Kintopp in Hollfeld bald komplett barrierefrei

17.5.2021, 19:36 Uhr
Stefan Stenglein investiert in eine Modernisierung des Kintopps, unter anderem gibt es einen Anbau für neue Sanitäranlagen (im Bild) und eine größere Küche.

Stefan Stenglein investiert in eine Modernisierung des Kintopps, unter anderem gibt es einen Anbau für neue Sanitäranlagen (im Bild) und eine größere Küche. © Foto: Stefan Brand

Zumal auch die sanitären Anlagen betroffen sind. "Da wird das dann schwierig", sagt Stefan Stenglein. Er hat das Gebäude 2017 von seinem Bruder gekauft, engagiert sich auch bei den Kintopp-Freunden, dem Trägerverein für das Kino. Von Anfang an sei es sein Ziel gewesen, die Immobilie aufzuwerten und "damit auch ihren Fortbestand zu sichern". Stammt sie doch aus den 1950-er Jahren und benötige in Teilbereichen einer Auffrischung.

Das gilt vor allem für den WC-Bereich. Der ist nämlich im Gegensatz zum Foyer mit seinem gastronomischen Angebot und dem Kinosaal selbst nicht barrierefrei. Diese Barrierefreiheit ist so etwas wie ein Markenzeichen des Kintopps, das mit seiner mehrfach ausgezeichneten Silberfilm-Reihe gerade auch Senioren und Menschen mit Behinderungen anspricht. "Du kommst mit dem Rollator oder mit einem Rollstuhl überall hin, aber eben nicht auf die Toilette", berichtet Stenglein.

Dieses Problem löst er jetzt mit einem Anbau an der Rückseite, "das dafür nötige Grundstück hatte ich bereits nach dem Kauf erworben, um Handlungsfreiheit zu haben". Ein zweiter, kleinerer Anbau soll die Kapazität der Küche erweitern. Was zunächst einmal eher bescheiden klingt, ist letztlich ein durchaus respektables Bauprojekt – mit einem Kostenvolumen von fast 100 000 Euro. Daher hat es auch geraume Zeit bis zum Startschuss gedauert, "denn es muss ja auch finanziell darstellbar sein", sagt Stenglein.

Möglich machte dies ein Förderprogramm des Freistaats zur Modernisierung von Gaststätten: 25 Prozent beträgt der Zuschuss, den Stenglein – allerdings erst im zweiten Anlauf – an Land ziehen konnte. Denn der Antrag musste online gestellt werden – "für Oberfranken ging es um fünf Vorhaben, die waren nach 60 Sekunden vergeben".

Als dann eine zweite Bewerbungsrunde ausgelobt wurde, "saß ich am PC und habe ständig die Aktualisierungstaste gedrückt". Der Eifer wurde belohnt; dieses Mal hatte Stenglein Erfolg. Die Arbeiten gingen Anfang des Jahres los, bis August sollen sie abgeschlossen sein.

"Keine halben Sachen"

Wobei nicht nur ein neues Damen- und ein Behinderten-WC mit Wickeltisch entstehen. Denn, sagt Stenglein: "Wenn ich etwas mache, dann will ich keine halben Sachen." Und so lässt er ein Brandschutzgutachten erstellen, das kostet inklusive Prüfung allein schon um die 7000 Euro. Weitere rund 8000 Euro veranschlagt er für Brandschutztüren, neue Leitungen und Hinweisschilder für Fluchtwege. "Heutzutage muss das alles in einzelne Fluchtbereiche aufgeteilt sein", erklärt er.

Ist alles fertig, werde "hoffentlich" auch wieder ein normaler Kinobetrieb möglich sein. Im Moment sei die Lage einfach zu unsicher, um mehr als Essen to go aus dem Bistro am Freitag und am Wochenende anzubieten. Stenglein: "Das Risiko wäre zu hoch, allein schon mit Blick auf den Einkauf von Lebensmitteln." Zumal das Wetter aktuell auch nicht mitspiele. "Da warten wir lieber noch ab", setzt er nach.

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