Sonntag, 05.04.2020

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Keine großen Veränderungen im Pottensteiner Rathaus

In Pottenstein dürfen sich je drei Parteien über jeweils einen Platz mehr freuen. - 16.03.2020 19:32 Uhr

Im Pottensteiner Stadtrat sind ab sofort acht neue Kommunalpolitiker Teil der Sitzungen. © Luisa Degenhardt


Hier gab es zwar keine großen Überraschungen, aber dafür dürfen sich drei Parteien über je einen Platz mehr freuen. Stefan Frühbeißer wird als Bürgermeister keinen Posten im Stadtrat besetzen.

Für Maria Dreßel aus Waidach war es ein besonderer Abend, denn sie holte für die Freie Wählergemeinschaft (FWG) die meisten Stimmen aller Kandidaten — nach Stefan Frühbeißer. Mit 2034 Stimmen erreichte sie 19,10 Prozent für die FWG. Mit insgesamt 19,06 Prozent der Stimmen hat die Wählergemeinschaft damit in der nächsten Periode vier Sitze im Stadtrat.

"Ich war noch um drei Uhr morgens wach und war erstaunt, als ich die Zahlen gesehen habe. Jetzt wartet wieder viel Arbeit auf mich. Das sind die Früchte, die ich jetzt ernte", sagt sie zum Wahlausgang. Die Menschen hätten die Wichtigkeit ihrer Arbeit erkannt. Vor allem in den Bereichen Kultur, Kinder und Familie haben die Wähler sie kennengelernt.

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Acht neue Gesichter gibt es künftig im Pottensteiner Stadtrat

Stefan Frühbeißer bleibt als Bürgermeister im Rathaus. Doch an anderer Stelle tut sich etwas. Insgesamt acht neue Gesichter werden in Zukunft im Stadtrat vertreten sein.


"Ich kann damit etwas repräsentieren und zeigen. Frauen müssen mutiger sein und sich um solche Ämter bemühen", erklärt sie."Ich hätte mir gewünscht, dass noch mehr Frauen in den Stadtrat einziehen. Jetzt kann ich erst mal auf sechs Jahre Stadtrat aufbauen und weitermachen. Das ist für mich ein Auftrag." Neben Dreßel steigt Johannes Frosch in den Stadtrat-Ring.

Im Dezember wurde Frosch von Maria Dreßel gefragt. "Ich habe eine Chance gesehen. Ich bin der einzige Unternehmer aus dem Ortskern Pottenstein", sagt Frosch. Er sei einer der wenigen, der hier wohnt und lebt. Deshalb habe er sich aufstellen lassen. Aber mit so einem Ergebnis habe er nicht gerechnet. Der Neuling holte "mehr Stimmen als so manch etablierter Stadtrat." Insgesamt 1231. Die drittmeisten Stimmen erhielt Bürgermeisterkandidat Christian Weber. Mit der Jungen Liste (JL, 11,51 Prozent) zieht Weber, neben Klaus Thiem, nun in den Stadtrat. "Nachdem ich jetzt erst ein Jahr hier wohne, kann ich schon zufrieden sein", sagt Weber, "auf Anhieb 29 Prozent und von allen Stadtratskandidaten auf Platz drei, damit bin ich sehr zufrieden." Weber erhielt 1691 Stimmen.

Das Ergebnis zeige ihm, dass er einen großen Rückhalt in der Bevölkerung habe."Es geht ja irgendwann um den zweiten oder dritten Bürgermeister. Darüber müssen wir uns alle noch unterhalten. Ich rechne jetzt erstmal nicht damit, aber würde nicht nein sagen, wenn man mich fragt."

Mit 16,3 Prozent der Stimmen verlor die BPU (Bürger Pottenstein und Umland) einen Sitz und kann sich das nur schwer erklären. "Wir haben eventuell bei dem Wunsch nach Verjüngung Wähler verloren. Wir haben viele Stimmen verloren. Wo sie hingewandert sind? Ich denke zur Jungen Liste." Das sagt Norbert Hartmann (BPU). Man müsse auch sehen, dass die meisten Stadträte aus der Umgebung kämen. Lediglich drei Kandidaten seien aus dem Ortskern Pottenstein. "Unser Signal ist nicht angenommen worden. Die Arbeit am Standort Pottenstein ist eine Mammutaufgabe. Wir haben viele Themen, die wir im Stadtrat nun durchsprechen müssen."

Auch die CSU verlor mit 15,97 Prozent einen Sitz. Die meisten Stimmen erhielt Dr. Franz Macht (1419 Stimmen). Hans Gmelch vertritt seine Partei (SPD) weiter mit einem Ratssitz. Neu im Gremium ist Daniel Hofmann.

Die CWU-UWV schaffte 14,32 Prozent. Sie verlor ebenfalls, wie zwei weitere Parteien, einen Sitz im Stadtrat. "Man muss schauen, was sich da ergibt", so Hofmann, "das ist Neuland für mich." Er freue sich, im Stadtrat zu sitzen, "und über die vielen Stimmen".

Nicht mehr im Stadtrat sind Andreas Eichenmüller (CSU), Robert Bärtlein (CWU-UWV), Josef Ringler (CWU-UWV), Manfred Schaffer (CWU-UWV), Georg Schmitt (BPU), Heinrich Plank (FWG) und Hans Schleicher (BU).

Vom neuen Stadtratsmitglied Matthias Dreßel (CWU-UWV) haben wir leider keine Bilder bekommen, deren Auflösung für den Druck ausreichend gewesen wäre.

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Das sind die neuen Pegnitzer Stadträte

Ab dem 1. Mai hat der Stadtrat acht neue Mitglieder. Vier Amtierende, die sich am Sonntag erneut zur Wahl stellten, haben den Einzug nicht mehr geschafft. Die SPD verliert zwei Sitze und hat nur noch vier, die FWG verliert ebenfalls zwei Mandate, die aber quasi die Freien Wähler für sich holen. Einen Sitz weniger hat die CSU. Die Grünen und die Pegnitzer Gemeinschaft legen je zwei Mandate zu. Zukunft Pegnitz bleibt bei einem Sitz.


MARTIN BURGER

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