Sonntag, 11.04.2021

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Kontaktlos zum Kreuzzeichen: Sensor-gesteuerter Weihwasserspender in Michelfelder Kirche

In der Asamkirche können sich die Gläubigen an einem kontaktlosen Weihwasserbehälter bedienen - 15.02.2021 08:55 Uhr

Luitpold Dietl ist der „Vater“ des sensor-gesteuerten Weihwasserbehälters in der Michelfelder Asamkirche. Das 1500 Euro teure Gerät wurde komplett durch Spenden der Gläubigen finanziert.

14.02.2021 © Foto: Udo Fürst


In Corona-Zeiten sind die Weihwasserbecken leer. Zu groß ist die Sorge vor einer Ansteckung mit dem Virus. Abhilfe leistet da der automatische Weihwasserspender, den Gläubige seit wenigen Tagen in der Michelfelder Kirche benutzen können. Die Idee für diese Innovation kam von Pfarrgemeindemitgliedern, die Umsetzung übernahm Mesner Luitpold Dietl. "Als der Wunsch an uns herangetragen wurde, erkundigte ich mich nach solchen Spendern und ich fand bei unserem Großhändler in Amberg einen entsprechenden Prospekt."

Vorrat reicht Wochen

Der Mesner weiter: "Er funktioniert so ähnlich wie ein automatischer Seifenspender." Ein Weihwasserbehälter aus Glas ist oben auf den Weihwasserspender aufgesetzt und mit einem Schlauch zum Spender verbunden, wo das Wasser dosiert wird. "Man hält die Hand unter die Öffnung, der Sensor stellt fest, dass die Hand darunter ist und gibt eine kleine Menge Weihwasser ab", sagt der Mesner. "Der Behälter fasst einen Liter Weihwasser, was bei der derzeitig reduzierten Zahl an Gottesdiensten und Besuchern für einige Wochen reichen sollte."

Es gebe auch größere Weihwasserspender, die entsprechend teurer seien, aber für die Asamkirche sie der jetzt gekaufte völlig ausreichend. Kann man Weihwasserspender und Desinfektionsmittelspender verwechseln und sich versehentlich mit Desinfektionsmittel bekreuzigen? "Der Desinfektionsmittelspender ist weiter in Richtung Eingang angebracht und er unterscheidet sich deutlich vom Weihwasserspender. An dem steht auch deutlich in großen Lettern "Weihwasser‘".

Luitpold Dietl freut sich vor allem über eines: Der circa 1500 Euro teure Spender wurde komplett durch Spenden der Gläubigen finanziert. "Die Leute gaben mal zehn, mal 20, mal 50 und einer sogar 250 Euro für das Gerät. Das war schon super."

Luitpold Dietl ist ein Musterbeispiel für vorbildliches Ehrenamt. Er ist zwar erst seit fünf Jahren Mesner in der Asamkirche, zusammen mit seiner Frau Emilie. Diese ist für die Blumen zuständig. Doch mit dem katholischen Glauben ist er schon von Kindheit an verbunden. "Ich war Ministrant, habe die Lesung gelesen und war schon immer in der Kirche aktiv." Sein ganzes Herzblut legt der Michelfelder in die Kirchenführungen. Seit mehr als 20 Jahren ist er dafür zuständig, hat in all den Jahren schon Tausende Besucher durch die ehemalige Klosterkirche St. Johannes der Evangelist geführt. 47 Führungen waren es 2019, im vergangenen Jahr "wegen Corona leider nur fünf", bedauert Dietl.

"Schönes Geschenk in der Corona-Pandemie"

Auch Pfarrer Marek Flasinski ist ganz angetan: "Das ist zum Jubiläum 900 Jahre Pfarrei Michelfeld ein schönes Geschenk in dieser Corona-Pandemie. Es freut uns, Weihwasser trotz vieler Beschränkungen und Hygienevorschriften in unserer Kirche zu haben. Die Gläubigen erinnern sich, wenn sie das Weihwasser nehmen und sich bekreuzigen, an die Heilige Taufe und danken Gott dafür von ganzem Herzen", erläutert der Pater.

Die Gottesdienste in der Asamkirche im Klosterhof finden trotz der Pandemie regelmäßig statt: unter der Woche am Mittwoch, Freitag und Samstag und am Sonntag um 10.30 Uhr. Wegen der Hygieneschutzmaßnahmen ist dazu eine Anmeldung über das Pfarrbüro erforderlich. Flasinski bedauert, dass es zurzeit keinen Gemeindegesang geben könne. Aber die musikalische Gestaltung sei durch Orgel, Solo- oder Scholagesang durch ein Sängerensemble gewährleistet.

Mesner Dietl hofft, dass man diese "komische Zeit" bald überwunden habe und auch in der Kirche dann wieder alles einigermaßen normal laufe.

Aber eines wird wohl noch länger an Corona erinnern: Der sensor-gesteuerte Weihwasserspender wird auch nach der Pandemie stehen bleiben.

UDO FÜRST

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