-0°

Dienstag, 13.04.2021

|

Jedes Ei ein Unikat: So geht Färben mit natürlichen Lebensmitteln

Warum Eierfarbe kaufen, wenn es doch so einfach geht? - 01.04.2021 13:55 Uhr

Um ein unverwechselbares Ei zu bekommen, gibt Elisabeth Macht den Rat, ein schönes, strukturiertes Blatt aus dem Garten auf das zu färbende Osterei zu legen – und in einen Nylonstrumpf gewickelt und fixiert – mit zu färben.

31.03.2021 © Foto: Rosi Thiem


"Ich sammle bereits einige Wochen vorher Zwiebelschalen", verrät Elisabeth Macht aus Kühlenfels. "Hier kann man die Schalen von den roten, als auch von den weißen Zwiebeln verwenden." Rote Rüben und Spinat zum Färben kennt sie auch. Die Eier sollen gleich mit den Zwiebelschalen erwärmt werden und mindestens fünf bis zehn Minuten mitkochen, damit sie nicht aufplatzen. "Bitte aber nicht zu lange kochen, sonst wird der Dotter grün", warnt die pensionierte Lehrerin. "Anschließend mit kaltem Wasser abschrecken", sagt sie.

Auf weiß intensiver

Es können weiße, als auch braune Eier gefärbt werden, allerdings ist das Farbergebnis unterschiedlich. Die Farbe wird auf den weißen Eiern intensiver. Um ein unverwechselbares Ei zu bekommen, gibt Elisabeth Macht den Rat, ein schönes, strukturiertes Blatt aus dem Garten auf das zu färbende Osterei zu legen – und in einen Nylonstrumpf gewickelt und fixiert – mit zu färben.


So schön ist der Pegnitzer Osterbrunnen


Diese interessante Methode kennt auch Bettina Borst aus Pegnitz. Auf Youtube sah sie früher schon einmal, wie mit einem Nylonstrumpf, Pflanzen und farbintensiven Lebensmitteln Eier gefärbt wurden. "Da habe ich mich dann irgendwann einmal selbst rangetraut", erklärt die Übersetzerin. "Es ist gar nicht so schlimm", musste sie damals feststellen. Seit Jahren hat sie zu Ostern nun das Feuer gepackt und sie färbt mit Zwiebelschalen, Giersch und anderen Pflanzen selbst. Schon allein das Ausprobieren mit verschiedenen Blättern macht Spaß und ist spannend. Jedes Ei ist ein Unikat. "Ich habe schon gemerkt, nicht alle Blätter eignen sich. Ideal sind Erdbeerblätter, Giersch oder Farne", zählt sie auf. "Mit der Knoblauchsrauke hatte ich nicht so viel Erfolg. Diese klebt am Ei fest", sagt die kreative Pegnitzerin. "Wichtig ist, dass das gewählte Blatt eine ausgeprägte Silhouette hat, dann funktioniert es", lacht sie. Dieses Mal verwendete sie rote Zwiebelschalen. Mit Blaubeeren, rote Beete, Rotkohl, Kaffee, Holundersaft und Kurkuma erzielen sich ebenso hervorragende Ergebnisse. "Ich pikse vorher jedes rohe Ei oben bei der stumpfen, also flachen Stelle an. Dort befindet sich die Luftblase", erklärt sie.

In einen Strumpf gebunden

Die Eier hat sie dann mit dem mit Wasser angefeuchteten Pflanzen in den Strumpf gebunden – nach jedem Ei einen Knoten – dann ab in den Sud. Anstelle von Pflanzen ist auch eine Zwiebelscheibe möglich, die fest fixiert mitkochen darf. Hier entstehen ovale Muster mit bemerkenswerten Farbverläufen. "Heuer verwendete ich im Sud zwei Esslöffel Essig und einen Teelöffel Salz auf einen Liter Wasser. Doch im nächsten Jahr werde ich auf Essig und Salz verzichten, da es auch ohne sehr gut geht", stellt sie fest. Die Möglichkeiten, mit natürlichen Lebensmitteln zu färben, sind enorm und fantasievoll. Nach dem Abschrecken mit kaltem Wasser könnte man auch die Eier über Nacht im kalten Sud noch einmal ziehen lassen, wenn zusätzliche Farbtöne gewünscht sind.

Mit Zitronensaft können Muster gezeichnet werden, mit Garn oder Gummi umwickelte Eier lassen noch einmal eine andere Optik zaubern. Nach dem Trocknen kann das bunte Ei auf Wunsch mit Öl leicht eingerieben werden, empfehlen Macht und Borst. Dadurch werden die Farben etwas intensiver. "Früher ist hier eine Speckschwarte genommen worden", lacht Bettina Borst. "Heuer nahm ich das Sesamöl, doch es ist jedes andere Öl ebenso verwendbar."


Testzentren geöffnet: ASB bietet über Ostern Corona-Tests an


Auch das Sammeln der Zwiebelschalen empfindet Elisabeth Macht als keinen besonderen, zusätzlichen Aufwand. "Die fallen beim Kochen ja sowieso an und werden einfach extra getrennt gesammelt. Das geht ja schnell." Und Bettina Borst meint dazu: "Ich habe auch nicht viel Zeit, doch es ist wirklich nicht mehr Aufwand, als mit einer herkömmlichen Farbtablette zu färben. Da war ich damals ganz überrascht. Mein Farbwasser kann ich ohne schlechtes Gewissen in den Kompost geben und muss nicht mit der künstlichen Farbe den Kanal belasten." Im nächsten Jahr möchte Bettina Borst den Versuch mit Malvenblüten zu färben starten. Dazu sammelt und trocknet sie heuer bereits im Sommer die Blüten, die sie dann zu Ostern 2022 verwendet. "Dieses experimentiere ich dann gerne mal. Die Malvenfärbung soll eine aparte, rosa-graue Schattierung ergeben", freut sie sich schon heute.

ROSI THIEM

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Kühlenfels