Ice Dogs enttäuschten ihre vielen Fans: 3:6-Niederlage

29.12.2015, 22:40 Uhr
Trotz der frühen Führung konnte der EVP in Germering den Hinspielsieg nicht wiederholen.

Trotz der frühen Führung konnte der EVP in Germering den Hinspielsieg nicht wiederholen. © Reinl/Archiv

Eishockey-Bayernliga

Wanderers Germering – EV Pegnitz 6:3 (2:1/3:1/1:1) – Die Ice Dogs wussten um die Bedeutung dieses „Keller-Duells“ und sollten eigentlich entsprechend motiviert an den Start gehen. Beim frühen Führungstor nach viereinhalb Minuten schien das Kapitän Florian Müller, von Markus Schwindl und Johannes Runge schön in Szene gesetzt, noch untermauern zu wollen.

Aber auch die Wanderers brauchen jeden Punkt und so zeigte Rückkehrer Martin Dürr, in den vergangenen Spielzeiten schon einer der erfolgreichsten Scorer, dass er auch künftig mit Germering in der Bayernliga spielen will. Besonders ärgerlich war es dabei für den EVP, dass eine Strafzeit kurz vorher unbeschadet überstanden worden war, ehe der Puck eher unglücklich über die Linie hinter Goalie Maximilian Müller rutschte.

Das gab der Heimmannschaft im Polariom merklich Auftrieb und so dauerte es nur gut zwei Minuten, ehe der amerikanische Kontingentspieler J. C. Cangelosi seine Mannen erstmals mit 2:1 nach vorn brachte. Die Vorarbeit hatte wie schon beim Ausgleich der Ex-Füssener Martin Pfohmann geleistet, der Patrick Franz im Mitteldrittel den Puck abgeluchst hatte. Beim anschließenden 2:1-Konter hatten die Oberbayern leichtes Spiel, weil keiner der EVP-Stürmer bereit war, hinten auszuhelfen.

Zählt das Mitteldrittel normalerweise eher zu den stärkeren Phasen der Drobny-Schützlinge, so wurden sie hier in Germering kalt erwischt. Nur 19 Sekunden nach dem Wiederanpfiff erhöhte erneut Cangelosi auf 3:1, als die Pegnitzer Abwehr gedanklich noch gar nicht wieder auf dem Eis war. Zehn Minuten später stellte Nico Becker mit dem 4:1 die Weichen endgültig auf Sieg für die Wanderers, als sich die Ice Dogs mit oftmals unnötigen Strafen zunehmend selber schwächten. So verbrachten sie allein im Mitteldrittel 20 Minuten in der Kühlbox, eine Zehn-Minuten-Strafe für Robert Fritsche eingerechnet.

Eine doppelte Unterzahl überstanden sie zwar mit vereinten Kräften, doch im Spiel fünf gegen vier führte wiederum Cangelosi, der von Pegnitz nicht in Griff zu bekommen war, die EVP-Abwehr regelrecht vor, als er das vorentscheidende 5:1 per Bauerntrick erzielte. Simon Bogner gelang zwar kurz vor der Sirene noch eine Ergebniskorrektur zum 5:2, doch täuschte dies nicht darüber hinweg, dass die Oberfranken im Angriff viel zu harmlos agierten.

Pegnitz präsentierte sich insgesamt erschreckend schwach und dies, obwohl rund 100 Fans die Mannschaft lautstark unterstützten. Schwindl, Marsall, Seibel & Co. fanden gegen die robust verteidigenden Wanderers kein Mittel und kamen so kaum zu Torschüssen, auf der anderen Seite liefen sie den schnellen Germeringer Stürmern regelmäßig hinterher, konnten sich nur mit „Halten des Stocks“ helfen und kassierten so eine um die andere Strafe.

Alles andere als ein Vorbild gab auch Kapitän Florian Müller ab, der lustlos und viel zu egoistisch wirkte. Bezeichnend eine Szene, als er völlig unnötig vor dem eigenen Tor zaubern wollte, dabei den Puck verlor und anschließend vor lauter Frust auch noch seinen Gegenspieler ummähte.

Auch im Schlussdrittel war keine Trendwende zu erkennen, kassierte doch Florian Zeilmann gleich zu Beginn eine Zehn-Minuten-Strafe wegen Meckerns, ebenso wie zwei Minuten vor Schluss auch noch Markus Schwindl. Pegnitz machte nicht den Eindruck, noch etwas umbiegen zu wollen und kassierte das 6:2, erneut durch Cangelosi, zu allem Überfluss sogar bei eigener Überzahl.

Wenigstens gestaltete Florian Müller mit dem 6:3 das Ergebnis etwas erträglicher. Für eine Wende im Spiel allerdings taugte es nicht. Glück hatte Pegnitz, dass die oftmals überfordert wirkenden Schiedsrichter ein reguläres Tor für Germering in der Schlussphase wegen Torraum-Abseits nicht anerkannten.

Die Torfolge: 0:1 (5.) F. Müller/Schwindl/Runge, 1:1 (11.) Dürr, 2:1 (13.) Cangelosi, 3:1 (21.) Cangelosi, 4:1 (31.) Becker, 5:1 (35.) Cangelosi (5 gegen 4), 5:2 (37.) Bogner/Hausauer/Pleger (5 gegen 4), 6:2 (51.) Cangelosi (4 gegen 5), 6:3 (55.) F. Müller/Bogner/Skarupa.

Strafen: Germering zwölf plus zehn Minuten für Lieb (Unsportlichkeit), Pegnitz 18 plus je zehn Minuten für Fritsche, F. Müller und Schwindl (Reklamieren).

Keine Kommentare