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Kneipp-Anlage im Oberen Püttlachtal erhält neues Becken

Im Rahmen eines Sonderprogramms wird die Wasser-Gesundheitsanlage im Oberen Püttlachtal saniert - 10.02.2021 05:55 Uhr

Die Kneipp-Anlage im Oberen Püttlachtal wird saniert. Das bisherige Durchschreitbecken soll im Zuge dieser Maßnahme abgebrochen werden.

09.02.2021 © Foto: Ralf Münch


Zum 200. Geburtstag von Pfarrer Sebastian Kneipp – dem Gründer der Kneipp-Therapie – beschloss der bayerische Landtag ein zeitlich befristetes Sonderprogramm. Das Ziel des Programms: die Ertüchtigung, die Sanierung und in Einzelfällen auch der Neubau von Kneippanlagen.

In zahlreichen Kommunen, Tourismusorten, Kurorten und Heilbädern werden die Kneippanlagen gelebt und praktiziert, so auch in Pottenstein im Oberen Püttlachtal. Für das dortige Durchschreitbecken habe die Stadt im November vergangenen Jahres einen Antrag auf Förderung bei der Regierung von Oberfranken gestellt, teilte Bürgermeister Stefan Frühbeißer dem Gremium mit.

Wasserlandschaft für Kinder

Neben der Sanierung des bestehenden Beckens in der Freifläche sei zusätzlich die Errichtung einer zweiten Wassertretanlage vorgesehen gewesen. Dazu stellte die Junge Liste am vergangenen Donnerstag einen Antrag. Anstatt einer weiteren Wassertretanlage sehe die Fraktion lieber eine naturnahe Wasserlandschaft für Kinder an dieser Stelle. Doch dass bereits eine Wasserlandschaft für Kinder in Planung sei – der Kulturpark Püttlachtal – sowie, dass es in dieser Sitzung ausschließlich um die Sanierung der bereits vorhandenen Anlage gehe, darüber musste der Bürgermeister zuallererst informieren.

Zwar standen beide Punkte auf der Tagesordnung, jedoch seien beide unabhängig voneinander zu betrachten, gab Frühbeißer an. "Die Sanierung ist der erste Teil und der zweite Teil ist der Neubau", sagte er. Dann ging er trotzdem auf das Thema der weiteren Wassertretanlage ein: "Es war abzusehen, dass wir nur eine Anfrage gefördert bekommen, deshalb wollen wir den Neubau als Naturparkmaßnahme durchführen und über dieses Programm auch die Förderung beantragen."

Die Förderung sei gedeckelt, allein deswegen mache es Sinn, die Maßnahmen aufzuteilen. Für das zweite Projekt gebe es jedoch noch keine konkrete Planung – lediglich eine einfache Darstellung. Grundsätzlich sei nun angedacht, eine Unterstellmöglichkeit zu bauen, die mit verschiedenartigem "Mobiliar" ergänzt werde. "Die Kneipp-Anlage ist bei gutem Wetter sehr gut besucht, die Investition lohnt sich auf jeden Fall."

Im Hinblick auf das erste Projekt wurde vom Bauhofleiter Klaus Eckert eine Sanierungsplanung erstellt, die der Bürgermeister per Beamer auf eine Leinwand projizierte. Vorgesehen sei dabei, dass das bestehende Betonbecken abgebrochen werde und eine naturnah gestaltete Anlage die vorherige ersetze. "Das Ganze soll ansehnlich und mit landschaftstypischen Quadern gebaut werden. Es handelt sich in diesem Bereich zusätzlich um Naturschutzflächen. Eingriffe in den Bachbereich erfordern wie immer ein wasserrechtliches Verfahren."

Die Gesamtkosten hierfür betragen laut Verwaltung nach Abzug der Vorsteuer 31 000 Euro. Die Zuwendungen aus dem Sonderförderprogramm betragen 18 000 Euro (netto). So bliebe ein Eigenanteil von 13 000 Euro. Obwohl lediglich der erste Teil des Projekts besprochen werden sollte, ging Bürgermeister Frühbeißer auf den Antrag der Jungen Liste ein.

"Im Rahmenkonzept des Kulturparks im Oberen Püttlachtal ist ein Wasserspielplatz schon mit enthalten", klärte Frühbeißer auf, "der ist für Familien und Kinder. Das Wasser wird geteilt, es wird ein Fließufer geben mit Überwegen, Trittsteinen, einem Pavillon zum Unterstellen und einer Spielwiese mit Spielgeräten."

Begrenztes Platzangebot

Der Gedanke sei der, dass der Park eher für Familien mit Kindern gedacht sei und die Kneipp-Anlage zur Erholung. Natürlich liege die letztendliche Entscheidung beim Stadtrat, ob man dort zusätzlich eine Wasserlandschaft für Kinder errichte, sagte Frühbeißer. Dann gab er weiter zu bedenken, dass der vorhandene Platz – den man an der Kneipp-Anlage zur Verfügung habe – nicht sehr groß sei.

Andersartige Ideen könnten jederzeit vorgebracht werden und würden bei einer weiteren Sitzung zum zweiten Teil besprochen. Dazu der Fraktionsvorsitzende Christian Weber (JL): "Unser Vorschlag hat mit dem Neubau zu tun. Da im Beschlussvorschlag "der Neubau wird festgelegt" stand, haben wir den Antrag jetzt gestellt. Da ein zweiter Teil vorgesehen ist, gilt der Antrag natürlich auch für diesen."

Darauf antwortete der Rathauschef: "Das war von vornherein so vorgesehen. Mit Neubau ist das neue Becken an der bisherigen Stelle gemeint. Da das Konzept des Kulturparks noch nicht allen neuen Stadtratsmitgliedern bekannt ist, hatte ich so oder so eine Klausurtagung vorgesehen." Derzeit sei die Durchführung jedoch nicht möglich.

Zum zweiten Teil der Kneipp-Anlage bat der Bürgermeister um weitere Vorschläge, was sich das Gremium noch alles vorstellen könne und schlug eine Vor-Ort-Besichtigung vor. "Aber bitte nicht in den nächsten Tagen, weil dann erfrieren wir da draußen", witzelte Frühbeißer.

"Eistreten soll gesund sein", sagte daraufhin Stadträtin Birgit Haberberger. "Aber bitte nicht als Eisbrecher", ergänzte der Bürgermeister das Gesagte und ging zum Beschlussvorschlag über. Der Stadtrat stimmte der vorliegenden Planung zur Neugestaltung der Kneipp-Anlage zu.

MARTIN BURGER

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