Stadträte sauer

Hoher Krankenstand: Ärger um geschlossenes Rathaus

Frank Heidler

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28.10.2021, 16:52 Uhr
Ohne vorher vereinbarten Termin gibt es für Pegnitzer Bürger keinen Einlass ins Rathaus. Laut Bürgermeister Wolfgang Nierhoff soll die bisherige Praxis bis Jahresende beibehalten werden.

Ohne vorher vereinbarten Termin gibt es für Pegnitzer Bürger keinen Einlass ins Rathaus. Laut Bürgermeister Wolfgang Nierhoff soll die bisherige Praxis bis Jahresende beibehalten werden. © Foto: Frank Heidler

Bürgermeister Wolfgang Nierhoff stellte sich hinter seine Rathausbeschäftigten. Auch wegen des aktuellen "hohen Krankenstandes" sei es nicht möglich, das Rathaus für Besucher zu öffnen. Deshalb solle die nach wie vor bestehende Schließung für Besucher ohne Termin bis zum Jahresende beibehalten werden.

Bei seiner abwehrenden Haltung geriet Nierhoff in der Sitzung allerdings gehörig unter Druck. So verwies einer der Fragesteller darauf, dass unlängst sogar eine 84-jährige Frau vergeblich am Rathaus vor verschlossenen Türen gestanden wäre und unverrichteter Dinge wieder gehen musste.

Erregter Wortwechsel

In diesem Zusammenhang kam es zu einem erregten Wortwechsel zwischen Hümmer und dem Rathauschef. Vorhaltungen Nierhoffs, er habe Rathausbeschäftigte als "unfreundlich" bezeichnet, ließ Hümmer nicht auf sich sitzen. "Das habe ich nie gesagt", reagierte er mit erhobener Stimme empört.

Der Juragruppen-Geschäftsführer verwies auf das Beispiel, dass seine eigene Wasserversorgungs-Zentrale trotz Corona stets geöffnet sei. Und Werner Lappat (CSU) erklärte: "Die jetzigen Regelungen bei Terminen und Projekten im Rathaus seien "nicht mehr zeitgemäß".

Etwa ab Mitte nächsten Jahres soll "in Teilbereichen" eine Online-Terminvergabe ermöglicht werden, kündigte Nierhoff an. Rathaus-Abteilungsleitern Sylvia Tennert ist überzeugt: Es werde immer versucht, "auch spontan" Bürgern Termine zu ermöglichen und zu helfen.

Nicht leicht gemacht haben sich die Stadträte ihre Zustimmung zu den von vier Vereinen beantragten Zuschüssen für besondere Vorhaben. Ergebnis: Nach den bisher geltenden Förderrichtlinien wurden letztmalig Zuschüsse gewährt. Danach sollten die bisherigen Fördergrundsätze überarbeitet werden.

In der Diskussion sagte Werner Lappat (CSU): "Ich finde es Klasse, wenn sich in der heutigen Zeit, wo jeder nur noch an sich denkt, die Feuerwehr Leups um alle kümmert." Karl Lothes (SPD) zeigte sich "froh, dass in Leups ein Verein das in die Hand nimmt". Wesentlich weniger euphorisch stimmte Werner Spieler (FW) zu: "Ich kann die jetzige Förderpraxis noch einmal mittragen."

Veränderungsbedarf an den Fördergrundsätzen signalisierte Heike Lindner-Fiedler (FWG): "Die Dorfgemeinschaft Buchau hat in den vergangen Jahren schon etliches gemacht." Da die Dorfgemeinschaft aber "kein eingetragener Verein" sei, habe man auch noch nie einen Zuschuss erhalten.

Schließlich votierte sie gemeinsam mit Hans Hümmer (FWG) und Elvira Looshorn (FW) gegen die jetzt beantragten Zuschüsse. Dennoch bekommt der FC Troschenreuth nun rund 5500 Euro. Davon 4200 Euro für die Flutlichtanlage, für Sanierung der Blechdächer 740 Euro, für zwei Fußballtore 414 Euro und für den Einbau von Konvektoren 156 Euro.

Keinen Zuschuss gibt es für die ausgeliehene Zeltplane für ein Autokino. Die Plane war durch einen Windstoß zerstört worden. Der Schaden betrug rund 1100 Euro. Begründung der Rathausverwaltung für den abschlägigen Bescheid: Der entstandene Sturmschaden kann nicht bezuschusst werden, da es keine Investitionsmaßnahme im Sinne der Sportförderung sei.

An die SG Trockau gehen noch 1500 als Restzahlung für die "Kids arena". Die bisher geleistete Abschlagszahlung betrug rund 6600 Euro. Für die Sanierung und Gestaltung des Festgeländes gehen knapp 2500 Euro an die Feuerwehr Leups.

Bürgermeister-Entscheid: knapp 700 Euro für den MFC Pegnitz (Wetter-Rollo und breitere Landebahn).

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