Dienstag, 24.11.2020

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In Pegnitz schmelzen Eishockey-Träume dahin

Vor einer Woche konnte der EV Pegnitz endlich aufs eigene Eis, jetzt ist wieder Pause - 29.10.2020 18:08 Uhr

Erst seit dem Wochenende dürfen die Ice Dogs wieder aufs Eis, ein paar Tage später ist das Betreten des Stadions wieder tabu.

29.10.2020


Am Mittwochfrüh gibt Markus Hausner den NN noch das routinemäßige Interview vor dem Doppel-Heimspieltag der Ice Dogs am kommenden Wochenende. Der Trainer spricht über Taktik und analysiert die Gegner aus Dingolfing und Trostberg. Ein paar Stunden später kommen die Nachrichten aus Berlin und die Erkenntnis, dass das für längere Zeit die letzten Spiele sein könnten – vielleicht sogar schon das Ende dieser Landesligasaison.

Denn je nachdem, wie lange der Lockdown anhält, schmilzt das Zeitpolster für die noch zu absolvierenden Spiele – gerade an einem Standort wie Pegnitz mit einem Freiluftstadion, das man nicht nach Belieben geöffnet halten kann.

Und nicht einmal diese beiden Matches, mit denen sich das runderneuerte Team unter einem neuen Trainer und neuer Vereinsführung voller Vorfreude positiv präsentieren wollte, sind dem EVP vergönnt. Denn wegen eines bestätigten Corona-Falles im erweiterten Umfeld der Mannschaft wurden die Partien gegen den EV Dingolfing und den TSV Trostberg abgesagt. Trainer Hausner: "Wir sind alle im Moment sehr ratlos und enttäuscht."

Auch Vorsitzender Steffen Rein räumt ein, dass die Stimmungslage im Verein äußerst betrübt sei. "In erster Linie tun mir all diejenigen leid, die in den vergangenen Monaten alles dafür getan haben, dass unsere Mannschaften von der Ersten bis hinunter zu den Kleinschülern gut vorbereitet in diese Saison starten können. Das wurde jetzt alles torpediert – mit einem Schlag!"

Das Ziel müsse jetzt sein, positiv zu bleiben und nach vorne zu schauen. Zumindest die Gefahr, dass das gerade erst eröffnete Stadion gleich wieder abgetaut wird, sei vorerst vom Tisch. Nach Gesprächen mit Bürgermeister Wolfgang Nierhoff und Sebastian Poppek von der Betreiberfirma GMF habe man beschlossen, die Anlage auf "Sparmodus" weiterlaufen zu lassen, bis man die weitere Entwicklung absehen könne.

Möglicherweise sei das sogar billiger als Abtauen und wieder hochfahren, mutmaßt Rein. Und der Bürgermeister hat bereits eine Prüfung in Auftrag gegeben, welche Variante energetisch billiger ist.

Sei die Anlage noch in Betrieb, könnte man bei grünem Licht von Seiten der Politik gleich wieder loslegen. Am besten bereits im Dezember, wenn der "Wellenbrecher-Lockdown" bis dahin schon positive Wirkung zeige.

In diesem Monat hätten die Ice Dogs wenige Spiele und könnten dann das ausgefallene Programm aus dem November nachholen – "ob mit oder ohne Zuschauer", so der EVP-Vorsitzende.

Apropos Zuschauer: Der Corona-Fall hat dem Verein einigen Ärger erspart. Weil im Landkreis Bayreuth die Corona-Ampel inzwischen bei "Dunkelrot" steht, hätten nur noch 50 Zuschauer ins Eisstadion gedurft. Steffen Rein: "Wir haben heuer wegen der Euphorie um das junge Team alleine 80 Dauerkarten verkauft, dazu kommen unsere Sponsoren und auch Tagesticketkäufer. Wir hatten uns daher überlegt, diese 50 Plätze zu verlosen. Und wer am Freitag zum Zug gekommen wäre, wäre für Sonntag nicht mehr in die Tombola gekommen. Irgendjemanden hätten wir sicherlich damit verärgert. Aber das ist jetzt Schnee von gestern."

Die Vorfreude ist nun dahin, "aber wir müssen es nehmen, wie es ist", sagt der EVP-Vorsitzende. Und die Spieler müssen sich gedulden, bis sie ihre Künste den Fans präsentieren können. Vielleicht schon im Dezember, möglicherweise noch später und im schlimmsten Fall in dieser Saison gar nicht. Das entscheidet letztlich kein Eishockey-Verband oder Verein, sondern einzig Covid-19.

JÜRGEN MASCHINGUND HOLGER PETER

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