Donnerstag, 27.02.2020

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Kommunalwahl 2020: Das sind die jüngsten Neuhauser Kandidaten

Reinhard Beyer, Manuel Roth, Maximilian Sander und Daniel Sopora wollen sich im März in das Abenteuer Kommunalpolitik stürzen. - 08.02.2020 11:55 Uhr

 

Reinhard Beyer will einen Sitz für die Grünen holen. © Foto: privat


Maximilian Sander (24) ist der jüngste Bewerber überhaupt. Er kandidiert auf der Liste der Bürgergemeinschaft Neuhaus und Umgebung (BNU). Der Polizeibeamte möchte sich politisch für die Heimat engagieren, da er auch langfristig gesehen in der Marktgemeinde leben möchte. Daher sei es ihm wichtig, das Geschehen in Neuhaus aktiv mitzugestalten. Von der Kommunalpolitik erhofft sich Sander "einen tieferen Einblick in das Alltagsgeschäft einer Marktgemeinde" mit den zugehörigen Aufgaben und Zuständigkeiten sowie die Möglichkeit, die Lebensverhältnisse vor Ort zu verbessern.

Maximilian Sander kandidiert für die BNU. © Foto: privat


"Mit Mitte 20 ist es für mich sinnvoll, mich für den Markt Neuhaus einzubringen und generationsübergreifende Themen voranzubringen", sagt der Zerspanungsmechaniker Daniel Sopora. Der 25-Jährige bewirbt sich auf der Liste der Sozialdemokratischen Partei (SPD). Er habe in Neuhaus seit seiner Kindheit gelebt und habe dies auch künftig vor. Von der Kommunalpolitik erwartet sich Daniel Sopora, dass auch andere Generationen gerne in Neuhaus und den Ortsteilen ihre Heimat haben.

Daniel Sopora tritt auf der SPD-Liste an. © Foto: privat


Für Bündnis 90/Die Grünen kandidiert Reinhard Beyer. Er sei mit 44 Jahren nicht unbedingt der jüngste Kandidat, schmunzelt Beyer. Seine Partei arbeite bereits daran, jüngere Mitglieder zu gewinnen. Beruflich ist er als Teamleiter in der Zerspanungstechnik tätig. Der Rothenbrucker interessiert sich schon immer für Politik und stand bei einer früheren Wahl bereits auf einer Liste. Heute seien seine Intention und seine Motivation andere. "Für mich ist die Demokratie das wichtigste Gut in unserem Land – und was ist demokratischer als die direkte Wahl eines Gremiums?" Beyer möchte sich vor Ort aktiv für die Bürger einbringen und kandidiert auch für den Kreistag.

Manuel Roth geht für die CSU ins Rennen. © Foto: privat


Der 26-jährige Manuel Roth tritt für die Christlich-Soziale Union (CSU) an. Der Bürokaufmann war durch die Schule und das Elternhaus schon früh politisch interessiert. Verglichen mit Politik auf Bundes- oder Landesebene sei die Kommunalpolitik deutlich näher bei den Menschen. In der Gemeinde könne flexibel und schnell auf Sorgen und Ängste, Wünsche und Hoffnungen reagiert werden. "Ich erwarte von der Kommunalpolitik, dass sie nah an den Menschen bleibt und sich ihrer Verantwortung jeden Tag aufs Neue stellt", sagt der Krottenseer. Er möchte erreichen, dass die Bedeutung der Kommunalpolitik entgegen dem Trend der letzten Jahre den Bürgern wieder mehr bewusst wird. Roth sieht Kommunalpolitiker auch in der Verantwortung, Politik im Allgemeinen an die Menschen heranzutragen.

Daniel Sopora kann kein politisches Vorbild nennen, zumal er viele Entscheidungen nicht nachvollziehen kann. Politisch interessiert ist der SPD-Kandidat seit seiner Jugend. Er finde es wichtig, schon in jungen Jahren Verständnis und Interesse für Politik zu entwickeln. Zu seinen kommunalpolitischen Zielen gehört es, im Bereich Kindergarten und Schule für ausreichend Platz und Attraktivität zu sorgen. "Jedes Kind sollte gerne dorthin gehen." Auch das Vereinsleben, das Generationen verbinde und das Miteinander stärke, dürfe nicht vernachlässigt werden.

