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Dienstag, 07.07.2020

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Hungernde Menschen dankbar für die Hilfe aus Pegnitz

Verein "Kinder für Nepal" unterstützt die wegen der Corona-Krise notleidenden Bewohner - 03.06.2020 12:44 Uhr

Saurav Karna sortiert die Lebensmitte, die an notleidende Menschen in Nepal verteilt werden. © Foto: privat


Die beiden Elektronikingenieure waren heim geflogen, um zu heiraten. Die Hochzeit in Pokhara war wunderbar – aber kaum besuchten sie ihre Verwandten in Lumbini, kam die Ausgangssperre. Seitdem dürfen sie nur eine Stunde am Tag aus dem Haus. Lumbini ist stark vom Virus betroffen, weil viele nepalesische Arbeiter aus Großstädten wie Neu-Delhi zurückkehren.

Sunita Silwal erlebte die Not der Armen und bat "Kinder von Nepal" um Hilfe. Ein Spendenaufruf war erfolgreich. Hier ihr Bericht: "Vor mehr als zwei Monaten begann in Nepal die Ausgangssperre wegen der Corona-Pandemie. Die Tempeltüren sind immer noch zu, in den Flughäfen herrscht geisterhafte Stille, die Straßen sind leer und die Geschäfte geschlossen. Die Leute stecken immer noch in ihren Häusern fest. Das ist die neue Normalität. Während sich die Weißer-Kragen-Menschen irgendwie erhalten können, sind die Blauer-Kragen-Menschen von dieser Pandemie am Härtesten betroffen. Die Blauer-Kragen-Menschen sind die Tagelöhner, die ihr Geld verdienen und am selben Tag wieder ausgeben.

In Nepal gibt es in den meisten großen Städten zahllose Tagelöhner. Sie kommen aus den Dörfern und mieten sich ein oder zwei Zimmer. Um ihre Familien zu ernähren, verkaufen sie am Straßenrand Obst, Gemüse und Haushaltsartikel. Manche von ihnen sind Bus- oder Minibusfahrer oder sie lenken E-Rickshas. Einige arbeiten im Hoch- und Tiefbau, einige sind Verkäufer in einem Straßenimbiss. Die Ausgangssperre trifft sie am Stärksten.

Tirthaman (alle Namen geändert), hier in Bhairahawa zuhause, verkaufte Fisch, um zu überleben. Aber weil sein Laden geschlossen ist, hat er Probleme, seine Familie durchzubringen. Er hat zwei Söhne, beide ohne Arbeit. Entsprechend schwierig waren für sie die beiden letzten Monate. Rita Kahar und ihr Mann haben zwei kleine Kinder. Beide sind Bauarbeiter. Aber wegen der Ausgangssperre haben sie keine Anstellung mehr. Sie haben kein Geld mehr, ihre Kinder zu ernähren. Sie haben nur eine Mahlzeit am Tag.

Es gibt Bauern rund um die Stadt, die heuer eine sehr gute Ernte haben. Aber sie haben keine Märkte mehr, um ihre Produkte zu verkaufen. Als Resultat verrottet ihr Gemüse auf den Feldern. Es gibt also am Ende kein Geld für ihre Familien.

Ich bin erst seit Kurzem hier, aber als ich an Häusern vorbeiging, hörte ich Kinder weinen. Mein Schwiegervater erzählte mir die Hintergründe, wie sehr einige Leute hier von der Corona-Situation betroffen sind. Ich fing an zu helfen. Aber es waren zu viele. Darum ist es ein Glück, dass es "Kinder von Nepal" gibt. Von diesem Verein kam Unterstützung

Wir begannen, 20 Lebensmittelpakete zu füllen. Sie enthielten fünf Kilogramm Reis, zwei Kilo Mehl, zwei Kilo Linsen, ein Paket Salz, einen Liter Öl und Sojabohnen. Das half, um zumindest fünf Tage lang besser durchzukommen. Aber die Zahl der Bedürftigen stieg. Deshalb wiederholten wir die Aktion für 40 Menschen und später noch einmal für 40. Meine Schwester machte das gleiche in Pokhara für 20 Betroffene.

Als wir die Rationen ausgaben, war ich tief bewegt, die glücklichen Gesichter zu sehen. Ich hätte nie gedacht, dass ein Lebensmittelpaket im Wert von 15 Euro so viel Glück für eine Familie bedeuten kann. Sie waren alle so dankbar. Als ich ihnen sagte, dass diese Aktion möglich ist, weil Leute in Deutschland dafür gespendet haben, waren sie begeistert: Es gibt jemanden, der ihnen hier in ihrer Not hilft, obwohl er in einem anderen Teil der Welt lebt, 7500 Kilometer weit weg. Sie segneten alle Menschen, die ihnen halfen.

Ich persönlich danke allen Spendern in Deutschland, die mich zu dieser Brücke gemacht haben, die mir die leuchtenden Gesichter dieser Bedürftigen zeigte. Die Pandemie hat mich gelehrt, dankbar zu sein. Dankbar dafür, jeden Tag mit einem vollen Bauch schlafen gehen zu können.

nn Wer für diese Aktion spenden möchte: Kinder von Nepal, DE20 7735 0110 0038 0660 07, Sparkasse Bayreuth.

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