Höhle soll Gäste locken

26.7.2010, 11:11 Uhr
Nach der Freigabe des Sicherheitsstegs erwanderten zahlreiche Gäste das neu erschlossene Terrain der Schachthöhle „Felsenloch“ zwischen Höfen und Plech.

Nach der Freigabe des Sicherheitsstegs erwanderten zahlreiche Gäste das neu erschlossene Terrain der Schachthöhle „Felsenloch“ zwischen Höfen und Plech. © Fritz Zagel

Karlheinz Escher bezeichnete die neu ausgewiesene geotouristische Attraktion als einen Gewinn für den Fremdenverkehr und dankte allen, die sich um die Absicherung und Anmarschwege verdient gemacht hatten.

Besonders würdigte er die Verdienste des örtlichen Heimatvereins, des ehemaligen Höhlenforschers Dieter Preu und des Naturpark-Arbeitstrupps unter Geschäftsführer Wolfgang Geißner.

Für den Forstbetrieb Pegnitz versicherte dessen Leiter Frank Pirner, dass die Bayerischen Staatsforsten gerne Hilfestellung geben, wenn die Kommunen derartige Einrichtungen ausweisen.

„Die Besitzverhältnisse der Schachthöhle waren lange Zeit zwischen Oberfranken und Mittelfranken strittig“, meinte Norbert Graf von der Naturhistorischen Gesellschaft und bezeichnete das lange Zeit ungesicherte Gestein als einen Juwel unter den Höhlen Nordbayerns.

Das Naturphänomen basiert auf einer acht Meter tiefen Sohle und verwandelt sich in eine elf Meter lange, 3,5 Meter breite und zwei Meter hohe Spaltenhöhle.

Das Team um Grabungsleiter Dieter Preu fand 1967 im Schuttkegel der Höhle Knochen und Skelettreste, die bereits über 100 Jahre alt waren. Nachgrabungen förderten später zu aller Überraschung Bronzeschmuck, Waffen, Keramikgeschirr und sonstige Kultgegenstände der Kelten zutage.

Die Exponate sind derzeit im Archäologie-Museum Oberfranken in der Kaiserpfalz in Forchheim ausgestellt. Wegen der zahlreichen Knochenfunde vermutet man, dass es sich auch um eine ehemalige Begräbnisstätte handeln könnte.

Nicht nur aus diesem Grunde resümierte Pfarrer Christoph Weißmann, dessen Jugendgruppe die Absperrungen durchtrennen durfte, sich selber nicht so wichtig zu nehmen und in Ehrfurcht vor der Vergangenheit und den Verstorbenen an der Höhle zu verweilen.

Heute ist das touristische Kleinod wegen der Rutschgefahr mit einem stabilen Drahtgeflecht bestens abgesichert. Ein eiserner Steg lässt die Besucher jedoch über den Schachtmund wandern.

Informationstafeln geben Daten und Fakten wider. Heimatverein und Kommune hatten nach der Neueröffnung an der Schutzhütte im „Saal“ eine kleine Feier mit kostenlosen Getränken und Imbiss arrangiert. Allein der einsetzende Regen unterband eine längerfristige Feier der rund 100 Wanderer und Naturfreunde. In Zukunft wird die neu erschlossene Attraktion in die verschieden langen Höhlenwanderungen des Heimatvereins aufgenommen. Erste Wanderkarten weisen die Attraktion jetzt schon aus.