Montag, 18.11.2019

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Im Landkreis leben 28 000 Auspendler

Vier von zehn sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland pendeln in eine andere Stadt - 22.10.2019 05:55 Uhr

Rund 28 000 Arbeitnehmer verlassen auf dem Weg zu Arbeit die Grenzen des Bayreuther Landkreises. © Jürgen Mahnke/dpa


Wie viele sogenannte Auspendler gibt es im Landkreis Bayreuth?

Auf dem Weg zur Arbeit verließen im vergangenen Jahr rund 28 000 Menschen regelmäßig die Grenzen des Kreises. Das sind 20 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Damals zählte der Kreis rund 24 000 Auspendler.

Gibt es Erkenntnisse dazu, aus welchen Regionen die Menschen auspendeln und welche Strecken sie dabei durchschnittlich zurücklegen? Wie schaut es mit den "Einpendlern" im Landkreis Bayreuth aus?

Beer: Laut Arbeitsagentur pendelt der Großteil der Menschen aus dem Landkreis – nämlich 15 400 – in die Stadt Bayreuth. Dahinter folgt mit gut 2000 Menschen der Landkreis Kulmbach als Pendlerziel. Nach Nürnberg fahren weitere knapp 1500 Pendler. Im Gegenzug hat der Landkreis Bayreuth laut Statistik 8500 Einpendler. Sie kommen überwiegend aus der Stadt Bayreuth (1500) und dem Landkreis Kulmbach (1300).

Der aktuelle Pendlerboom ist nicht unbedingt ein Thema, das man gleich mit der IG Bau in Verbindung bringt. Warum thematisieren Sie dieses Phänomen?

Beer: Das Pendler-Thema betrifft ureigene Arbeitnehmerfragen. Gerade auf dem Bau haben wir es seit jeher mit weiten Pendelstrecken und wechselnden Arbeitsorten zu tun. Hier geht es um die Lebenszeit der Menschen, die im Zug oder im Auto verloren geht. Auch die Ursachen der Fahrerei sind wichtig für die Gewerkschaft: Fehlender bezahlbarer Wohnraum in den Städten und Defizite in der Verkehrsinfrastruktur. Hier fordern wir seit Jahren massive Investitionen.

Derzeit sind Umwelt- und Klimaschutz in aller Munde. Müsste die Regierung nicht auch da ansetzen und Alternativen fördern?

Beer: Unbedingt. Wir brauchen eine Wende in der Wohnungsbaupolitik. Die öffentliche Hand muss viel mehr als bisher investieren, um bezahlbaren Wohnraum in den Metropolen und Ballungsräumen zu schaffen. Außerdem sind massive Investitionen im Bereich der Verkehrsinfrastruktur nötig, um die Pendler zu entlasten.

Was hat das Pendeln sonst noch für Konsequenzen?

Beer: Es geht wertvolle Zeit für Familie, Freunde und Hobbys verloren.

Hans Beer von der IG Bau. © Foto: Robert Unterburger


 

INTERVIEW: ASTRID LÖFFLER

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