Nach nur 18 Monaten

Königsteiner Bürgermeister gibt Amt auf

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Jana Vogel

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13.11.2021, 08:00 Uhr
Im Mai 2020 wurde Bernhard Köller als Bürgermeister von Königstein vereidigt, 18 Monate später hat er nun seinen Rückzug vom Amt bekanntgegeben.

Im Mai 2020 wurde Bernhard Köller als Bürgermeister von Königstein vereidigt, 18 Monate später hat er nun seinen Rückzug vom Amt bekanntgegeben. © Archivfoto: Brigitte Grüner

Schon vor zwei Jahren wurde im Rat der Marktgemeinde debattiert, ob die Aufgaben des Bürgermeisters für knapp 1800 Bürger im Ehrenamt zu bewältigen sind. Der Vorschlag, künftig einen "Hauptamtlichen" zu wählen, wurde 2019 aber abgelehnt. Bei der Marktratssitzung am kommenden Donnerstag, 18. November, steht dieselbe Frage nun erneut auf der Tagesordnung. Die Debatte folgt direkt nach der offiziellen Beschlussfassung über Köllers Antrag, als Bürgermeister entlassen zu werden.

"Der Bürgermeister gehört ins Rathaus, das ist kein Beruf und kein Nebenjob", erklärt Marktrat und FW-Sprecher Hans Martin Grötsch. Er wollte vor zwei Jahren für die Freien Wähler als Kandidat für das Amt eines hauptamtlichen Bürgermeisters antreten, entschied sich aber nach dem negativen Votum des Rats letztlich dagegen. "Der Bürgermeister hat viele Aufgaben wie Förderanträge oder Bürgeranliegen, die können nicht nebenbei erledigt werden", meint er. Zudem könne er als Hauptamtlicher die Verwaltung entlasten.

Mittlerweile haben die Freien Wähler die Mehrheit im Marktrat. Dennoch wollen weder Köller noch Grötsch eine Prognose abgeben, ob die Abstimmung nun anders ausfällt.

Vor zwei Jahren war die Kostenfrage das zentrale Argument gegen die Aufwertung zum Hauptamt. Etwa 23 000 Euro mehr pro Jahr, so die Schätzung, müsste die Gemeinde einrechnen. "Der finanzielle Aspekt ist natürlich ein Argument", sagt Köller, "aber es sollte nicht das Totschlagargument sein. Wichtig ist, dass ein Bürgermeister ausreichend Zeit für seine Gemeinde und die Bürger hat."

Für seine persönliche Zukunft spielt es keine Rolle mehr, wie der Marktrat am Donnerstag entscheidet. Bis zum 31. März 2022 wird der 46-Jährige Königstein als Bürgermeister vertreten. Zur im Frühjahr anstehenden Wahl tritt er nicht erneut an. "Ich werde bis April mein Amt so weiter führen wie bisher", sagt Köller. Anschließend wolle er sich wieder auf seinen Beruf als Gerichtsvollzieher konzentrieren.

Auch Hans Martin Grötsch ist eher skeptisch, ob er kandidieren wird. "Meine Ausgangslage hat sich seit 2019 verändert", sagt er. Als stellvertretender Landesvorsitzender der Freien Wähler sei er nun für den ganzen Nordosten Bayerns zuständig. Das Bürgermeisteramt, selbst wenn es künftig hauptamtlich wäre, sei "zeitlich fast nicht zu leisten".

Wer zur Wahl antritt, ist damit noch offen. Fest steht nur, dass der neue Bürgermeister von Königsstein eine kürzere Amtsperiode haben wird. Da die Neuwahl weniger als zwei Jahre nach der letzten regulären Wahl erfolgt, wird 2026 wieder neu über das Amt entschieden.

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