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Königstein: Scheidender Bürgermeister wird Marktrat

Hans Koch macht künftig als einfaches Gemeinderatsmitglied weiter. - 29.04.2020 05:55 Uhr

In der jüngsten Marktratssitzung wurde Hans Koch (l.) von seinem Stellvertreter Klaus Hafner (r.) verabschiedet. Als Dankeschön pflanzt die Marktgemeinde eine „Koch-Eiche“.

28.04.2020 © Foto: Brigitte Grüner


Hans Koch ist gespannt auf die neue und doch auch alte Herausforderung. Ihm sei bewusst, dass die Probleme für den Markt Königstein nicht weniger werden. In den nächsten Jahren gebe es für jeden, der als Bürgermeister oder Marktrat tätig sei, viel Verantwortung und Arbeit.

"Ich hoffe, dass dies auch allen bewusst ist." Er findet nichts Ungewöhnliches daran, nach der langen Amtszeit als Rathauschef wieder "ganz normaler Marktrat" zu sein. "Wer gerne für seine Heimat ehrenamtlich arbeiten will, kann es auch als Mitglied des Marktrates tun", sagt der 68-Jährige. Der Posten eines weiteren Bürgermeisters kommt für ihn definitiv nicht mehr in Frage. Er werde dafür nicht zur Verfügung stehen, erklärt Koch im NN-Interview.

Während seiner Amtszeit beantragte der gelernte Bankkaufmann, die Stelle des Bürgermeisters hauptamtlich zu machen. Koch wollte ab 2008, da die Möglichkeit zur Freistellung bei der Bank gegeben war, das Bürgermeisteramt hauptamtlich ausüben und stellte im Dezember 2007 den entsprechenden Antrag.

Der Marktrat lehnte das Ansinnen mit großer Mehrheit ab. Auch die Freien Wähler waren damals dagegen, die sich im Sommer vorigen Jahres wegen der vielfältigen Aufgaben des Rathauschefs nun doch für einen hauptamtlichen Bürgermeister einsetzten. Für Hans Koch bedeutete die Entscheidung im Dezember 2007 keinen Grund, sein Amt nicht weiter auszuführen. "Es war für mich schon eine besondere Ehre für die Heimat, in der ich aufwuchs und lebte, arbeiten zu dürfen und die Gemeinde weiter zu entwickeln."

Seit 1996 ist Hans Koch Erster Bürgermeister, Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Königstein sowie Vorsitzender des Grundschulverbandes Königstein-Hirschbach.

Zusätzlich war er von 2007 bis zur Auflösung 2020 der Vorsitzende des Hauptschulverbandes Neukirchen-Königstein. Seit 2008 ist er Mitglied des Kreistags im Landkreis Amberg-Sulzbach sowie Sprecher und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Frankenpfalz. "Diese war und ist mir ein besonderes Anliegen", sagt er.

Hohes Arbeitspensum

Das Arbeitspensum – besonders in den ersten Jahren – war enorm. Als ehrenamtlicher Bürgermeister habe er inklusive Beruf oft 70 bis 80 Stunden pro Woche gearbeitet. Koch war bis 2007 bei der Raiffeisenbank angestellt. Die Entscheidung, sich 2020 nicht mehr als Rathauschef zu bewerben, lag am Alter. "Mit 68 Jahren ist ein Alter erreicht, in dem man auch mal mehr an das private Dasein denken darf."

Dennoch schwinge auch Wehmut mit. Das Amt sei für ihn schon etwas Außergewöhnliches gewesen. "Für meinen Heimatort und meinen Landkreis zu arbeiten war für mich immer mit Leidenschaft und Freude verbunden", betont Hans Koch.

Nach besonderen Erlebnissen und Entscheidungen im Amt befragt, meint der Bürgermeister, dass er seine Antwort in die negativen und positiven Erinnerungen aufteilen könnte. Aber er sei ein Mensch, der das Negative nicht jahrelang mit sich herumtrage. Besonders positiv sind die Entscheidungen für das Naturbad und die einzelnen Maßnahmen der Städtebauförderung in Erinnerung.

Ebenfalls erinnere er sich gerne an die Umsetzung von Baugebieten sowie Investitionen in die Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie an den Breitbandausbau. Diese Projekte hätten positive Auswirkungen für den Markt Königstein gehabt.

Einige Vorhaben hätte er gerne noch als Bürgermeister umgesetzt, gibt Koch zu. Die Errichtung einer Kindertagesstätte im leer stehenden Schulgebäude in Königstein gehört dazu; aber auch der Beginn der Erschließung für das Baugebiet in Königstein. Auch den dritten Bauabschnitt der Dorfplatzsanierung in Kürmreuth hätte er gerne noch begonnen oder vollendet. Bei der weiteren Sanierung der Stadlreihe hat er wenigstens den Baubeginn noch als Rathauschef miterlebt. "Das Projekt ist begonnen und kann auch von meinem Nachfolger beendet werden."

Am 30. April ist der letzte offizielle Arbeitstag als Bürgermeister. Nachfolger Bernhard Köller (FW) ist ab 1. Mai im Amt, auch wenn die Vereidigung erst ein paar Tage später in der konstituierenden Sitzung erfolgen wird. Bei Hans Koch wird nach dem 1. Mai das private Leben den Tagesablauf bestimmen.

"Meine Frau und meine Familie sollen, dürfen und müssen nun auch mal an erster Stelle stehen." Besonders freue er sich auf mehr Zeit mit seinen Enkeln.

Alle Familienmitglieder haben in den vergangenen 24 Jahren hinter dem Bürgermeisteramt zurückstehen müssen, sagt Koch. "Ohne diese Unterstützung wäre mir vieles nicht möglich gewesen."

BRIGITTE GRÜNER

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