Einladung

Initiator des Fränkischen Marienwegs auf Station in Pottenstein

23.7.2021, 16:37 Uhr
Birgit Haberberger (links) führte den geistigen Vater des fränkischen Marienweges, Pfarrer Josef Treutlein (2. v. links), nach Pottenstein. Pfarrvikar Dominik Urban und Wegewart Oliver Hobuß (r.) begrüßten den neuen Marienweg durch die heimische Natur.

Birgit Haberberger (links) führte den geistigen Vater des fränkischen Marienweges, Pfarrer Josef Treutlein (2. v. links), nach Pottenstein. Pfarrvikar Dominik Urban und Wegewart Oliver Hobuß (r.) begrüßten den neuen Marienweg durch die heimische Natur. © Foto: Rosi Thiem

Durch Zufall hatte sie erfahren, dass er seinen Urlaub auf den oberfränkischen Pfaden des Weges verbrachte. Spontan wanderten sie ein Teilstück des fränkischen Marienweges von Gößweinstein nach Pottenstein zusammen und besuchten Pfarrer Dominik Urban.

Auffallend sind die neuen Wegmarkierungen mit einem klassischen Marienmotiv in den Farben Rot-Blau-Weiß, stehend für fränkisch-bayrisch. Wie kam es zu diesem Weg? Dazu Pfarrer Josef Treutlein: "Ich wandere gerne und bin immer wieder auf die Schilder vom Jakobsweg gekommen. Dabei dachte ich mir oft, wir haben in unserer Region so viele Wallfahrtsorte, warum nicht ein Weg bei uns?"

Beginn in Unterfranken

Die Idee wurde 2001 geboren und Treutlein streckte dazu zunächst nur im unterfränkischen Heimatlandkreis die Fühler aus, was aber schnell zu einer zündenden Idee durch ganz Unterfranken im Bistum Würzburg führte. Es entstanden hierzu 900 Kilometer in ganz Unterfranken.

Der Verein der Freunde und Förderer des Fränkischen Marienweges wurde 2004 gegründet. "Dann kamen die Proteste aus Mittel- und Oberfranken: Das ist doch nicht der ganze Frankenweg. Wir sind doch auch Franken", erklärte der Wallfahrtsseelsorger am Käppele. Es entstand im Laufe der Jahre ein Netz an Routen zwischen Rothenburg ob der Tauber, Nürnberg, über die südliche Frankenalb bis hoch in den Frankenwald, die Hassberge und den Steigerwald.

Zwei Routen zu rund 90 Marienwallfahrtsorten wurden geboren: die Magnificat-Route und die Ave-Maria-Route. Zentralpunkt der beiden Routen ist Bamberg mit dem Dom. Der Marienweg verbindet jetzt die drei Regierungsbezirke und die beiden fränkischen Diözesen Würzburg und Bamberg. Hier sind durch den 2020 fertiggestellten östlichen Teil weitere 1100 Kilometer an herrlicher Landschaft, eindrucksvollen Kirchen, Kapellen und Bildstöcken auf erholsamer Augenhöhe hinzugekommen und gehen in beide Richtungen.

"Das Frankenland ist ein Marienland", bekannte Treutlein. Ihm war es auch wichtig, die evangelischen Marienorte mit einzubeziehen. "Maria gehört nicht nur den Katholiken, sondern allen Christen. Dies ist nicht ein trennendes Thema, sondern ein Verbindendes", sagt er. Auf seiner Tour zwischen Lindenhardt und Sanspareil und zwischen Gößweinstein und Pottenstein fiel ihm auf, dass die Wanderwege sehr gut ausgeschildert waren. Ein Verantwortlicher dafür war Oliver Hobuß, der Wegewart und Vorsitzende des Verkehrsvereins Behringersmühle, der 25 Kilometer davon mit 300 neuen Marienschildern von Juni bis Oktober des vergangenen Jahres an Wanderwegen selbst angebracht hatte. Klar war es für ihn Arbeit, doch er winkte ab: "Für mich ist es auch Entschleunigung vom Alltag und ein Kurzurlaub für fünf bis sechs Stunden". Hobuß brachte die kleinen Wandermarkierungen von Gößweinstein, Bösenbirkig, Hühnerloh, Pottenstein über Oberhauenstein, Püttlach, Bodendorf bis zur Autobahnbrücke Trockau an, diese Route führt dann weiter nach Lindenhardt. Er empfindet den Weg als wertvolle Ergänzung, und Birgit Haberberger stimmte zu: "Da kann man zu sich selbst finden."

Pfarrvikar Dominik Urban: "Der Heilige Bernhard sagt: Niemand, der zur Mutter Gottes kommt, wird von ihr verlassen. Seit uns Jesus am Kreuz Maria zur Mutter gegeben hat, begleitet sie die Wege der Menschheit und führt uns immer wieder zu ihm." Wegen Corona wurde dieser Weg noch nicht offiziell eröffnet und eingeweiht. Dies wurde jetzt für den 15. August um 15 Uhr auf dem Marienberg bei Scheßlitz durch Erzbischof Ludwig Schick anberaumt.

Pfarrer Josef Treutlein, der sich begeistert von den Schätzen auf dem Marienweg in Oberfranken zeigte, machte auch auf die Radvariante des Weges aufmerksam. Im Herbst plant der Wallfahrtsseelsorger der Erzdiözese Würzburg einen spirituellen Vortrag in der Felsenstadt mit "Wege Marias in der Bibel und Wege durch das eigene Leben." "Der Marienweg ist noch nicht so ganz bekannt", zeigte Birgit Haberberger auf und verwies auf die informative Faltkarte, die alle Wege und interessante Kurzbeschreibungen zu den Stationen aufzeigt. Sie ist unter anderem im Tourismusbüro Pottenstein und in den Geschäftsstellen des Fränkische-Schweiz-Vereins in Streitberg erhältlich. "Irgendwann möchte ich den Weg ganz gegangen sein", nahm sich Pfarrer Treutlein – der Pionier des Weges – vor. Oft hat er sein hellblaues T-Shirt an und auf dem Weg gibt es dann mit Passanten an der Strecke das ein oder andere interessante Gespräch. Der Weg ist das Ziel.

INFO: www.fraenkischer-marienweg.de

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