Dienstag, 24.11.2020

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Kreative Ideen der Kindergärten: Ganz ausfallen soll Sankt Martin nicht

Obwohl die meisten Umzüge abgesagt werden, lassen sich die Kindergärten in der Region kreative Alternativen einfallen. - 25.10.2020 10:55 Uhr

Die Martins-Laternen werden in vielen Kindergärten zwar auch heuer wieder leuchten. Ob aber auch die Kinderaugen leuchten, wenn die Eltern nicht bei den Umzügen dabei sein dürfen, ist zumindest fraglich.

23.10.2020 © Foto: Uwe Zucchi/dpa


Am katholischen Kindergarten in Neuhaus werden am St. Martinstag nach der Kindergartenzeit fünf kleine Umzüge zeitgleich stattfinden. Die Kinder bleiben in ihren Gruppen und schwärmen mit ihren Erzieherinnen für einen kleinen Laternenumzug in Kindergartennähe aus – ohne Eltern. Jeweils nur ein Elternteil darf die Kinder an fünf verschiedenen Zugängen zum Kindergartengelände abgeben. Dadurch sollen größere Ansammlungen vermieden werden. Nach den Umzügen werden die Kinder wieder an den gleichen Orten abgeholt. Zudem bekommen sie eine Kleinigkeit für zu Hause, sodass sie mit ihren Eltern den Abend ausklingen lassen können. "St. Martin ist für die Kinder ein ganz wichtiges Fest. Deshalb wollten wir es auf jeden Fall nicht ersatzlos streichen", heißt es von der Erzieherin Ziegler.

Gleich mehrere Umzüge werden auch vom katholischen Kindergarten St. Burkard in Ahorntal ausgehen. Allerdings nicht am Martinstag. Die drei Gruppen werden jeweils an verschiedenen Tagen einen Laternenumzug im hauseigenen Garten abhalten. Dadurch vermischen sich die Gruppen nicht und niemand wird benachteiligt, weil keiner der Umzüge am 11. November stattfindet, erläutert die Kindergartenleiterin Christine Feyl. Die Eltern dürfen auch hier nicht mitlaufen. Nachdem sie die Kinder abgegeben haben, können sie jedoch vom Zaun aus zusehen. Natürlich sollten sie die Abstände zueinander einhalten. "Das gemütliche Beisammensein mit Glühwein und Lagerfeuer fällt leider aus", ergänzt die Kindergartenleiterin. St. Martin wolle man den Kindern jedoch nicht nehmen.

Den Umzug im Kindergarten zu veranstalten, hat man bei der Kindertagesstätte St. Kunigund in Plankenfels wörtlich genommen. Dort kommt der Pfarrer für eine Andacht extra in den Kindergarten. Im Anschluss findet ein ganz kleiner Martinsumzug statt und zwar im abgedunkelten Kindergarten. "Wir machen extra alles dunkel, um wenigstens ein bisschen das Feeling zu bekommen", so die Leiterin Stefanie Brendel. Die Kinder bekommen die selbstgebastelten Laternen und ein paar Liedtexte mit nach Hause, um mit ihren Eltern noch einen Laternenumzug im Freien machen zu können.

Nicht im Kindergarten, sondern drum herum wird der Martinsumzug an der katholischen Kindertagesstätte St. Franziskus in Gößweinstein stattfinden. Ebenfalls ohne Eltern. Die Kinder werden singend mit ihren Laternen um den Kindergarten herumziehen. Im Anschluss führen die Erzieherinnen ein Martinsspiel für die Kinder auf dem Parkplatz auf. "Wir können es den Kindern nicht nehmen. Sie haben bereits so viele Einschränkungen. Da sind wir als Einrichtung einfach gefordert", erklärt Kindergartenleiterin Irmgard Redel.

Wenige Zuschauer

Es wird voraussichtlich auch einige Umzüge geben, bei denen wenige Zuschauer erlaubt sind. So etwa beim evangelischen Kindergarten in Bronn. Dort findet zunächst ein Gottesdienst – nur für die Kinder – in der Kirche statt. Im Anschluss ziehen die Kleinen dann, angeführt von einer Reiterin mit Pferd, durch Bronn in Richtung Kindergarten. Die Eltern können in kleinen Grüppchen an den beleuchteten Zäunen am Wegesrand stehen und beim kleinen Umzug zusehen.

Auch in der Kita vom Arbeiter-Samariter-Bund, der St. Kunigund Kindertagesstätte in Pottenstein, wird man einen kleinen Laternenumzug abhalten. Nachdem die Kinder einige Plätzchen gebacken haben, ziehen sie durch den mit Lichtern geschmückten Garten vor das St. Elisabeth Pflegeheim, um dort davor ein paar Lieder für die Bewohner zu singen, sodass sich diese an den Fenstern erfreuen können.

Planungen noch unsicher

Im Marien-Kindergarten in Auerbach ist man noch nicht ganz sicher, wie der Martinstag in diesem Jahr gefeiert werden kann. Laut Leiterin Martina Bremsthaler werde man darüber in der Elternbeiratssitzung kommende Woche sprechen. Sie ist sich allerdings schon sicher, dass es in diesem Jahr keinen Umzug mit den Eltern geben wird. Einen Martinstag, an dem die Kinder Lieder singen und zumindest Laternen basteln, werde es aber mit Sicherheit geben. "Man möchte das den Kindern ja trotzdem schenken", so Bremsthaler.

Bei vielen Kindergärten und -tagesstätten, die von der Redaktion angefragt wurden, waren die Planungen zum St. Martinstag noch nicht ganz abgeschlossen. Einige möchten sich erst kurzfristig anhand der aktuellen Corona-Lage entscheiden, ob und in welcher Form sie St. Martin in diesem Jahr mit den Kindern feiern. Fest steht jedoch bei allen Einrichtungen, dass es in diesem Jahr keine großen Umzüge mit den Verwandten der Kinder geben wird, sodass alles kleiner ausfällt. Ganz streichen wird man St. Martin jedoch nicht – oder um es mit den Worten von Christine Feyl vom Kindergarten Ahorntal auszudrücken: "Hauptsache, die Laternen der Kinder leuchten."

OLIVER HAAS

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