Sommer

Hitzewelle: Sportunterricht ist ausgefallen

18.6.2021, 07:55 Uhr
Unterricht im Freien ist in den kleinen Schhulen in der Region eine Option. 

Unterricht im Freien ist in den kleinen Schhulen in der Region eine Option.  © Symbolfoto: imago/Panthermedia

Am Gymnasium Pegnitz funktioniere es ganz gut, wenn die Jalousien morgens runter gelassen werden, erklärt Schulleiterin Annett Becker. So bleiben die Räume halbwegs kühl. Nachmittags, wenn nicht mehr so viele Klassen anwesend sind, sei es außerdem möglich, die Räume zu wechseln. Dann könnten die Schüler in Klassenzimmer umziehen, in denen die Temperaturen angenehmer sind. Weil die Flächendesinfektion in den Räumen seit September nicht mehr vorgeschrieben ist, entfalle diese beim Umzug in ein anderes Zimmer ohnehin. "Die Schüler müssen sich vor Schulbeginn nur noch die Hände desinfizieren und die Maske im Unterricht tragen", so Becker weiter. Seit Mittwoch darf diese in den Pausen im Freien abgenommen werden.


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Wenn es am Gymnasium Hitzefrei gibt, dann gilt dort ein verkürzter Stundenplan: Statt 45 Minuten dauert eine Schulstunde dann nur 35 Minuten. Ende ist dann um 11.50 Uhr, an Tagen mit extremer Hitze gegen 11 Uhr. Das müsse aber ein paar Tage im Voraus mit den anderen Pegnitzer Schulen abgesprochen werden, weil sie die Busse koordinieren müssen, die gemeinsam genutzt werden. Dann gibt es eine Telefonkonferenz mit den anderen Schulleitern und es wird über die erwarteten Temperaturen gesprochen. Wenn sich die Schul-Chefs für ein früheres Unterrichtsende entscheiden, informieren sie die Busunternehmen, damit diese die Schüler entsprechend früher nach Hause fahren. Der Sportunterricht ist am Mittwoch und Donnerstag nachmittags an der Realschule in Pegnitz ausgefallen. "Wenn es so warm ist, soll man sich nicht sportlich betätigen", meint Schulleiter Christoph Kasseckert. Hitzefrei habe die Schule nicht gesondert dafür ausgerufen, weil ohnehin nur ein paar Klassen betroffen waren. Generell sei es in den Räumen der staatlichen Realschule noch angenehm, das Gebäude noch nicht aufgeheizt. Damit das so bleibt, werden die Fenster mit Jalousien verdunkelt. Außerdem gebe es metallbeschichtete Fensterscheiben, welche die Sonnenstrahlen reflektieren. "Aber irgendwann hilft das auch nicht mehr, dann heizt sich die Schule auf", so Kasseckert. Dann dürften die Schüler schon früher Schluss machen.

Er empfindet es als "willkommene Erleichterung", dass die Maskenpflicht im Freien diese Woche gefallen ist. Außerdem hat er beobachtet, dass die Stimmung bei den Schülern – trotz der Temperaturen – gut ist: "Schüler und Lehrer freuen sich, dass durch den Präsenzunterricht wieder ein Stück Alltag eingekehrt ist." Dafür nehme man die erste Hitzewelle des Jahres gerne in Kauf. Dem stimmt Becker zu.

"Es wirkt, als wären die Schüler zufrieden, wieder in der Schule zu sein", findet auch der Leiter der Pottensteiner Grund- und Mittelschule Marco Speckner. Das sei nicht immer so gewesen, sagt er augenzwinkernd. Hitzefrei gebe es an der Schule eher selten, weil das organisatorisch schwer umsetzbar sei: "Das müsste drei, vier Tage vorab geplant werden, weil wir mit Gößweinstein im Verbund sind, was die Schulbusse angeht." Hinzu kämen Schüler, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs seien.

An der Graf-Botho-Schule gebe es ein "großes, schönes Freigelände" mit ausreichend Schatten, wohin in der fünften und sechsten Stunde sowie nachmittags der Unterricht verlegt werden könnte. Das Lüften der Klassenzimmer im Zuge der Corona-Schutzmaßnahmen bezeichnet Speckner bei den hohen Temperaturen als "kontraproduktiv", weil so mehr Wärme in die Zimmer strömt.

Auch an der Dr.-Dittrich-Schule in Pegnitz ist kaum an Hitzefrei zu denken: "Trotz der hohen Temperaturen erteilen wir an unserer Schule Unterricht wie vorgesehen, jedoch unter Beachtung der Gesundheitsfürsorge durch Unterricht in kühleren Ausweichräumen und im Freien", erklärt Schulleiter Steffen Blank.

Weil viele Schüler aus dem weiteren Umkreis kommen und teils keine öffentlichen Verkehrsmittel zu früheren Zeiten fahren, verzichtet die Schule auf den vorzeitigen Unterrichtsschluss aufgrund der hohen Temperaturen. "Viele unserer Schüler besuchen auch im Anschluss die Offene Ganztagsschule am Nachmittag im eigenen Schulhaus. Diese werden selbstverständlich bei hohen Temperaturen ebenso betreut", so Blank weiter.

Während der ersten Hitzewelle findet der Unterricht an der Mittelschule Auerbach regulär statt, erklärt Schulleiter Ferdinand Höllerer: "Wir können ja wegen der sicherlich anstrengenden hohen Temperaturen nicht unsere Prüfungen absagen." Auch dort bestehe die Möglichkeit, den Unterricht in den Schatten des Freiluftklassenzimmers zu verlegen, ansonsten wird in den Räumen gelüftet und beschattet.

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