierte im östlichen Mittelmeer.

Während der Mission wurden von der Pegnitzer Besatzung auf der „Ensdorf“ insgesamt 462 Kontrollanrufe, sogenannte „Hailings“, gegenüber Handelsschiffen getätigt. Neben der Überwachung des Seeraumes vor der Küste besteht für die deutschen Marineeinheiten eine wesentliche Aufgabe darin, die Ausbildung der Soldaten der libanesischen Marine voranzutreiben. „Während der Seeraumüberwachung durften wir oft einen libanesischen Kadetten als Gast bei uns an Bord begrüßen, um diesen mit Seemannschaft und navigatorischen Grundsätzen vertraut zu machen“, berichtet Korvettenkapitän Stein.

Zum Programm gehörten für beide Boote auch zahlreiche Manöver und Übungen mit der libanesischen Marine. Der Austausch der Besatzungen während des Einsatzes ist für die Deutsche Marine inzwischen Routine. Auf diese Weise bleiben die Abwesenheitszeiten für die Besatzungen in einem erträglichen Rahmen. Durch den Verbleib der Boote im Einsatzgebiet können die teuren und zeitraubenden Anmarschwege deutlich reduziert werden.

Familientreff auf Zypern

Zwischen den Einsatzzeiten auf See hatten die jeweils 41-köpfigen Bootsbesatzungen Gelegenheit, im Zuge einer Familienzusammenführung in Limassol auf Zypern ihre Angehörigen zu treffen. „Für die Besatzungen war die Familienzusammenführung Mitte Mai ein echtes Highlight“, berichtet Korvettenkapitän Müller.

Der Auftrag des maritimen Einsatzverbandes der Vereinten Nationen besteht darin, die Seewege vor der libanesischen Küste in enger Abstimmung mit den libanesischen Streitkräften zu überwachen und damit den Waffenschmuggel auf dem Seeweg in den Libanon zu unterbinden. Der Verband setzt sich aus einer wechselnden Anzahl von Schiffen und Booten zusammen, die derzeit unter brasilianischer Führung aus Griechenland, der Türkei, Indonesien, Bangladesh und Deutschland gestellt werden.

Schwerpunkt des deutschen Kontingentes ist zusätzlich die Ausbildung der libanesischen Marine, mit dem Ziel, diese zur Überwachung ihrer Küstengewässer zu befähigen. Der Einsatzverband besteht seit 2006. Die Deutsche Marine ist seitdem permanent mit mehreren Einheiten beteiligt. Das Mandat des Bundestages für diesen Einsatz wurde durch das Kabinett um ein Jahr bis zum 30. Juni 2013 verlängert. Diese Verlängerung muss der Bundestag noch bestätigen. 

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