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"Ja, es macht mir immer noch Spaß": Nierhoff seit 100 Tagen im Amt

Nach den ersten 100 Tagen im Amt zieht der Pegnitzer Bürgermeister sein erstes Fazit. - 07.08.2020 14:02 Uhr

Wolfgang Nierhoff ist seit 100 Tagen der neue Erste Bürgermeister von Pegnitz. Es ist ein Rund-um-die-Uhr-Job für den 50-Jährigen, der nach wie vor zu den Terminen zu Fuß geht, soweit es die Entfernung zulässt.

© Foto: Klaus Trenz


"Ja, es macht mir immer noch Spaß", sagt Wolfgang Nierhoff (PEG) deutlich. Seit 100 Tagen ist der 50-Jährige der neue Erste Bürgermeister von Pegnitz. "Ich war ja in der vergangenen Legislaturperiode als stellvertretender Bürgermeister schon in viele Prozesse eingebunden, das macht es mir etwas einfacher."

Manchmal habe der Tag zu wenig Stunden, sagt er. Von 7 bis 21 Uhr ist er meistens im Dienst. Überstunden gibt es bei einem hauptamtlichen Bürgermeister nicht. "Das ist ein 24/7-Job", sagt Nierhoff. Und auch in der Corona-Zeit sei das nicht anders. Er ist vollkommen vereinnahmt von seinem Amt. Zum Glück sei seine Frau auch beruflich sehr stark eingebunden, da kann er das mit dem Privatleben verbinden. Ab und zu versuche er, sich am Wochenende etwas Zeit frei zu schaufeln, gehe laufen oder Radfahren, sei in der Natur draußen. Aber er ist immer erreichbar.

Termine meist zu Fuß

"Ich bin ein großer Idealist und Macher, sprühe vor Energie", sagt er. Und er bekomme auch dementsprechend viel zurück. Er lasse sich immer wieder etwas Neues einfallen, laufe, wie schon vor seiner Amtszeit, überwiegend zu Terminen. Nur bei weiteren Entfernungen, zum Beispiel nach Bayreuth, Nürnberg oder München, nimmt er das Dienstauto. "Ich bin immer noch der Gleiche wie vorher", antwortet Nierhoff auf die Frage, ob sich Leute, die ihn vor Amtsantritt als Kumpel gesehen haben, anders verhalten. Hier baue er Hemmschwellen sofort ab.

Klar, manchmal komme er thematisch an seine Grenzen, aber er habe sehr gute Mitarbeiter im Haus und da weiß er, an wen er sich wenden muss. "Man kann nicht in allen Themen fit sein, aber ich bin lernbegierig." Nierhoff ist bodenständig geblieben, für ihn sind alle Leute gleich und er freut sich, wenn die Leute auf der Straße ihn freundlich grüßen, ihm positiv gegenüber sind. Man könne nicht alles sofort ändern, aber er versuche alles ernst zu nehmen und die bestmögliche Lösung zu finden. Dazu hält er immer wieder Rücksprache mit seinen Bürgermeister-Stellvertretern und der Belegschaft im Rathaus. Und auch mit dem neuen Stadtrat funktioniere es größtenteils gut, ab und zu gebe es kleine Animositäten. Manchmal wünsche er sich mehr Miteinander um der Sache Willen, es gehe schließlich nur um das Beste für Pegnitz. Er versuche immer, dem Stadtrat die Sachverhalte transparent nahe zu bringen. Trauungen hat er schon als Stellvertreter gemacht, jetzt als Bürgermeister waren es auch schon drei. "Ich habe damals die erste gleichgeschlechtliche Ehe in Pegnitz vollzogen", sagt Nierhoff. Und auch Kontakt zu den umliegenden Gemeinden habe er schon gehabt, sich bei den Nachbar-Bürgermeistern vorgestellt, sei offensiv auf sie zugegangen.

"Eine interessante Sache ist auch der Posten als einer der Stellvertreter des Landrats", so Nierhoff weiter. Meist sind das repräsentative Anlässe. Wichtig sei ihm auch das Wirtschaftsband A9/Fränkische Schweiz, dessen Vorsitzender er jetzt ist. "Wir müssen Wirtschaftskraft von außen generieren", sagt er. Und die Ökomodellregion müsse angekurbelt werden. Ebenso ist er in intensiven Gesprächen, was den Standort der Hochschule für den öffentlichen Dienst angeht. Sie soll ja nach Pegnitz kommen. "Und wir müssen neue Unternehmen nach Pegnitz holen." Er ist da zuversichtlich.

Dann sind da noch Tourismus und Naherholung, die auf seiner Agenda stehen. Ein Konzept für den Schlossberg ist im Werden, ebenso der Ausbau von Wanderwegen. "Es gibt noch viele Aspekte, an denen ich dran bin und die ich vorantreibe", sagt Nierhoff, "zum Beispiel die Digitalisierung des Rathauses und die neue Partnerschaft mit Grafenwöhr." Nierhoff sieht sich als Dienstleister für die Bürger, will für andere etwas erreichen, weil er oft die besseren Kontakte hat. "Man kann es nicht allen recht machen", sagt er. Aber er gebe alles.

FRAUKE ENGELBRECHT

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