Sonntag, 08.12.2019

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«Hohe Verdienste um die Diakonie»

Vertreter von Kirche und Stadt würdigten erfülltes Leben von Dr. Ernst Köberlin - 25.01.2010

In einem Meer von Lichtern stand der Sarg von Dr. Ernst Köberlin bei der Trauerfeier in der St. Bartholomäuskirche. Viele Pegnitzer Bürger gaben dem Verstorbenen die letzte Ehre. © Lenk


Schoenauer sprach von einer langen Reise des im Alter von 93 Jahren Verstorbenen, in dem dieser nicht selten die Gnade Gottes erfahren durfte, sei er doch bei schweren Krankheiten oder im Krieg dem Tod mehrfach sehr nahegekommen.

Wegen des Kriegs habe Köberlin erst spät seinen Beruf als Zahnarzt ausüben können. 1955 eröffnete er seine erste Praxis in der Hauptstraße, er, Schoenauer, sei damals als Kind schon bei ihm Patient gewesen. Auch wenn ihm damals nicht zum Lachen zumute gewesen sei, bleibe doch die Erinnerung an den Humor und an das Lächeln im Gesicht Köberlins.

Der Verstorbene sei ein Pegnitzer Original gewesen, der sich auf seinen täglichen Spaziergängen durch die Stadt bewusst in alles eingemischt habe, oft freundlich, wenn es sein musste, aber auch geradeaus und direkt.

Ernst Köberlin habe sich nicht nur um seine Stadt, sondern inbesondere auch um die evangelische Kirchengemeinde und die Diakonie im höchsten Maße verdient gemacht. Während seiner 20-jährigen Tätigkeit als Vertrauensmann im Kirchenvorstand seien etwa das evangelische Gemeindehaus und das Brigittenheim errichtet worden. Täglich habe er sich dabei auf den Baustellen umgesehen.

Bis 2009 habe er an den Sitzungen teilgenommen und auch auf dem zuletzt für ihn beschwerlichen Weg zu den Gottesdiensten sei er wegen seines eisernen Willens nicht aufzuhalten gewesen. Die Diakonie habe ihm und seiner schon länger verstorbenen Frau viel zu verdanken.

Zweiter Bürgermeister Helmut Graf erinnerte bei der Trauerfeier in der St. Bartholomäuskirche daran, dass Köberlin 1952 als 36- Jähriger zusammen mit einigen Gleichgesinnten die FWG gegründet hat. Als Gründungsvorsitzender habe er es als seine Aufgabe angesehen, das Gemeinwesen in Pegnitz nach dem Krieg neu zu organisieren. Obwohl mit dem Aufbau einer eigenen Existenz beschäftigt, habe er als Stadtrat stets auch das Allgemeinwohl im Sinn gehabt. Bis zuletzt sei er als Mittler zwischen den Generationen geschätzt gewesen.

Manfred Thümmler bestätigte als Bürgermeister, dass sich Köberlin während seiner 21-jährigen Stadtratstätigkeit hohe Verdienste um Pegnitz erworben habe, was 1983 mit der silbernen Bürgermedaille gewürdigt worden sei. Unter seine Amtszeit fielen der Neubau des Krankenhauses und die Neuorganisation der Strukturen nach der Gebietsreform. Köberlin habe dabei «zäh an harten Brettern gebohrt».

Als die Lichter neben dem Sarg leise verlöschten, verabschiedete sich auch die Marinekameradschaft mit einem «farewell». -rr-

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