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Kater Mimo wartete zehn Monate lang an fränkischer Raststätte auf Herrchen

Tierliebe Helfer ermöglichten seine Rückkehr in die Schweiz - 14.05.2020 13:59 Uhr

Es war eine aufmerksame Katzenliebhaberin, die die Odyssee des kleinen Mimo endlich beendete. Um den 4. Mai fiel der Leipzigerin an der Autobahnraststätte bei Pegnitz an der A9 ein Kater auf, der dort herrenlos auf jemanden zu warten schien.

Sie fotografierte den lieben und anhänglichen Kater und recherchierte dann zuhause weiter. Dank ihrer Fotografie konnte sie seine Tätowierung im Ohr feststellen und daraufhin die Tierrettung Bayreuth informieren.

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Am 4. Mai wurde Mimo von den Mitarbeitern mit Hilfe von ausgelegtem Futter eingefangen. Hilfsbereite und tierliebe Handwerker, die auf der Raststätte tätig waren, halfen eifrig bei der Tierrettung mit. Nach vielen Telefonaten klärt sich schließlich die tragische Geschichte des Katers: Mimo kommt ursprünglich aus Lindau am Bodensee, das dortige Tierheim hatte ihn in die Schweiz an den Genfer See vermittelt.

Keine Spur trotz Suchaktion

Von dort aus war er am 2. Juli 2019 mit seinen Besitzern auf eine Reise nach Berlin aufgebrochen. Doch an der Raststätte in der Fränkischen Schweiz verschwand er auf unerklärliche Weise bei einem Stopp aus dem Auto - direkt an der A9. Seine Herrchen suchten nach ihm, konnten ihn aber nicht mehr wiederfinden.

Wie das Tierheim Bayreuth berichtet, gaben die Besitzer die Hoffnung nie auf: "Verzweifelt sind sie immer wieder zur Raststätte gefahren, haben Mimo gesucht, die Mitarbeiter befragt, Plakate aufgehängt, durch die anliegenden Orte gefahren, haben die Tierärzte in der Umgebung angerufen – doch keine Spur von Mimo."

Mimo jedoch hatte ebenfalls nie aufgehört, an ein Wiedersehen zu glauben: Er war in diesen zehn Monaten immer wieder auf der Raststätte und wartete. Dabei wurde er immer wieder gesehen, als er dort saß und die ankommenden Autofahrer beobachtete.

Er wurde vor Ort offenbar gefüttert, vielleicht war er auch in den umliegenden Ortschaften unterwegs. "Irgendwie hat es sich nicht ergeben, dass jemand die Suchaktionen der Besitzer mit dem Kater in Verbindung brachte", kommentierte das Tierheim.

Probleme durch Corona

So lange, bis die aufmerksame Katzenliebhaberin aus Leipzig aktiv wurde. Sie brachte letztlich den Stein ins Rollen. Mimo wurde in der Obhut der Tierrettung Bayreuth tierärztlich betreut, Mitarbeiter beschrieben ihn als gesund und sehr lieb und anhänglich. Besonders rührend war der Moment, in dem Mimos Halter über seinen Fund informiert wurden:

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Als der kleine Ausreißer bei einem Telefonat der Tierrettung über Lautsprecher die Stimme seines Herrchens hörte, fing er sofort an, herzzerreißend zu miauen. Auch die Freude seines Besitzers war groß: "Er konnte kaum glauben, dass sein Mimo wiederkommt, und wollte überglücklich sofort losfahren, um ihn zu holen. Leider war in der Schweiz aufgrund der Corona-Problematik eine Ein- und Ausreise derzeit nicht möglich, und auch Mimo durfte nicht ohne weiteres über die Grenze", erklärte das Tierheim Bayreuth in seiner Meldung.

So musste die Heimreise von Mimo erst mit den Behörden geklärt und organisiert werden. Es fand sich dann ein tierlieber Herr, der beruflich unterwegs war und nach Absprache mit Mimos Familie bereit war, diesen von Bayreuth nach Zürich mitzunehmen.


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Am Sonntagabend wurde Mimo dann von der Tierrettung Bayreuth an den hilfsbereiten Pendler übergeben, gut versorgt und sicher in einer Transportbox. In Zürich dann hatte das lange Abenteuer von Mimo dann endlich ein glückliches Ende: Sein Herrchen holte ihn ab und kam am Montagmorgen, am 11. Mai, wohlbehalten zuhause an.

Nach zehn Monaten auf einer Autobahnraststätte nahm Mimos Odyssee ein glückliches Ende - dank aufmerksamer und hilfsbereiter Tierfreunde, einiger glücklicher Zufälle und Mimos unerschütterliche Hoffnung auf ein Wiedersehen mit seiner Familie.

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