Dienstag, 19.11.2019

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Kirchenlaibacherin beendet KSB-Ausbildung mit Bestnote

Wie Tanja Siebeneichner ihre Ausbildung als Zerspanungsmechanikerin bei KSB mit 1,0 abgeschlossen hat. - 21.10.2019 20:25 Uhr

„Wir stellen Pumpen-Ersatzteile her, die mit der Zeit ausgewechselt werden müssen“: Tanja Siebeneichner hat ihre Ausbildung zur Zerspanungsmechanikerin bei KSB erfolgreich abgeschlossen. Jetzt ist sie für vier Jahre für ein Studium freigestellt. © Foto: Ralf Münch


Mit 18 Jahren hatte Siebeneichner das Abitur in der Tasche. Im Anschluss wollte sie studieren, doch ihr Vater riet ab und empfahl stattdessen eine Ausbildung, damit sie mit einer soliden Grundlage im Leben stehe. "An der Fachoberschule muss man Praktika ableisten und durch eine Ausbildungsmesse bin ich auf die Firma KSB gestoßen", berichtet Tanja Siebeneichner.

Während des Praktikums arbeitete sie zufällig genau in der Abteilung, in der sie später auch ihre Ausbildung absolvierte. Dort werden unter anderem Magnetpumpen hergestellt und als Praktikantin durfte sie die Kupplungen wuchten. "Man kann sich das wie bei einem Auto vorstellen. Die Reifen müssen auch gewuchtet werden, damit sie gerade laufen", erklärt sie. "Anstatt dass man etwas hinklebt, war meine Aufgabe, ein Stück aus der Kupplung zu bohren."

Während des Praktikums festigte sich Siebeneichners Wunsch in diesem Berufsfeld zu arbeiten. Und als sie sich nach ihrem Abitur bewarb, erhielt sie die Ausbildungsstelle zur Zerspanungsmechanikerin. "Unter anderem arbeitete ich an einer Drehmaschine. Wir stellen Pumpen-Ersatzteile her, die mit der Zeit ausgewechselt werden müssen."

Die Firma KSB ist nach eigenen Angaben weltweit führender Hersteller von Pumpen und Armaturen für Gebäude- und Industrietechnik, die vom Wassertransport und der Abwasserreinigung bis hin zu kraftwerkstechnischen Prozessen zum Einsatz kommen. "Wir haben immer an angeforderten Einzelteilen – maximal bis zu drei Stück – gearbeitet. Damit waren die Aufgaben sehr abwechslungsreich", beschreibt Siebeneichner. Die Arbeit als Zerspanungsmechanikerin sei körperlich anstrengend gewesen, aber das sei einem bewusst, wenn man diesen Beruf wähle.

Auch die Berufsschule erforderte eine Menge Aufmerksamkeit. "Ich bin einfach fleißig und habe viel gelernt", sagt die 21-Jährige. "Man darf sich eben kaum Patzer leisten, wenn man einen Schnitt von 1,0 schaffen möchte." Sie habe schon auch mal die Note zwei erhalten, aber in der Gesamtheit habe sich eben ein sehr guter Schnitt ergeben. Das Fach Mathematik sei ihr dabei nicht so schwer gefallen, berichtet die junge Frau.

Herausfordernder fand sie die Fächer Elektrotechnik und Physik. "Pneumatik war auch so ein Fach, das war nicht so meine Stärke. Das kam bei der Firma KSB eben im Arbeitsalltag gar nicht vor." Ihr Vater konnte es kaum glauben, dass sie in einer Männerdomäne – von 17 Auszubildenden in ihrer Klasse waren 15 männlich – so gut abschneiden würde.

Maschinenbau-Studium begonnen

Jetzt zieht es die 21-Jährige doch noch an eine Hochschule. Und dank der Wiedereinstellungs-Garantie von KSB kann Siebeneichner – im Gegensatz zu den meisten ihrer Studienkollegen – ein wenig entspannter ins Maschinenbau-Studium starten. "Wenn ich es nicht jetzt mache, dann hätte ich das Studieren wohl niemals angefangen", sagt sie. "Es ist vertraglich fest geregelt, dass ich vier Jahre nun freigestellt werde und dann, nach meinem Studium, eine Garantie auf einen Arbeitsplatz als Zerspanungsmechanikern habe." Es ist ein Luxus, den eben nicht alle Maschinenbaustudenten haben. "Das war damals ein guter Rat meines Vaters."

Seit zwei Wochen pendelt Siebeneichner von Kirchenlaibach nach Nürnberg (rund 100 Kilometer) zu ihren Vorlesungen. Auf die Frage, warum sie sich täglich diese lange Strecke antut, antwortet sie: "Ich bin heimatverbunden. Ich habe auch während meiner drei Jahren bei KSB nicht in Pegnitz gewohnt, sondern bin täglich gependelt. Zuhause ist es halt doch am schönsten."

MARTIN BURGER

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