Hoch hinaus! Zahlreiche Sportler beim 24-Stunden-Wandern in Plech

18.7.2017, 08:57 Uhr
Über 200 Wanderer und Trailrunner kamen am vergangenen Wochenende zur 24-Stunden-Wanderung nach Plech samt erstmals ausgelobtem Frankenpfalzpokal. Auch eine Gruppe Wanderer aus Pegnitz war dabei, fotografiert wurden sie bei Velden.

Über 200 Wanderer und Trailrunner kamen am vergangenen Wochenende zur 24-Stunden-Wanderung nach Plech samt erstmals ausgelobtem Frankenpfalzpokal. Auch eine Gruppe Wanderer aus Pegnitz war dabei, fotografiert wurden sie bei Velden. © Udo Schuster

Mit Anja Heisinger, Vorsitzende des Heimatvereins, stand eine aktive Frau mit an vorderster Stelle in der Organisation. Es ist bemerkenswert, was der Heimatverein an diesem Wochenende mit der dazugehörigen Vorbereitung leistete. "Ohne unsere ehrenamtlichen Aktiven im Verein wäre die Logistik so gar nicht zu stemmen gewesen, jeder hatte seine Aufgabe – und es klappte", sagte die Vorsitzende.

Auch für die Feuerwehren aus der Umgebung, die für die Absicherung des Wandertrosses sowie der Trailläufer beim Überqueren von Straßenabschnitten eingesetzt waren, zollten die Läufer und Wanderer großes Lob. Natürlich stand mit Columbia ein Ausrichter des "Hike & Run"-Events in der Verantwortung, doch auch mit dem Orgachef Jürgen Jacob, der sich als Moderator bewährte, agierte hier ein Profi mit Erfahrung an vorderster Front. Der Plecher Bürgermeister, Karlheinz Escher, freute sich, dass die Wahl des Veranstalters erneut auf den Markt Plech gefallen war und damit der kleine oberfränkische Ort seinen Bekanntheitsgrad auch außerhalb der Metropolregion steigern konnte. Einige Teilnehmer aus Hamburg hatten wohl die weiteste Anreise.

Führung übernommen

Mit Karte und Wanderfibel ging es auf drei Wegschleifen in die malerische Landschaft der fränkischen Schweiz und dem Wandergebiet der Frankenpfalz. Unterwegs konnten sich die Teilnehmer an den eigens eingerichteten Raststationen erholen und verpflegen. Auf der ersten und längsten Schleife mit über 34 Kilometern führte der Weg zunächst durch Velden. Hier stand auch die erste Verpflegungsstation, welche die Teilnehmer ansteuerten.

Kurz nach dem Massenstart in Plech bildeten sich einige kleinere Wandergrüppchen, die von der Laufgeschwindigkeit her gut miteinander harmonierten. Nach ein paar Kilometern übernahmen Fritz Lederer und Kerstin Ehler, beide aus Ottenhof, die Führungsspitze in der ersten Runde. Durch Wälder und über Wiesen, vorbei an dem wildromantischen kleinen Wasserfall an der Griesmühle, erreichten die Wanderer die höchste Erhebung im Nürnberger Land — die Burg Hohenstein. Die Zeitabstände bis zum Eintreffen einzelner Wandertrupps an der zweiten Verpflegungsstation, die im Wanderheim des Fränkischen Albvereins in Hohenstein untergebracht war, wurden nun immer größer.

Über den Main-Donau-Wanderweg erreichten die Teilnehmer, nun bereits mit 28 Kilometern Wanderstrecke in den Beinen, die dritte und letzte Verpflegungsstation kurz vor dem Einstieg in den Eibgrat. Noch einmal konzentriert auf dem felsigen Eibgrat, der durch die Nässe der vergangenen Tage auch nicht ganz ungefährlich zu begehen war, dann war das Ziel der ersten Etappe schon greifbar nahe. Exakt um 17.40 Uhr beendeten die beiden führenden Ottenhofer zusammen mit Thomas Herold aus Bayreuth mit respektablen 791 Höhenmetern an der Mehrzweckhalle in Plech ihre erste Runde.

