Waldbrandgefahr als Risiko

Johannisfeuer werden zur Wackelpartie für Veranstalter

Frank Heidler

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21.6.2022, 18:06 Uhr
Sonnwendfeuer in Hainbronn: So wurde es noch vor wenigen Jahren gefeiert. Die Aktiven der Ortswehr hatten zur Sicherheit vor Waldbränden den umliegenden Grasboden mit Löschwasser bespritzt.

© Foto: Archiv Sonnwendfeuer in Hainbronn: So wurde es noch vor wenigen Jahren gefeiert. Die Aktiven der Ortswehr hatten zur Sicherheit vor Waldbränden den umliegenden Grasboden mit Löschwasser bespritzt.

Getanzt wurde und wird bei heimischen Johannisfeiern und -feuern üblicherweise schon lange nicht mehr. Es sei denn, einer oder eine der Feiernden hat gerade mal eine oder mehrere (Halbe?) über den Durst getrunken.

Dem Volksglauben nach sollte das Johannisfeuer Dämonen abwehren, die Krankheiten hervorrufen oder laut dem allwissenden Wikipedia "Viehschaden und misswüchsige Kinder" verhindern.

Acht Feiern geplant

In Pegnitz sollen nächstes Wochenende acht Sonnwendfeiern stattfinden. Das gilt aber nur, wenn bis dahin der im Augenblick noch hohe Waldbrand-Index "auf drei absinkt".

Selbst am zurückliegenden Hitzschlag-Wochenende haben in Pegnitzer Außenorten zwei Sonnwendfeiern stattgefunden. Auf ein groß angelegtes offenes Feuer musste in Buchau und beim SV Bronn jedoch verzichtet werden wegen der dramatisch hohen Waldbrandgefahr. Dort flackerten die Flammen ausschließlich in erlaubten Feuerschalen.

Fachgebietsleiter Stefan Reichel klärt auf: "Sonnwendfeuer sind nicht genehmigungspflichtig, wohl aber anmeldepflichtig." In der Bestätigungsmail der Stadtverwaltung an Veranstalter erhielten diese auch Merkblätter zur Verhütung von Bränden. Aber auch Hinweise, dass beispielsweise keine Altreifen oder weitere ölhaltige Substanzen verschürt werden dürften.

Die geplanten Feuer würden aus Sicherheitsgründen auch in einer elektronischen Liste der Integrierten Leitstelle eingetragen. Der Grund: "Wenn jemand Käferholz verbrennt, würde sonst die Feuerwehr ausrücken." Der Blick auf diese Liste verhindere somit einen teuren "Fehleinsatz". Außerdem werde für alle Fälle bei der Anmeldung eine Rückrufnummer angegeben zur schnelleren Erreichbarkeit.

Nicht nur altgediente Organisatoren geben zur Vereinfachung auch einen möglichen Ausweichtermin für das Sonnwendfeuer an.

Die Zahl der Sonnwendfeuer ist in Auerbach am nächsten Wochenende überschaubar. "Bei uns wird es drei Sonnwendfeiern mit einem Feuer geben", bestätigte die stellvertretende Leiterin Madlen Götz. Am Vorwochenende war in dieser Hinsicht völlige Fehlanzeige.

Mit Blick auf die am Montag noch hohe Waldbrandgefahr rechnet Götz damit: "Das wird eine knappe Kiste". Aus ihrer Erfahrung könnte sie sich aber vorstellen, dass der Waldbrand-Index bis zum Wochenende niedriger sein dürfte. Entschieden werde aber erst Donnerstag oder Freitag.

Götz unterstreicht: "Das Feuer ist ständig zu überwachen." Bei starkem Wind dürfe kein Feuer entzündet werden. Sie gibt Veranstaltern außerdem noch folgenden Hinweis: "Erst am Tag des Abbrennens sollte das Holz aufgeschichtet werden." Sonst könnten sich dort Tiere einnisten.

In Pottenstein sind für den Zeitraum zwischen Freitag, 24. Juni, und Sonntag, 26. Juni, genau sechs Sonnenwendfeiern mit jeweiligem Sonnwendfeuer angemeldet, erklärte Susanne Simmerlein aus der Rathausverwaltung. Auch am vorigen Samstag hätte ein Sonnwendfeuer der Dorfgemeinschaft Prüllsbirkig abgebrannt werden sollen. Zur Stunde des NN-Nachfrage wusste sie noch nicht, ob dieses verschoben wurde.

Bei einem Sonnwendfeier müssten mindestens grundsätzlich 100 Meter Abstand zum nächsten Wald sowie 25 Meter Distanz bei Feldgehölzen und Hecken eingehalten werden.

Zur Erlaubnis der Sonnenfeuer erklärte Simmerlein: "Das entscheiden wir gar nicht." Am Beispiel der Feuerwehr Pottenstein als Veranstalter eines dieser Sonnwendfeuer in der Stadt machte sie deutlich: "Die Pottensteiner Feuerwehr weiß am besten, ob sie ein Sonnwendfeuer durchführen kann, die haben bessere Informationen als wir."

Trotz der bevorstehenden Gewitterwoche rechnet sie damit, "dass einige der Sonnwendfeuer auch tatsächlich stattfinden könnten". Um den Zustrom feierwütiger Festgäste macht sich Simmerlein keine Sorgen. "Nach der Corona-Pause im Vorjahr freut sich jeder, wenn er heuer wieder raus kann zu Festen."

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