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Montag, 20.01.2020

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Kritik an Hundesteuer: "Erschwinglich aber ungerecht"

Waldemar Dressel hält die Hundesteuer für Willkür. Raab moniert den Hundekot auf den Spielplätzen. - 09.01.2020 14:55 Uhr

Waldemar Dressel trainiert mit seinem zweijährigen Dobermann Zeus. Der Pegnitzer Vereinsvorsitzende nannte die Hundesteuer gerade für Rentner makaber. © Foto: privat


Seit etwas über einer Woche gilt nun für die Pegnitzer Hundebesitzer der neue Steuersatz. Fast zwei Jahrzehnte lang hatte sich nichts geändert. Seit 2002 waren 40 Euro pro Hund fällig geworden, nun sind es 60 Euro.

Lisa König schockt das nicht. "Die Hundesteuer lag ja schon sehr lange bei 40 Euro, weswegen eine Erhöhung nicht überraschend ist", sagt die Vorsitzende des Hundesportvereins Pegnitz 03.

Gerade im Vergleich mit anderen Städten in der Region verlange Pegnitz nach wie vor einen relativ geringen Betrag (siehe nebenstehenden Info-Kasten).

Auch Königs Kollege Waldemar Dressel hält die Erhöhung an sich für unproblematisch. Der Vorsitzende des Vereins für Deutsche Schäferhunde in Pegnitz kritisiert aber die Hundesteuer an sich: "Finanziell ist das ja fast noch erschwinglich, aber ungerecht. Es ist einfach eine veraltete Steuer, die es auf andere Tiere, wie Pferde, nicht gibt."

Kritik an "Willkürsteuer"

Gerade Rentner träfe die Abgabe hart, sagt der 67-Jährige: "Viele ältere Leute wollen einen Hund einfach als Gesellschaft. Für die ist das ein bisschen makaber." In seiner Wahrnehmung handele es sich bei der Hundesteuer um eine reine "Willkürsteuer".

Stellungnahme aus dem Rathaus: "Ich bin mir dessen bewusst, dass eine Steuererhebung im Allgemeinen und die Hundesteuer im Speziellen nicht bei allen Betroffenen auf Gegenliebe stößt", entgegnet Bürgermeister Uwe Raab (SPD). Die im Jahr 1810 eingeführte Steuer sei aber heute für die Kommunen unverzichtbar.

Auch von Lisa König gibt es Kritik — allerdings vor allem an den Hundebesitzern. "Mir fällt leider auch in Pegnitz immer mal wieder ein Kothaufen auf Gehwegen auf", sagt König. Auch eine Erhöhung der Hundesteuer werde daran nichts ändern.

Waldemar Dressel stimmt zu: "Man lässt ja wegen der Hundesteuer den Kot nicht einfach liegen." Trotz der Verunreinigungen nimmt König in Pegnitz keine Ablehnung wahr: "Wenn wir trainieren, sind wir oft in der Stadt und in Geschäften unterwegs und haben bisher keine negative Stimmung erlebt."

Das Kot-Problem sieht auch Uwe Raab — gerade an Parkplätzen und auf Spielplätzen. Aufgrund der so verursachten Reinigungskosten hält Raab die Aufrechterhaltung der Hundesteuer für angemessen. "Ich appelliere auch regelmäßig an alle Hundehalter, die Hinterlassenschaften ihrer Hunde selbst in einem Tütchen aufzunehmen", so Raab.

Die von der Stadt aufgestellten Tütenspender und Abfalleimer zeigten zumindest teilweise Wirkung, wie Uwe Raab sagt: "Ich bedanke mich gerne bei allen Hundehaltern herzlich, die sich hier vorbildlich verhalten."

JULIAN SEIFERTH

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