Dienstag, 10.12.2019

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Kamelfelsen bald Geschichte?

Laut Bauvoranfrage soll das Brigittenheim um zwei Gruppen erweitert werden. - 08.11.2019 08:55 Uhr

Der so genannte Kamelfelsen in der Nähe des Brigittenheims. Kommt der Neubau, für den im Stadtrat eine Voranfrage gestellt worden ist, dann müsste die Felsformation weichen.


Es handelt sich zwar nur um eine Bauvoranfrage, aber die könnte offensichtlich für jede Menge Zündstoff sorgen: Kommt die beantragte Erweiterung des Brigittenheims, dann müsste der so genannte Kamelfelsen weichen. Ein Unding, fand Stadtheimatpfleger Helmut Strobel nach Ende der jüngsten Sitzung des Stadtrats. Wenn das so kommt, wird er sich notfalls draufsetzen, kündigte er gegenüber den Medien bereits Protest an.

Laut Bauvoranfrage soll das Brigittenheim um zwei Gruppen erweitert werden. Und dies geht nur mit einem Neubau unabhängig vom bestehenden Gebäude. Laut Rathausverwaltung sei die Erweiterung nur auf einem städtischen Grundstück möglich. Darüber aber, so Bürgermeister Uwe Raab (SPD), habe der Stadtrat eine separate Entscheidung zu treffen. "Jetzt muss erst einmal die Genehmigung abgeklärt werden."

Hanggelände

Manfred Kohl, Leiter der Bauverwaltung im Rathaus, erläuterte den zweigeschossigen Neubau mit einem so genannten Staffelgeschoss, das gegenüber den unteren Etagen zurückgesetzt ist. Kohl wies aber auch darauf hin, dass das Bauvorhaben eine nicht unerhebliche "Geländemodellierung" mit sich bringen werde. Da es sich um ein Hanggelände handelt, sei auf der einen Seite eine Abgrabung und auf der anderen Seite eine Aufschüttung in der Größenordnung von rund zweieinhalb Metern zu erwarten.

Der Neubau füge sich laut Bauverwaltung in die Umgebung ein. Kohl schlug vor, das gemeindliche Einvernehmen für die Bauvoranfrage zu erteilen, auch wenn das Vorhaben einen Eingriff in die Grün- und Felsstruktur bedeute. Dr. Sandra Huber (Grüne) sah den Antrag eher kritisch. "Es würde mir schon weh tun, wenn da Stützmauern entstehen", sagte sie. Sie schlug außerdem ein benachbartes Wiesengrundstück für den Neubau vor. "Wir haben über den Antrag zu entscheiden, nicht über Alternativen", sagte der Bürgermeister auf den Vorschlag hin. Und er ließ durchblicken, dass es bei der Alternative Probleme beim Erwerb geben werde.

Zusätzliche Infrastruktur

Raab machte kein Hehl daraus, dass der Kamelfelsen bei einem möglichen Neubau wohl geopfert werden müsse, um eine Erweiterung möglich zu machen. "Wir gewinnen dadurch zusätzliche soziale Infrastruktur", erklärte er. FWG-Fraktionssprecher Thomas Schmidt stellte sich die Frage, woher denn das Personal bei mehr Heimplätzen kommen soll. Wie sei denn die Prognose beim Seniorenwohnprojekt, das auf dem Gelände des früheren Posthotels geplant ist. "Wer soll denn die Arbeit machen", so Schmidt. Raab erwiderte, dass im Bauantrag nicht drinstehe, die personelle Seite zu betrachten. Mit 18 zu fünf Stimmen gab der Stadtrat grünes Licht für die Bauvoranfrage, die nun dem Bayreuther Landratsamt zu Genehmigung vorgelegt wird.

Gar nicht einverstanden zeigte sich Heimatpfleger Strobel mit dem Beschluss, der die Beseitigung des Kamelfelsens zur Folge hat. Es müsste dringend geprüft werden, ob die Felsformation nicht geschützt sei. "Nein, der Kamelfelsen steht nicht auf der Liste der Naturdenkmäler im Landkreis Bayreuth", sagte der Pressesprecher des Landratsamtes, Herbert Retzer. Es hatte die Anfrage der Redaktion im Amt umgehend prüfen lassen.

MICHAEL GRÜNER

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