Sonntag, 08.12.2019

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Hohenmirsbergerin nimmt ihren 100. Geburtstag mit Humor

Zum Geburtstag der Hohenmirsbergerin Anna Donhardt gratulierten auch Pfarrvikar und Bürgermeister. - 05.11.2019 05:55 Uhr

Geburtstagsrunde mit (von links) Bürgermeister Stefan Frühbeißer, den drei Nichten Monika Distler, Anna Schrenker und Annemarie Kittlaus, Pfarrvikar Dominik Urban sowie (vorne sitzend) der 100-jährigen Geburtstagsjubilarin Anna Donhardt. © Foto: Rosi Thiem


 

Ihr wurde immer gesagt, sie sei ganz früh auf die Welt gekommen und zum Frühstück schon am warmen Ofen gelegen. Sie wuchs fröhlich als zweites von acht Geschwistern auf einem Bauernhof auf – im Geburtshaus lebt sie heute noch.

Die Jubilarin, fesch gekleidet in fränkischer Festtracht, strahlte über das jung gebliebene Gesicht: "Als erstes dachte ich heute Morgen an meine Mutter Maria Donhardt, ohne sie wäre ich nicht da." An ihre schon weit zurückliegende Kindheit erinnerte sie sich noch, als wäre es gestern.

"In unserer Klasse waren wir zehn Kinder. Unser strenger Lehrer Berthold Will unterrichtete in einem Raum zugleich sieben Jahrgänge mit insgesamt 50 Kindern. Im Anschluss gab es noch die sogenannte Feiertagsschule, diese dauerte drei Jahre." Hier unterrichtete der Ortsgeistliche – genauso streng – am Sonntagnachmittag. Sie zeigte ein Klassenfoto und bemerkte: "Ich bin die einzige auf diesem Bild, die noch lebt."

Am liebsten war sie draußen in der Natur an der frischen Luft. Bei einer Anstellung ab 1939, beim Bauernhof Schaffer im Ort, zog sie die sieben Kinder mit auf. "Aus diesen Kindern gingen zwei Pfarrer hervor", erinnert sie sich stolz.

Die Kinder mochten sie gerne, ja sie stritten sich sogar um die Gunst in ihrer Nähe. Sie liebte diese Arbeit mit den Kleinsten. Als Bäuerin auf ihrem Anwesen hatte sie generationenlang die Kinder vom Ort um sich. Die Kinder kamen immer wieder, halfen und fühlten sich wohl bei Anna Donhardt.

Für ein Urlauberkind aus Berlin war die Jubilarin sogar Familienersatz. Diese Freundschaft besteht heute noch. Feld und Stallarbeit bestimmten ihren Alltag. Selbst blieb sie ledig und kinderlos. Sie hat vier Neffen und drei Nichten, diese sind liebevoll für die Hundertjährige da.

"Sie hat Humor", sagten die Nichten erfreut "man kann mit ihr so viel lachen. Sie ist ein Goldstück." Täglich hört sie jetzt noch Radio und stündlich die Nachrichten. Das hält sie fit und immer aktuell informiert.

"Meistens ist aber nichts Gescheites bei den Meldungen dabei", urteilte sie schelmisch. "Den ersten Radio brachte uns im 2. Weltkrieg die Nürnberger Verwandtschaft mit. Das war damals etwas Besonderes", wusste sie von früher und ihre Wangen glühten, als sie von damals erzählte.

Pfarrvikar Dominik Urban gratulierte für die Pfarrgemeinde und Bürgermeister Stefan Frühbeißer überbrachte die Glückwünsche vom Ministerpräsidenten Markus Söder und der Stadt Pottenstein. Frühbeißer wollte wissen, ob sie ein Geheimrezept zum Fitbleiben in ihrem hohen Alter hätte. "Ja", entgegnete sie ihm schmunzelt zugewandt und gab ihm mit auf dem Weg: "Fest arbeiten und beten. Bet und Arbeit – Gott gibt allzeit." Wenn es ihr möglich ist, besucht sie auch die Gottesdienste im Ort, so wie heuer zu ihrer 90-jährigen Jubelkommunion.

"Da bin ich dankbar, dass der Kopf so noch mitgeht", wusste sie zu schätzen. Die täglich adrett in fränkischer Tracht gekleidete Seniorin kocht sich jeden Morgen ihren Kaffee und gönnt sich abends zur Brotzeit ein Radler. Wenn die Nachbarin kommt, auch mal ein Likörchen, verriet sie.

Sonst hat sie kein Lieblingsessen. "Bei uns wurde auch schon früher gegessen, was auf den Tisch kam und der Garten lieferte." Ihre 100-jährige Geburtstagsfeier hat sie mitgeplant und sich auf alle Gäste gefreut. Was wünscht sie sich für die Zukunft? Da schüttelte sie den Kopf und ihre Augen strahlten: "Ich hatte und habe meine Freude. Da kann ich mir nichts wünschen, ich bin zufrieden."

ROSI THIEM

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