Im Gewerbegebiet Pegnitz West wird kräftig gebaut

5.5.2021, 14:55 Uhr
Im Industriegebiet Pegnitz West herrscht seit Wochen reger Baubetrieb. Größtes Projekt ist die Halle für den Online-Versandhändler Loberon.

Im Industriegebiet Pegnitz West herrscht seit Wochen reger Baubetrieb. Größtes Projekt ist die Halle für den Online-Versandhändler Loberon. © Foto: Richard Reinl

Es rührt sich was im Gewerbegebiet Pegnitz West IV. Bagger, Raupen und Kräne beherrschen dort seit Wochen die Szenerie. Aufsehenerregendster Bau und das wohl größte Pegnitzer Bauwerk der vergangenen Jahrzehnte ist die 14 000 Quadratmeter große Lagerhalle des Online-Versandhändlers Loberon. Bauherr der Halle mit sieben bis acht Rampen im Warenein- und -ausgangsbereich, Büro- und Sozialräumen sowie Ausstellungsflächen von zusammen rund 2000 Quadratmetern ist die Firma Fuchs & Söhne aus Berching. Doch auch auf vielen anderen Gewerbeflächen bei Neudorf herrscht emsiges Treiben.

Insgesamt 255 000 Quadratmeter groß ist das Gewerbegebiet Pegnitz West, davon sind gut 200 000 Quadratmeter bereits bebaut. Die zwischen den Arealen Tadano Faun und Fuchs/Loberon liegende Fläche mit circa 45 000 Quadratmetern ist noch nicht erschlossen und es gibt dafür auch noch keinen Bebauungsplan. Zur Veranschaulichung: Auf 255 000 Quadratmeter würden fast 27 Fußballplätze passen.

Einer der neuen Betriebe im Gewerbegebiet ist die Baufirma Fuchs, die schon ein großes Firmengebäude gebaut hat. Ferner wurden dort große Flächen planiert; die wohl als Lagerplätze dienen sollen. Gerüchte besagen, dass die Firma möglicherweise auch das Faun-Gelände übernimmt und dort eventuell ein Betonwerk für Fertigteile hinstellen will. Dies kann die Stadt allerdings nicht bestätigen: "Davon ist uns nichts bekannt", schreibt Bauamtsleiter Manfred Kohl auf Anfrage. Grundlage für das Kranprüffeld war ein vorhabenbezogener Bebauungsplan. Deshalb sei eine Nachfolgenutzung dieser Fläche nur mit Zustimmung der Stadt Pegnitz möglich. Man sei seit Wochen mit der Firma Tadano im intensiven Austausch hinsichtlich der weiteren Ausrichtung des Kranherstellers am Standort Pegnitz, betont Bürgermeister Wolfgang Nierhoff.

Wie berichtet, ist der Kranhersteller Tadano Faun aus Zweibrücken Ende vergangenen Jahres in Schieflage geraten und hat zahlreiche Mitarbeiter entlassen. Noch ist unklar, was mit dem Faun-Prüffeld in Neudorf geschieht.

Gigant auf acht Achsen

Bürgermeister Wolfgang Nierhoff: "Sollte Tadano den Standort Pegnitz aufgeben, werden wir uns auf jeden Fall um eine Nachnutzung bemühen. Ich will nicht, dass das Gelände leer steht", hatte Nierhoff nach Bekanntwerden der Probleme Anfang des Jahres gesagt. Noch vor einigen Jahren hatten die Tests des "ATF 600", des damaligen Flaggschiffs der Tadano Faun, in Neudorf für Aufsehen in den internationalen Fachmedien gesorgt. Der rund drei Millionen Euro teure All-Terrain-Kran ist ein Gigant auf acht Achsen und 16 Rädern, der 600 Tonnen heben kann. Das Prüfgelände ist circa 43 000 Quadratmeter groß und wurde für Tests der Prototypen des Kranherstellers genutzt. Ein Teil der Prüftechnik ist in Containern am Rande des Teer- und Schottergeländes untergebracht.

So sieht das Gewerbegebiet West nach der Neuordnung aus, die der Stadtrat Ende vergangenen Jahres fast einstimmig beschlossen hat.

So sieht das Gewerbegebiet West nach der Neuordnung aus, die der Stadtrat Ende vergangenen Jahres fast einstimmig beschlossen hat. © Foto: Stadt Pegnitz

Im vergangenen Jahr wurde ein Teil des Gewerbegebiets neu geordnet. Nach Vermittlung der Stadt hatten sich die Firmen Loberon und DBV auf einen Grundstückstausch geeinigt, der laut Nierhoff allen Seiten zugutegekommen sei. "Nicht zuletzt konnte dadurch der Ladebereich der Lkws nach Norden und damit von Neudorf verlagert werden."

Anfang des Jahres hat die Firma Fuchs ihren Bauhof mit einem Holzkompetenzzentrum (circa 12 500 Quadratmeter Fläche) in Betrieb genommen. Die DBV GmbH unterhält Standorte in Deggendorf, München, Nürnberg und Stuttgart und ist im Bereich Container, Baumaschinen, Baugeräte und Toilettenkabinen unterwegs und bietet neue und gebrauchte Mietcontainer und Geräte als Kauf- und Mietoption an.

Voraussetzung dafür und auch für die Ansiedlung des Internetversandhändlers Loberon war im vergangenen Jahr die vom Stadtrat fast einmütig beschlossene Erweiterung des Gewerbegebiets West. Mit der Firma Fuchs und Söhne, die bei diesem Projekt als Investor tätig sind, wurde ein Durchführungsvertrag abgeschlossen und Ende 2020 der Kaufvertrag für eine circa 55 000 Quadratmeter große Fläche notariell beurkundet.

Am imposantesten sind derzeit die Arbeiten am Neubau der Lager- und Logistikhalle für den Onlinehändler Loberon. Es entstehen dort die Bereiche Verpackung und Versand, Retourenabwicklung, Kommissionierung, Qualitätsprüfung, Fotografie und Musterbewertung/-verbesserung. Noch heuer soll das Projekt abgeschlossen sein.

Der Onlineversand Loberon vertreibt Möbel, Accessoires, Lampen und Wohntextilien.

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