Montag, 01.06.2020

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In Kirchahorn wird zu schnell gefahren

Bürgermeister Florian Questel resümiert "erschreckende Ergebnisse" bei Geschwindigkeitsmessungen im vergangenen Jahr. - 31.01.2020 08:55 Uhr

Ein großes Transparent weist am Ortseingang von Kirchahorn darauf hin, dass geblitzt wird. Trotzdem wird gerast. © Foto: Klaus Trenz


Im Sommer vergangenen Jahres hatte Bürgermeister Florian Questel (Grüne) von massiven Tempoüberschreitungen zwischen Volsbach und Glashütten erfahren und von der Polizei Pegnitz aktuelle Unfallzahlen für das Gebiet erhalten. "Das war ein Grund für mich, auch im Ahorntal, insbesondere in Kirchahorn an Schule und Kindergarten, das Tempo der Autofahrer überprüfen zu lassen." Dort und in verschiedenen Ortsteilen wurden mobile Geschwindigkeitsmessanlagen aufgestellt.

"Die Ergebnisse sind erschreckend", fügt der Bürgermeister hinzu, besonders in Kirchahorn. So wurden zwischen dem 21. November und 20. Dezember vergangenen Jahres allein 8650 Tempoüberschreitungen gemessen.

Spitzenreiter war dabei ein Autofahrer mit 110 Stundenkilometern statt erlaubter 30. Neun Fahrer wurden mit 100 Stundenkilometern gemessen, 40 Autofahrer mit 90 Stundenkilometern, 209 mit 80 Stundenkilometern, 768 mit 70 Stundenkilometern und 1459 mit 60 Stundenkilometern. 2090 fuhren immerhin noch 50 Stundenkilometer und 4075 waren mit Tempo 40 unterwegs. "Und das alles zu den Schulzeiten zwischen 7 und 17 Uhr", betont Questel.

Auch in ausgewählten Außenorten sieht es nicht besser aus. Hier sind ebenfalls an mehreren Stellen Raser mit 110 Stundenkilometern dabei. "Zum Glück ist bislang nichts passiert", meint Questel dazu – aber das mache die ganze Sache auch nicht besser.

Ob es eher Einheimische oder Auswärtige sind, die zu schnell fahren, kann er noch nicht sagen, die Auswertung steht noch aus. "Wenn da nicht bald eine Besserung auftritt, müssen wir mehr Messstellen einrichten", sagt er. Momentan wird an zehn Stunden im Monat gemessen. Seit Anfang des Jahres ist die Gemeinde Mitglied beim Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung. Der entscheidet, an welchen Stellen gemessen wird. "Wir haben ihm aber eine Prioritätenliste gegeben", sagt Questel.

Im Gemeinderat wurde beschlossen, dass ein Verkehrskonzept erstellt werden soll. Das sei aber nicht ganz einfach, denn, wenn an bestimmten Stellen gemessen werde, kämen andere Ortschaften auch und würden das Aufstellen von Geschwindigkeitsmessern fordern, so der Bürgermeister. Man sei aber schon an dem Konzept dran, es soll noch in diesem Jahr fertig gestellt werden. Dabei soll auch geprüft werden, wo 30er-Zonen und Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 30 Stundenkilometer sinnvoll sind.

In einer 30er-Zone würde dann automatisch rechts vor links gelten. "Und es besteht eine Unfallgefahr, wenn plötzlich irgendwo 30 gilt, wo bisher 50 erlaubt war", sagt Questel.

Auf jeden Fall werde man den Bestand von sechs mobilen Geschwindigkeitsmessern erhöhen, wenn sich die Ergebnisse der Messungen nicht bessern würden.

106 Buben und Mädchen besuchen die Schule in Kirchahorn, gut 100 den Kindergarten. Florian Questel appelliert an die Autofahrer langsam zu fahren. Er habe das Thema sowohl in den Bürgerversammlungen als auch im Gemeinderat und Mitteilungsblatt thematisiert. Auch die Kinder selber würden in der Schule dafür sensibilisiert. "Aber das reicht nicht, hier sind auch die Eltern gefordert und eben die Autofahrer", sagt Questel.

Erleichterung durch Ampel

Eine Erleichterung werde die beschlossene Ampelanlage an der Schule auf Höhe der Einfahrt zum Dorfladen bringen. Alle notwendigen Genehmigungen lägen nun vor, jetzt müsse es nur noch das Straßenbauamt besprechen und im Haushalt einplanen. "Ich glaube aber nicht, dass das dieses Jahr noch was wird", sagt Questel.

FRAUKE ENGELBRECHT

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