Samstag, 28.11.2020

|

Im Forsthaus von Rödenthal groß geworden

Staatsforsten verabschieden in Leienfels ihren Revierleiter Bernd Schultheiß in den Ruhestand. - 30.10.2020 10:06 Uhr

Das Foto zeigt (von links) Arndt Platte, Bernd Schultheiß, den Personalrat der Bayerischen Staatsforsten, Lorenz Wurmthaler und den Leiter der Bayerischen Staatsforsten Pegnitz, Frank Pirner.

29.10.2020 © Foto: Ralf Münch


"Als junger Bub wollte ich entweder Automechaniker, Lokomotivführer oder Büchsenmacher werden. Aber ich wurde da auch vom Job meines Vaters beeinflusst", sagt der 63-Jährige. Denn sein Vater war ebenfalls Förster, in Rödenthal bei Coburg. Er sei, wie er sagt, "im Forsthaus groß geworden".

Gemeinsam auf der Jagd

Er war mit seinem Vater immer im Wald, ging mit ihm zur Jagd. "Ich bin also in die Fußstapfen meines Vaters getreten. Bereut hatte ich diesen Entschluss nie. Es war schließlich der richtige Job für mich." Zwar hat es mit dem Büchsenmacher nicht sein sollen, allerdings blieb er dennoch in einer bestimmten Art der Büchse verbunden. Denn er ist ein hervorragender Flintenschütze. Er war Mitglied der deutschen Nationalmannschaft im Wurftaubenschießen Trab, nahm an drei Weltmeisterschaften und Europameisterschaften teil.

In Rödenthal geboren, kam er nach dem Abschluss des Forststudiums an der Fachhochschule Weihenstephan und Vorbereitungsdienst bei der Bayerischen Staatsforstverwaltung zunächst an das Forstamt Bamberg, bevor er 1988 in das Revier Leienfels wechselte. Sein Gebiet umfasste einen etwa 1500 Hektar großen Bereich. Von Regenthal bis Thuisbrunn, von Leupoldstein bis Gößweinstein.

"Mein einschneidenstes Erlebnis war 1990, als die Stürme Vivien und Wiebke gewütet hatten. Alleine im Revier sind ungefähr 30 000 Festmeter einfach umgeknickt. Wir waren zwei Jahre damit beschäftigt, die Schäden zu beseitigen." Zwar ist er Förster, doch auch als Förster könne er sich als Fremdenführer beschäftigen: "Es ist so, dass wir hier in der Fränkischen Schweiz deutschlandweit die größte Wander- und Radwegdichte haben. Und da ist es früher, als es noch keine Smartphones gab, immer wieder mal passiert, dass sich Leute verirrt haben und nicht mehr wussten, wo sie sind. Dann habe ich sie ins Auto geladen und wieder zu ihrem eigenen Auto gefahren."

Schultheiß zieht jetzt wieder zurück in seinen Heimatort. In das Haus, das sein verstorbener Vater gebaut hat, er hatte ihm das versprochen. Selber hat er dort keinen Wald. In Zukunft geht er im Wald lieber wandern. "Das ist auch gut so. Denn mit den Jahren wurde es für mich eine emotionale Sache. In den vergangenen drei extrem heißen Jahren hatte ich gesehen, dass der Wald mit dem Klimawandel nicht mehr zurecht kommt und stirbt. Das hatte mir dann doch zugesetzt."

Sein Nachfolger wird nun Arndt Platte, wohnhaft in Gräfenberg. Er machte sein Studium der Forstwirtschaft in Göttingen von 2000 bis 2004, danach sein Staatsexamen in Bayern von 2004 bis 2005. Ab 2005 bis Ende 2008 war er Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Fränkische Schweiz, seit 2008 ist er Servicestellenleiter bei den Bayerischen Staatsforsten, erst am Forstbetrieb Bad Königshofen und seit 2009 am Forstbetrieb Forchheim. "Der Grund, warum ich die Arbeit als Forstamtsleiter hier schließlich machen wollte, ist einfach. Vorher war ich eher ein Manager am Schreibtisch, ich will aber raus in den Wald", so Platte.

RALF MÜNCH

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Leienfels