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Dienstag, 22.10.2019

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Krankes Pottensteiner Baby bekommt Therapiehund

Schule spendet fast 1000 Euro - Louis und Funny sind schon jetzt ein Herz und eine Seele - 21.12.2018 19:00 Uhr

Der kleine Louis aus Pottenstein und Labrador Funny sind wie füreinander bestimmt. Bereits beim Kennenlernen waren beide unzertrennlich. © privat


Am 12. Dezember veranstaltete die Mittelschule in Pottenstein eine Weihnachtsfeier. Elisabeth Büttner, Lehrerin für Werken, Textiles und Gestalten, hatte zusammen mit ihren Schülern eine Idee: Den Weihnachtsverkauf und dessen Erlös dem Spendenkonto von Louis zur Verfügung zu stellen. Schulleiter Marco Speckner war begeistert und übernahm mit den Lehrkräften und Schülern die Organisation der Aktion.

Die Schüler bastelten Weihnachtsartikel, die dann verkauft wurden. "Die Aula war rappelvoll und der Weihnachtsverkauf war ein voller Erfolg", sagt Schulleiter Speckner, "Des Öfteren zahlten die Besucher sogar weitaus mehr als veranschlagt wurde." Unter anderem standen Leo Nowack und Philipp Redel bereit und verkauften fleißig die Weihnachtsartikel. "Es hat einfach Spaß gemacht. Besonders gut verkaufte sich die selbst gemachte Marmelade", verriet Leo. Die Veranstaltung brachte einen Gewinn von 500 Euro.

Gestern Geld übergeben

Der Elternbeirat der Schule spendete weitere 400 Euro. Den Spendenbrief über 900 Euro erhielt Louis am Freitag. Die Schule plant sogar schon weiter, so erzählte Speckner: "Die Schülermitverwaltung ist bereits auf mich zugekommen mit der Bitte ein weiteres Event planen zu dürfen. Wir sind sehr zufrieden mit der Aktion."

Louis Stabler ist mittlerweile zwei Jahre und drei Monate alt. Der tapfere Junge aus Pottenstein musste bereits einiges mitmachen. Seit März sammelte die Familie fleißig weiter für die Ausbildung eines speziellen Therapiehundes, die insgesamt 28 000 Euro koste.

Damit die Grundausbildung anfangen könne, benötigte die Familie zuerst 20 000 Euro. Nun sei die erste Hürde genommen, bestätigt Louis Mutter Katja Stabler: "Den aktuellen Stand des Spendenkontos kenne ich gerade nicht, aber vor ein paar Wochen ist die Marke geknackt worden."

Familie Stabler freut sich über das Weihnachtsgeschenk. Von links: Leo Nowack, Liana Nowack, Katja Stabler, Louis Stabler, Susanne Redel, Schulleiter Marco Speckner, Lehrerin Elisabeth Büttner und Philipp Redel. © Foto: Ralf Münch


Seitdem beginnt Stufe eins. Zuerst wird der Hund kastriert und im Anschluss ein Wesenstest durchgeführt, denn nach einer Kastration könne sich der Hund noch verändern.

Danach beginnt die Spezialausbildung. Die Familie weiß auch schon, welchen Hund sie erhalten wird. "Es ist ein einjähriger schwarzer Labrador namens Funny", erzählt Stabler,

"Er und Louis verstehen sich prima. Die zwei sind direkt aufeinander angesprungen. Ein Herz und eine Seele." Die Ausbildung dauert noch vier Monate, anschließend kommt der Hund nach Pottenstein zur Kennenlernphase.

Funny samt Hundetrainer werden die Familie anfangs durch den Alltag begleiten. Doch das ist noch Zukunftsmusik. 2019 wird mit Spannung erwartet. "Für uns wird das Jahr einfach aufregend und mit Funny vielleicht etwas einfacher," hofft Stabler.

Louis schläft aktuell noch mit im Schlafzimmer der Eltern. Das wird sich mit Funny ändern.

Louis darf dann in sein eigenes Zimmer. In der Nacht wacht der Hund über den Schlaf und die Atmung des Buben. Im Notfall wird das Tier Alarm schlagen.

Therapeutisches Reiten geplant

Die Familie beginnt mit dem Kind im kommenden Jahr eine weitere Therapie: Das therapeutische Reiten. "Das sind richtig große Pferde. Wir haben es auch schon ausprobiert. Louis wird gehalten und die Therapeutin läuft hinterher und beobachtet ihn", erläutert Stabler. So können die Wirbelsäule und der Bewegungsablauf von Louis beobachtet werden.

Auf die Frage, wie es Louis in den vergangenen Monaten ergangen ist, antwortete Katja Stabler: "Positiv". Louis gehe es viel besser. Aber: Die Entstehung oder Entwicklung dieser Erkrankung bleibt weiterhin unbekannt.

Die Mutter und ihr kleiner Junge gehen weiterhin zu den Allgemeinärzten, aber die Untersuchung der Syndromalen Erkrankung wird nicht weiter fortgesetzt.

"Wir haben uns von den Tests zurückgezogen. Wir brauchen keinen Namen für den Gendefekt", erklärt Stabler. Der Terminkalender ist voll und auch ohne die Definition der Krankheit ein Vollzeitjob. Die gelernte Fachkaufrau für Büromanagement ist gut beschäftigt. Mit den ganzen Therapien seien die fünf Tage der Woche ausgefüllt. Über die Zukunft sagt Stabler: "Was noch kommt, darüber mache ich mir keine Gedanken. Man lebt im Hier und Jetzt und was in ein, zwei Jahren ist, das weiß ich nicht – es kommt eh immer anders als man denkt."

Viele Unterstützer

Das vergangene Jahr sei anstrengend gewesen, aber viel erträglicher dank der großen Hilfe der Familie und den vielen Unterstützern. Spenden werden weiterhin entgegengenommen. "Ich bin meiner Schwester unendlich dankbar, dass sie damals das Ganze in die Wege geleitet hat," erzählt Stabler.

"Ich bin einfach allen Helfern und Unterstützern dankbar." So habe gerade erst ein Mann aus Auerbach seinen 50. Geburtstag gefeiert und darum gebeten, dass er keine Geschenke erhalten möchte sondern Geld für die Spendenaktion sammle. Er habe alles im Leben was er braucht und wollte einfach helfen.

Weihnachten verbringt die Familie ruhig zu Hause, bestätigt Katja Stabler: "Das Wichtigste kann man leider nicht unter den Christbaum legen: Die Gesundheit. Aber weniger ist oft mehr, gell Louis?" Louis antwortet prompt: "Näh".

MARTIN BURGER

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