Jubiläumswochenende zu Ehren der legendären Gruppe 47

24.8.2017, 20:44 Uhr
1967 traf sich die Gruppe 47 in der Pulvermühle bei Waischenfeld zum letzten Mal nach altem Muster.

1967 traf sich die Gruppe 47 in der Pulvermühle bei Waischenfeld zum letzten Mal nach altem Muster. © Foto: Tourismuszentrale

An diesen Tagen sollen noch lebende Mitglieder der Gruppe 47 mit noch jungen Schriftstellerkollegen in der Öffentlichkeit zusammenkommen, um zu lesen und zu diskutieren. Damit soll der Allgemeinheit gezeigt werden, dass der Geist und das Vermächtnis der damaligen Autoren auch heute noch lebendig und aktuell sind.

Vom 14. bis 15. Oktober wird der offizielle Teil der Jubiläumsveranstaltung "50 Jahre Tagung der Gruppe 47 in der Pulvermühle" in und um Waischenfeld stattfinden. Aktionsmittelpunkt wird neben der Pulvermühle, dort, wo die letzte reguläre Tagung der Gruppe 47 nach altem Schema im Jahre 1967 stattfand, der Fraunhofer Forschungscampus und die Burg in Waischenfeld sein.

Hoch über dem Ort thronend beherbergt sie ein stilvolles, gemütliches Ambiente und bietet schöne Ausblicke in die umgebende Natur. Hier soll eine Ausstellung zur Gruppe 47 aufgebaut und der Film von Andy Ammer (SWR) gezeigt werden. Geplant sind außerdem 20 bis 30 Lesungen, Autorengespräche und Podiumsdiskussionen mit Schriftstellern und Zeitzeugen. Zusagen aus dem Kreis der Gruppe 47 liegen unter anderem von Jürgen Becker, Friedrich Christian Delius, Hans Magnus Enzensberger, Michael Krüger, Barbara Frischmuth, Elisabeth Plessen, Inge Jens, Manfred Hein, Günther Herburger und Hans Christoph Buch vor. An jungen Autoren haben Zehra Cirak, Simon Strauß und Nora Bossong schon zugesagt.

Nachhaltig und dauerhaft

Dr. Karla Fohrbeck, die frühere Kulturreferentin der Stadt Nürnberg, hat im Auftrag der Stadt Waischenfeld die Koordination und Programmgestaltung des Jubiläums übernommen, das vor allem eines erreichen soll: Eine nachhaltige und dauerhafte Literaturveranstaltung ins Leben zu rufen, die eventuell sogar in ein Literaturfestival mit einem Literaturpreis münden kann. Ab dem 20. September wird es eine Homepage zum Thema geben unter: www.gruppe47.de

Rückblick: Ein Kreis Gleichgesinnter, wollten die Schrecken des Zweiten Weltkrieges möglichst schnell vergessen und ein neues Alltagsleben beginnen. Da ihr gemeinsames Vorhaben im Jahr 1947 begann, nannten sie sich "Gruppe 47". Schauplatz war das Haus der Schriftstellerin Ilse Schneider-Lengyel am Bannwaldsee bei Füssen, wo im September ebenfalls eine Erinnerungsveranstaltung zur Gruppe 47 stattfinden wird.

Draht zum Nachwuchs

20 Jahre später: 1967 traf sich die Gruppe 47 in der Pulvermühle bei Waischenfeld zum letzten Mal nach altem Muster. Mittlerweile gab es Studentenunruhen wegen Axel Springers Pressekonzentration, Gerüchte über die Auflösung der Gruppe und es fehlte der Draht zu den Nachwuchsschriftstellern, wie einige "Altgediente" im Nachhinein feststellten.

50 Jahre danach: Es wäre schade, so der allgemeine öffentliche Tenor, würde die Gruppe der Nachkriegsschriftsteller mit bekannten Autoren wie Ingeborg Bachmann, Günther Grass, Martin Walser oder Heinrich Böll, sang- und klanglos aus dem Gedächtnis verschwinden. Männer und Frauen, die das Nachkriegsdeutschland und den Aufbau der jungen Nation geistig und politisch mitgestaltet und geprägt haben.

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