Samstag, 28.11.2020

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Jubel und Auseinandersetzungen: Schnabelwaider Bürgermeister im Gespräch

Der Schnabelwaider Bürgermeister Hans-Walter Hofmann geht auf die gerade abgewendete Schulschließung und den Wasser-Ärger ein. - 28.08.2020 14:55 Uhr

Der Schnabelwaider Bürgermeister Hans-Walter Hofmann an seinem Arbeitsplatz im Rathaus. Er erledigt einen Teil der Rathaus-Tätigkeit aber auch in seiner Rechtsanwaltskanzlei.

27.08.2020 © Foto: Julian Hofmann (oh)


Eine unerwartete Wendung bekam das NN-Rathausgespräch bei Bürgermeister Hans-Walter Hofmann: Dann nämlich, kurz vor der Mittagszeit, ploppte auf seinem Handy die SMS seines Vize-Bürgermeisters Dietmar Hemm auf: "Die Schule ist gerettet". Für Hofmann sofort ein Grund zum Jubeln und befreitem Auflachen.

Im vorherigen, mehr als einstündigen Journalistengespräch hatte er die Nachteile einer Schulschließung aufgezählt: "Wenn die Kinder einmal in Creußen sind, kommen sie nicht mehr zurück."

Da hätte auch die Erweiterung des Kindergartens samt Hortgruppe - immerhin ein drei-Millionen-Projekt - in dieser Form keinen Sinn mehr gemacht. Gravierende Auswirkungen hätte es auch beim Gregori-,Fest gegeben: "Es wird kein Gregorifest geben, wenn die Schüler in Creußen sind", hatte er erst wenige Minuten vor der Jubelbotschaft erklärt.

Schülerzahl steigt wieder

Die schiere Geburten- und Einschulungsstatistik (und die Unterstützung von Wahlkreisabgeordneten) hatte schließlich Kultusminister Michael Piazolo überzeugt. Denn dieser zufolge steigt die Gesamtschülerzahl in Schnabelwaid im Schuljahr 2021/2022 auf 29 Kinder, ein Jahr später an Bayerns kleinster Grundschule sogar auf 36 Kinder.

Und noch einen Vorteil stellte der Bürgermeister für "seine" Grundschule heraus: "Unsere Schule ist Corona-tauglich". Im Gegensatz zu anderen Grundschulen habe man nach Pfingsten "mit allen Kindern gleichzeitig den Präsenzunterricht beginnen können".

Das Bangen um die Schule war aber nicht der einzige Aufreger für den Rathauschef im Corona-Jahr. Hofmanns vorläufiges Zwischenresümee: "Der menschliche Austausch blieb unter Corona auf der Strecke." Keine Probleme gab es unter Corona beim Kanalbau in der Bahnhofstraße. Hier werde weiter gearbeitet.

Im nächsten Augenblick ergänzt er mit Nachdruck: "Projekte blieben nicht auf der Strecke." Wie bereits vorher angedacht war Fräsgut aus der Bundesstraße auf Flurbereinigungswegen verteilt worden. Dafür sei allerdings wegen der knappen Baumaßnahmen unter Corona heuer erstmalig eine kleine Gebühr fällig gewesen.

Beim Kindergarten habe man "lange" auf eine Baugenehmigung gewartet. Nun wollte man angesichts der drohenden Schulschließung nichts überstürzen. Ungewiss waren wegen der Schul-Kalamitäten auch die Planungen für das neue Baugebiet Schnabelwaid West. Ziel war, die Baupreise günstiger als Creußen und Pegnitz zu gestalten. "Das werden wir hinkriegen." Bei 25 Bauparzellen gebe es Hofmann zufolge bereits jetzt für die Hälfte Interessenten. Wegen Corona kam es hier zu geschätzten 14 Tagen Zeitverzögerung.

Mehrausgaben wegen der Pandemie sah der Bürgermeister nicht. Im Haushalt nicht vorgesehen waren heuer die 80 000 bis 90 000 Euro für einen neuen Schacht zur Wasserversorgung. Die Eilentscheidung zum möglichen Andocken ans Juragruppenwasser bei Bedarf hatte der Bürgermeister im Alleingang gefällt.

Nachlassende Schüttung

Heuer im Frühjahr war Hofmann von seinem Wasserwart über eine nachlassende Schüttung der bisherigen Trinkwasserquelle im Kitscheinrain informiert worden. Bei einer Kamerabefahrung hatte sich herausgestellt, dass wegen Wurzelwerks eine Sanierung der alten Quelle im Kitschenrain erforderlich sei. Darüber gab es schon Auseinandersetzungen mit Bürgern (wir berichteten). Während der Sanierungsmaßnahme soll eine Belieferung durch die Juragruppe erfolgen.

In diesem Jahr hatte Schnabelwaid sechs Corona-Infizierte, "Ich kenne alle", sagt Hofmann.

Die wirtschaftlichen Folgen spürt die Kommune schon jetzt: "Die wenigen Betriebe, die wir haben, haben die Gewerbesteuervorauszahlungen gestundet." Vielleicht sei deshalb das Aufstellen eines Nachtragshaushaltes nötig. Dennoch ist er überzeugt: "Corona zwingt uns nicht in die Knie." Schon immer sei Schnabelwaid gewohnt, mit wenigem zu haushalten." Hofmanns Urlaubswünsche sind bescheiden: "So wie im Vorjahr". Für die eine Urlaubswoche in Südtirol wird er aber voraussichtlich erst im Herbst Zeit finden.

FRANK HEIDLER

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