Viele der Teilnehmer hatten sich die GPS-Tracks der Strecken auf ihr Handy geladen. Dies war auch einmal hilfreich, betonte Uli Peters von der Ortsgruppe des Fränkischen Albvereins Schnaittachtal, der wie Michael Kothe aus Neunkirchen nur an der Zwölf-Stunden-Wanderung teilnahm, welche erstmals angeboten wurde. Das Teilnehmerfeld startete zusammen mit dem 24-Stunden-Wandern erst bei Einbruch der Dunkelheit um 22 Uhr. Die beleuchtete Weidenkirche war zum Ende der Nachtrunde ein optischer Augenschmaus. Dreh- und Angelpunkt war immer der Start-/ Zielbereich, in dem Massagen angeboten wurden und man sich manche Ausrüstungsteile, wie Stirnlampen für die Nachtetappen, kostenlos ausleihen konnte.

Käthe Beck aus Betzenstein und Carmen Bammler aus Henneberg waren bereits beim letztjährigen Wanderevent mit dabei, hatten damals aber nicht alle Strecken abgewandert. "Wir wollten nun unbedingt alle drei Routen bewältigen — Tag und Nacht", sagte die 65-jährige Rentnerin Beck, die topfit mit Bammler kurz vor 6 Uhr relativ spät in die Sonnenaufgangs-tour startete. Die Tochter der Rentnerin, Doris Heisinger vom Heimatverein, war bei dieser letzten Runde an der Verpflegungsstation bei Höfen eingeteilt. "Ich bin furchtbar stolz auf meine Mutter, die im Vergleich mit jüngeren Wandergesellen immer noch mithalten kann." Auf dieser Tour kam es anfangs zu Irritationen, da jemand ein Markierungszeichen in der ersten Hälfte der Strecke entfernt hatte. Mit über 20 Kilometern ging es auf der dritten und letzten Etappe in den herrlichen Sonnenaufgang über dem verschlafenen Naturpark.

Nicht ganz geschafft

Aus Röthenbach ging Dominik Pinzer mit vier Nürnberger Freunden auf der Strecke. Pinzer lobte die gute Markierung aller Routen. Beim Wandertag im vergangenen Jahr mussten er und seine Freunde eine Zwangspause einlegen, da sich sein Hund verletzt hatte und von einem Freund aus Neuhaus abgeholt worden war. Dieses Mal war der Hund nicht mit von der Partie, jedoch der Neuhauser Freund, Roland Nierling.

Erfahrungen, die einem keiner mehr nehmen kann, sammelten an diesem Wochenende auch sechs Freunde aus Pegnitz. Nach den ersten zehn Kilometern der Wanderung war Bettina Merkl aus dieser Gruppe noch recht zuversichtlich. Tatsächlich aber reduzierte sich die Zahl der Pegnitzer Gruppe bis zum Ende auf drei Teilnehmer. Dies machte aber nichts, denn von Anfang an war allen Teilnehmern des Wanderevents klar: Jeder konnte, aber keiner musste die Strecken komplett abwandern. Einige erfahrene Wanderer wollten trotzdem ihre persönlichen Bestmarken steigern und somit war der herrschende Ehrgeiz doch sehr groß. Damit das Organisationsteam immer den Überblick behalten konnte, wer noch auf den Strecken unterwegs war, mussten sich die Teilnehmer immer wieder zurückmelden.

Alle Sportler lobten die perfekte Organisation sowie die Streckenführung. Wer alle Strecken erwandert hatte, hatte damit fast deutlich über 1500 Höhenmeter bewältigt. Als besonderes Erlebnis nannten viele Gäste die Felswanderung über den Eibgrat.

ZBildergalerie im Internet unter www.nordbayern.de/pegnitz

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