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In Breitenlesau köstliches Feuerwerk gezündet

Theaterbühne bot mit seinem Lustspiel beste Kost für das Publikum - 13.03.2018 23:47 Uhr

Hausherrin (Gabi Redel) verarztet Gerichtsvollzieher Ernst Kuckuck-Siegel (Heinrich Richter, linkes Bild) nach dem Hundebiss. Entsetzt kommen (von rechts) Hausherr, in dessen Rolle Benedikt Richter schlüpfte, dessen Schwester, dargestellt von Cornelia Sönning und (etwas verdeckt) Nachbarin und „Fleisch gewordene Wochenpost“ Anita Bieberstein hinzu. Martin Richter (rechtes Bild) spielte den Oldtimer-Interessenten und Freund der Tochter des Hauses. Er hat den Hahn von Nachbarin, gespielt von Anita Bieberstein, überfahren. © Fotos: Dieter Jenß


Im ausverkauften Bürgerhaus zündete die Theatertruppe von Regisseur Heinrich Richter mit dem amüsanten und spritzigen Lustspiel in drei Akten "Doppelt genäht hält besser" ein köstliches Feuerwerk der Wandlungsfähigkeit, Pantomime mit wechselnden Stimmungsbildern ab und bot beste Theaterkost.

Die Besucher jedenfalls kamen bei dem pointenreichen Theaterstück mit herzerfrischender Situationskomik, des mit viel Hang zur Professionalität auftretenden zwölfköpfigen Ensemble voll auf ihre Kosten. Der verdiente Lohn nach drei Stunden war bei den beiden ersten Aufführungen am vergangenen Wochenende ein stürmischer Schlussbeifall.

Hausherrin (Gabi Redel) verarztet Gerichtsvollzieher Ernst Kuckuck-Siegel (Heinrich Richter, linkes Bild) nach dem Hundebiss. Entsetzt kommen (von rechts) Hausherr, in dessen Rolle Benedikt Richter schlüpfte, dessen Schwester, dargestellt von Cornelia Sönning und (etwas verdeckt) Nachbarin und „Fleisch gewordene Wochenpost“ Anita Bieberstein hinzu. Martin Richter (rechtes Bild) spielte den Oldtimer-Interessenten und Freund der Tochter des Hauses. Er hat den Hahn von Nachbarin, gespielt von Anita Bieberstein, überfahren. © Fotos: Dieter Jenß


Die vorgegebene Rezeptur für das Lustspiel, um bei der Theaterkost zu bleiben, ist einfach und gleichzeitig genial: Man nehme eine kleine Landwirtschaft, deren Betreiber sich finanziell übernommen hat. Die Hauptdarsteller Benedikt Richter und Gabi Redel, als seine Ehefrau, beide schon seit Jahrzehnten auf der Bühne, verstanden es als Landwirtsehepaar großartig dem Stück ihren Stempel aufzudrücken.

Hinzu kam ein Gerichtsvollzieher, der längst Stammgast im Hause ist. Er bringt die nötige Spannung in das Geschehen. Hierzu trug auch Hasso, der Hund auf dem Hof bei, der dem Befehl seines Herrchens gehorchend und beim unbeliebten Besucher zubiss, was in der Folge zu köstlichen Szenen bei der Behandlung der Bissstelle führte. In dessen Rolle schlüpfte Regisseur Heinrich Richter selbst.

Er verstand es in Amtsdeutsch oftmals radebrechend seine Pfändungsmaßnahmen an den Mann beziehungsweise Frau zu bringen. Um das nötige Geld aufzutreiben, sorgt eine unbeabsichtigte Doppelvermietung, die zu herrlichen Verwicklungen führt, und andere nicht ganz seriöse "Einnahmen" nur für vorübergehende Linderung.

Sonderlob verdient

Cornelia Sönning, bereits seit 38 Jahren dabei und eine unverzichtbare Laienspielerin der Theaterbühne, verdiente sich in der Rolle als extravagante und attraktive Schwester des Hausherrn wieder ein Sonderlob. Sie verstand es dem Gerichtsvollzieher die Augen zu verdrehen.

Eine Prachtrolle hatte Anita Bieberstein übernommen. Das Theater-Urgestein hatte den Part der als "Fleisch gewordenen Wochenpost von Breitenlesau" übernommen. Eine Augenweide wie sie im Hause Krüger zum Ärger des Hausherrn ständig recherchierte und selbst vor dem Verstecken im Schrank nicht Halt machte. Längst eine feste Größe auf der Bühne sind Susanne Düngfelder, die eine Mieterin im Hause Krüger spielte, und der weitere Mieter, Matthias Alberth. Deren Doppelvermietung führte zu sehenswerten Komplikationen. Ein Genuss zu erleben, wie der Hausherr (Benedikt Richter) dem männlichen Mieter zu erklären versuchte, wie eine Strumpfhose und ein Büstenhalter in sein Zimmer gelangten.

Nicht zu vergessen die beiden Töchter des Hauses, dargestellt von Lisa Bieberstein und Anna Stenglein aus der Schar der Nachwuchsschauspieler, die sich in das Ensemble großartig einfügen. Zu ihnen gehört auch Johannes Stenglein.

Längst alte Hasen sind Stefan Richter, der als "Schrankexperte" am Ende des Stücks für die Beseitigung aller Probleme im Haus Krüger sorgt und Martin Richter, dessen Auftauchen bei Tochter Hannah für Schmetterlinge im Bauch sorgt. Schließlich treiben eine nicht gewünschte "Begegnung" und andere Pannen das Ganze auf die Spitze, bis der eigentlich zu nichts fähigen Tochter Verena (Lisa Bieberstein) die rettende Idee kommt.

Vater des Erfolges der Theaterbühne Breitenlesau ist deren Leiter Heinrich Richter, der bereits seit vielen Jahren auch den Part des Autors übernimmt. Ihm gelang ein sprachlich, szenisch und mimisch ausgereiftes Lustspiel mit trefflichen und umwerfenden Dialogen und ausdrucksstarken Gebärden. Am Ende überraschten Benedikt, Heinrich und Stefan Richter sowie Johannes Stenglein mit einer Gesangseinlage mit dem Titel "Es geht vorwärts...".

ZDie eine oder andere zurückgegebene Karte könnte noch bei Heinrich Richter, (0 92 79)14 85, erhältlich sein. Weitere Aufführungen sind am 16. und 17. März sowie am 23./24. Und 25. März. 

DIETER JENSS

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