Jörg Neubauer geehrt

Kein Fördertopf war mehr sicher im Dienst für die Pfarrei Volsbach

Rosi Thiem

22.6.2022, 05:02 Uhr
25 Jahre Mesner Jörg Neubauer (Mitte), Volsbach. Im Bild Pfarrgemeinderätin Inge Debuday (links) und Pfarrer Mathew Anyanwu (rechts) ehrten beim Gottesdienst am Samstagabend in Volsbach den fleißigen und allzeit gut gelaunten Mesner.

© Foto: Rosi Thiem 25 Jahre Mesner Jörg Neubauer (Mitte), Volsbach. Im Bild Pfarrgemeinderätin Inge Debuday (links) und Pfarrer Mathew Anyanwu (rechts) ehrten beim Gottesdienst am Samstagabend in Volsbach den fleißigen und allzeit gut gelaunten Mesner.

"Bei uns klopften verschiedene Projekte an die Tür und du machtest die Tür auf", sagte Debuday in ihrer Laudatio. "Hier denke ich an das Jahr 2009. Das Jahr läuft ganz harmlos an, nur das alte Pfarrzentrum braucht eine neue Haustür. Jedoch bringt die Inaugenscheinnahme durch das Bauamt des Erzbischöflichen Ordinariats Bamberg überraschend ans Licht, dass dieses Haus nicht mehr den Anforderungen an derartige Gebäude entspricht – ein energetischer Totalschaden. Kurzum: Abriss und Neubau", legte sie die damalige arbeitsreiche Zeitspanne fest.

Auch Kirchenpfleger

Inzwischen war Jörg Neubauer neben dem Mesner auch noch Kirchenpfleger, als er 2009 nach dem Rücktritt des bisherigen Amtsinhabers kurzerhand einsprang. "Aber damit nicht genug", fuhr Debuday mit ihrer Überraschungsrede fort. "Dank deiner guten Planung und Arbeitsleistung von 2010 bis 2012 konnte das Pfarrzentrum im Jahr 2013 eingeweiht werden. Allerdings hatte es auch den Minijob als Hausmeister für dich im Gepäck.

Das nächste Projekt klopfte 2016/2017 an die Tür und du, Jörg, machtest auf: Es war die Sanierung des historischen Dachstuhls mit immensen Kosten und die Chance, den Kirchturm gleich mit einzubeziehen. Es kam eine kurze Verschnaufpause und es klopfte erneut", erinnerte Debuday.

"Hier bat die Innensanierung unserer Pfarrkirche um Einlass", malte sie die umfangreichen, zurückliegenden und abgeschlossenen Arbeiten aus. "Nun, genügend projekterfahren, gingst du, Jörg, mit deinen Helfern die nächste Großbaustelle an.

Kein Fördertopf war vor dir sicher", lobte sie rückblickend das hohe und zeitraubende Engagement des dreifachen Familienvaters. "Alle Fördertöpfe werden angezapft, damit unsere Pfarrgemeinde geringstmöglich belastet wird."

Dies bestätigte auch Pfarrer Mathew Anyanwu, der Neubauer als die rechte Hand des Pfarrers bezeichnete und seine Sauberkeit lobte. Die Ministranten zollten ihm in einem extra verfassten Gedicht Respekt und bezeichneten ihn liebevoll als "Prozessionsspinner", weil er diese Veranstaltungen besonders gerne ausschmückt und hingebungsvoll mit Leben erfüllt.

Für den 53-jährigen Jörg Neubauer, der einen großen Rückhalt von seiner Ehefrau Petra genießt, war es eine große Überraschung und alle Verantwortlichen hielten dicht.

Warum machte er diesen ehrenvollen Dienst über all die vielen Jahre? "Eigentlich sind es schon 40 Jahre", grinste er nur. Damals, als 13-jähriger Jugendlicher, half er seinem Nachbarn Georg Brendel, der das Mesner-Amt zu diesem Zeitpunkt innehatte.

Hineingewachsen

"Hier durch meinen Nachbarn bin ich hineingewachsen. Er ließ mir auch schon sehr viel allein tun. Auch der damalige Pfarrer Josef Hanus, er ist bereits verstorben, hat mich damals mit auf den Weg gebracht und ich durfte ihn oft im Pfarrhaus besuchen und über die Schulter schauen." Dabei war der Volsbacher Jörg Neubauer nie Ministrant. "Das mache ich jetzt – das Ministrieren – wenn einer der Ministranten seinen Dienst vergisst und nicht zur Messe kommt", zwinkerte er lächelnd.

1985 war er mit 16 Jahren auch schon ein sehr junges Mitglied im Pfarrgemeinderat. 1995 ließ er sich zum Wortgottesdienstleiter qualifizieren. Am 1. Juli 1997 bestellte ihn das erzbischöfliche Ordinariat Bamberg dann offiziell zum Mesner. Jahrelang vorher war er bereits auch die rechte Hand der damaligen Mesnerin – der Beckn Lina –, wie Debuday sie heimatverbunden nannte.

Im Jahr 2000 wurde er zum Wallfahrtsführer bestellt und im Jahr 2008 initiierte er das Kerzengießen mit den Ministranten für die ewige Anbetung. Aus anfänglich 90 jährlichen Kerzen wurden in einem eigenständigen Team im vergangenen Jahr 2021 inzwischen 3800 Kerzen für die Prozession. "Du bringst Volsbach zum Leuchten", merkte die Pfarrgemeinderätin ehrlich an.

Jörg Neubauer, der in seinem Beruf als Unfallsachbearbeiter bei der Bayreuther Berufsgenossenschaft tätig ist, hatte allerdings einen Wunsch: "Ich brauche für die Zukunft Hilfe. Ich bin keine 25 mehr, sondern 53. Jeder Handgriff hilft auch mir. Ich bräuchte Unterstützung für Wallfahrten, der Friedhofspflege und dem öffentlichen Gelände. Es wäre schön, wenn sich einige melden würden." Jetzt ist die gesamte Pfarrgemeinde gefragt.

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