Donnerstag, 02.04.2020

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Juragruppe hat Arbeit an Baustellen vorsorglich gestoppt

Zweckverband will die Wasserversorgung gewährleisten - Zwei Trupps im Wechsel im Einsatz - 25.03.2020 17:41 Uhr

Die Juragruppe hat wegen der Corona-Epidemie alle Arbeiten an Baustellen eingestellt. Solche Arbeiten, wie hier der Bau der Ringleitung für Leups im vergangenem Jahr, werden in der jetzigen Situation nicht mehr durchgeführt. © Foto: privat


Schon in normalen Zeiten ist für die Menschen sauberes Wasser unverzichtbar. Doch zurzeit wäre es eine Katastrophe, wenn es nicht mehr aus den Leitungen fließen würde. Denn um sich vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen, gehört regelmäßiges, gründliches Händewaschen zu den absoluten Notwendigkeiten.

Das weiß auch Hans Hümmer, Werkleiter des Wasserzweckverbandes zur Versorgung der Juragruppe. Damit auch in der Corona-Krise die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser gesichert ist, hat die Juragruppe seit vergangener Woche auf einen Zwei-Schicht-Betrieb umgestellt. Von den zehn Mann des technischen Betriebs arbeitet jeweils immer die Hälfte.

Der Wechsel erfolgt in einem Rhythmus von 14 Tagen. Während fünf Mitarbeiter im Einsatz sind müssen die anderen fünf zu Hause bleibe. Sie feiern in dieser Zeit Überstunden ab, nehmen Resturlaub oder sind vom Dienst freigestellt.

Dass die Einheit getrennt wurde hat einen einfachen Grund. Falls die eine Hälfte wegen Corona ausfällt, kann wenigsten die andere Hälfte noch eingesetzt werden. "Die Wasserversorgung muss gewährleistet sein", betont Hümmer, der selbst bis Freitag noch unter Quarantäne steht und deshalb sein Haus in Trockau nicht verlassen darf. "Ich selbst bin negativ getestet worden, hatte aber Kontakt zu jemand, der mit dem Corona-Virus infiziert ist", so Hümmer.

Komplett eingerichtet

Nun leitet er vom eigenem Heim aus die Juragruppe und ist froh, dass er einen komplett eingerichteten Heimarbeitsplatz mit einer "leistungsfähigen PC-Anlage" hat. Über sie lässt sich die Fernwirktechnik steuern. Auch unter solchen Gesichtspunkten sei dies kein Problem, meint der Werkleiter.

Ebenfalls einen Heimarbeitsplatz hat sein erster Stellvertreter Daniel Hofmann, der die Technische Leitung innehat. Die administrative Führung ist auf diese Art und Weise doppelt gesichert. Man müsse ruhig bleiben und jeder müsse Verantwortung für seine Aufgaben übernehmen.

"Die Anlage muss laufen", sagt Hümmer, fügt aber hinzu: "Man weiß nie, was kommen kann." Die Mitarbeiter seien instruiert. Sie müssen die Hygienevorschriften beachten und ausreichend Abstand halten – wie alle Menschen in diesen Tagen. Bei der Arbeitsverteilung am Morgen beispielsweise müssen sie zwei Meter auseinander sein. Wer Anzeichen einer Erkrankung wie Husten, Schnupfen oder Husten verspürt, müsse sich sofort melden.

Obwohl, wie Hümmer hervorhebt, das Robert-Koch-Institut eine Übertragung des Corona-Virus über das Trinkwasser für nahezu ausgeschlossen hält, geht die Juragruppe auf Nummer sicher. Bis auf Weiteres sind alle Arbeiten an Baustellen gestoppt worden. Auch der Austausch von Zählern findet nicht mehr statt – all die Tätigkeiten, bei denen die Mitarbeiter mit offenem Wasser in Berührung kommen. "Wir fahren alles runter soweit es geht", sagt der Werkleiter. Bei Rohrbrüchen jedoch muss gehandelt werden, dann rücken die Techniker aus und "flicken" die Leitung. Momentan jedoch gebe es keine Rohbrüche. "Wir haben nur noch ein Zehntel der Rohrbrüche, die wir früher hatten", sagt Hümmer. Damit stehe der Wasserzweckverband bayernweit an der Spitze.

"Personell gut aufgestellt"

Der Werkleiter ist froh, dass er über mehrere Mitarbeiter verfügt. "Wir sind in dem glücklichen Zustand mit zwei Trupps arbeiten zu können." Andere Wasserversorger seien derzeit in einen schwierigen Situation. Manche hätten nur einen Wasserwart. "Wenn der ausfällt, was ist dann?" Die Juragruppe sei personell gut aufgestellt "Wir harren der Dinge, die da kommen. Wir sind bestmöglich vorbereitet", sagt Hans Hümmer.

HANS-JOCHEN SCHAUER

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