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Freitag, 24.05.2019

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Holzöfen werden gegen moderne Modelle ersetzt

Der natürliche Rohstoff Holz ist ein Dauerbrenner in deutschen Wohnzimmern — Neue Feuerstelle günstiger als Umrüstung - 14.05.2019 09:00 Uhr

Die natürliche Wärme eines Holzofens hat viele Anhänger. Neue gesetzliche Vorgaben zwingen nun aber viele Ofenbesitzer zum Neukauf, weil eine Nachrüstung zu teuer käme.


Vor allem müssen die Kamine der neuen Abgasnorm entsprechen. Das ist allerdings gerade für ältere Modelle problematisch. Da diese nicht an die neuen Standards angepasst sind, dürfen sie nicht einfach neu angeschlossen und aufgebaut werden. Das Ergebnis: der Besitzer muss den alten Ofen entweder auf den neuesten Stand bringen oder einen neuen kaufen.

"In Bayern passiert das gerade ziemlich oft", erzählt Schwindl. "Die alten Feuerstätten werden jetzt systematisch erneuert." Wer noch keinen Kamin hat, der kauft auch keinen neuen. "Die guten Kamine kosten schon Geld. Wenn jemand gerade ein Haus baut, dann geht vielleicht die neue Küche mal vor und am Ende ist so viel Geld einfach nicht mehr da."

Wer allerdings schon einen alten Kamin hat, der sieht sich nun eher nach einem neuen um, als den alten umrüsten zu lassen, erklärt Schwindl: "Von den älteren Holzöfen werden im Moment gefühlt 90 Prozent ersetzt. Die Besitzer kaufen sich da einfach ein neues Gerät."

Eine Umrüstung hält der Experte gleichwohl für die falsche Lösung: "Das kostet, ganz ehrlich, ein Schweinegeld. Der Kamin muss geprüft werden, das kostet schon. Wenn man dann einen Filter einbauen lassen muss, ist man mit über 1000 Euro dabei. Da kann man sich eher einen neuen Ofen kaufen, der dann auch länger hält." Holzöfen bekommt man schon für wenige hundert Euro. Wer etwas Besonderes sucht, kann aber auch schnell das Zehnfache hinblättern.

Dennoch wird das Heizen mit Holz in der Region nicht verschwinden, da ist sich Rudolf Schwindl sicher. "Hier gibt es fast überall Holz. Wir wären ja blöd, wenn wir einen anderen Brennstoff benutzen, der nicht so umweltfreundlich ist."

Mut macht ihm auch ein Gespräch mit einem Hausbesitzer vor wenigen Wochen: "Der erzählte mir, dass bei ihnen früher oft in den Fernseher geschaut wurde. Jetzt liegen sie mit einem Wein vor dem Kamin. Ist doch eine schöne Sache." Wie es mit dem Holzbedarf aussieht, weiß der Pegnitzer Forstbetriebsleiter Frank Pirner. Das Holzgeschäft laufe mal mehr, mal weniger gut, aber generell auf einem stabilen, guten Niveau. "Da hat sich in den letzten Jahren nichts deutlich verändert. Viele Leute schüren gerne Buche, weil die einen sehr hohen Heizwert hat. Allerdings ist das auch fast Tradition: Wer schon immer Birke geschürt hat, der wird ziemlich sicher dabeibleiben."

Verkauf auf zwei Wegen

Das Bayerische Forstamt in Pegnitz verkauft sein Holz auf zwei Wegen. Zum einen gibt es die sogenannten Selbstwerber, die ihr Holz selbst machen. Diese lassen sich von einem der neun Förster einweisen und dürfen sich dann relativ dünne, junge Stämme aus dem Wald holen. Voraussetzung ist der Motorsägeschein, um sicherzustellen, dass sich die Leute nicht verletzen.

Außerdem brauchen die Leute Sicherheitskleidung und meistens einen Hänger, mit dem das Holz transportiert werden kann.

In den vergangenen Jahren ging der Trend aber laut Pirner eher dahin, dass die Leute "fertiges Holz" selbst bearbeiten. Dafür kaufen sie in der Regel ein rund zwei Meter langes Stück Holz, das sie dann einfach abholen können. "Nachvollziehbar", findet Pirner, "der Aufwand ist ja nichts für jeden." Ansprechpartner für die Holzkäufe sind die Förster der einzelnen Reviere. 

JULIAN SEIFERTH

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