Über ein politisches Vorbild hat Reinhard Beyer bislang nicht nachgedacht. Am ehesten wäre es wohl "eine Mischung aus Winfried Kretschmann und Cem Özdemir", meint der Grünen-Bewerber. Von der Kommunalpolitik erwartet er sich die Möglichkeit zur Erneuerung der Politik vor Ort mit Themen, Schwerpunkten und Herangehensweisen die bisher nicht unbedingt im Fokus standen. Wenn er gewählt wird, möchte er sich auch für die aktiv ehrenamtlich Tätigen einsetzen. Nur durch das Ehrenamt sei eine lebendige Gemeinde möglich. Ein weiterer Punkt sei Transparenz. "Transparenz bei Planungen, in den Ausschüssen, in den Entscheidungen."

Auch Manuel Roth von der CSU hat kein direktes Vorbild, sondern setzt auf "gute und starke Menschen, durch die man sich jeden Tag aufs Neue motivieren und inspirieren lassen kann". Roths Hauptaugenmerk liegt darauf, Kommunalpolitik fassbar zu machen, Transparenz zu schaffen und den Menschen soweit möglich zu helfen.

Ein konkretes politisches Vorbild hat Maximilian Sander von der BNU nicht. Es gebe lediglich eine Handvoll Politiker, deren Ansichten der 24-Jährige teilt. Der junge Mann verfolgt das politische Geschehen, seit sich bei den jüngsten Bundes- und Landtagswahlen die Parteienlandschaft stark verschoben hat. Ihn interessieren die Gründe, warum ganze Wählergruppen zu einer anderen Gruppierung umschwenkten.

Manuel Roth sieht sich zwar nicht mehr jugendlich, ist sich aber bewusst, dass er mit 26 Jahren innerhalb der Parteistrukturen der CSU vergleichsweise jung ist. Er findet, dass politische Gremien von verschiedensten Menschen besetzt werden sollten, um die Vielfalt innerhalb der Bevölkerung wieder zu spiegeln. Über sein Abschneiden am 15. März denkt Manuel Roth gar nicht nach. "Sollte ich es schaffen, jemanden motivieren zu können, selbst tätig werden zu wollen, dann habe ich bereits gewonnen", findet der CSU-Bewerber.

Nicht "Kandidat der Jugend"

BNU-Kandidat Maximilian Sander sieht sich nicht als "Kandidat der Jugend". Für ihn seien auch die Meinungen und Ansichtsweisen der älteren Generation interessant, zumal man einiges von älteren Menschen lernen und die eigene Wahrnehmung erweitern kann. Der Polizeibeamte hofft, dass seine BNU die jetzigen drei Sitze im Marktrat erhalten oder sogar verbessern kann. Sander nennt ein sinnvolles Nutzungskonzept für die Burg Veldenstein als sein Hauptanliegen. Er sei in Kindheit und Jugend vom Neuhauser Wahrzeichen sehr angetan gewesen. Sein Wunsch wäre es, dass jede Bevölkerungsgruppe auf ihre Art und Weise das Aushängeschild der Marktgemeinde entdecken kann.

Daniel Sopora sieht sich durchaus als einen Kandidaten der Jugend, da er sich sehr für junge Leute engagiere. Bevor er Betriebsrat wurde, war der SPD-Kandidat langjährig in der Jugend- und Auszubildendenvertretung – zeitweise auch führend – aktiv. Mehrere Jahre habe er die Jugendabteilung Fußball des SV Neuhaus trainiert und sei im Vorstand des Kirwavereins und des Fanclubs "Oberes Pegnitztal" tätig. Daniel Sopora kandidiert zum ersten Mal für den Gemeinderat. Eine Prognose für sein Abschneiden fällt ihm bei seiner Premiere schwer. Er hoffe aber, sich im oberen Drittel wiederzufinden.

Als Ansprechperson für junge Leute möchte Reinhard Beyer, der früher selbst in der Jugendarbeit aktiv war, fungieren. Er plädiert für einen Austausch mit Jugendlichen zu ihren Ideen und Wünschen für die Gemeinde. Zum politischen Engagement meint der Grüne: "Engagiert Euch vor Ort, ganz egal, wie alt oder jung ihr seid – denn hier könnt ihr am meisten bewegen."

BRIGITTE GRÜNER

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