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Kritik von Bürgern: Nebenstraßen oft erst Montag geräumt

Manchen Bürgern ging es nach den Schneefällen in ihren Wohnvierteln nicht schnell genug - 26.01.2021 07:55 Uhr

In der Auerbacher Innenstadt wurde am Montag damit begonnen, die Schneeberge aus der Innenstadt abzutransportieren. Diese werden auf einen befestigten Parkplatz am Freibad gekippt, wo sie später abtauen sollen.

25.01.2021 © Foto: Brigitte Grüner


"Wir haben am Sonntag und Montag jeweils ab früh um 3.30 Uhr geräumt", erklärt der Auerbacher Bauhofleiter Matthias Regn auf NN-Anfrage. Am Sonntag seien zehn Bauhofmitarbeiter auf fünf Räumfahrzeugen im Einsatz gewesen. Dazu habe es außerdem noch einen Handstreudienst gegeben.

Vorrangig seien am Sonntag die Hauptstraßen geräumt worden. Regn auf Nachfrage: "In den Siedlungen haben wir erst am Montag die Straßen frei räumen können."

Trotz mancher Bürgerkritik warb der Bauhofleiter für Verständnis um die Leistungsfähigkeit des gemeindlichen Schneeräumdienstes: "Keine Kommune kann überall gleichzeitig sein." Außerdem waren alle Räumfahrzeuge pausenlos im Einsatz.

Inzwischen wurde auch damit begonnen, die Auerbacher Innenstadt mit Radladern von den Schneebergen frei zu räumen. "Wir fahren den Schnee auf einen befestigten Parkplatz am Freibad." Dort könne dieser allmählich wegschmelzen.

Bürger sollten "Spazierfahrten" unterlassen

Auch der laut Wetterprognose für Donnerstag angekündigte Regen bereitet Matthias Regn keine schlaflosen Nächte. "Im Lauf der Woche sollen auch die Sinkkästen, also die Straßen-Gullis, von Schnee und Eis befreit werden."

Einen dringenden Appell richtete Matthias Regn an die Bürger, "unnötige Spazierfahrten" zu unterlassen. "Die Leute sollten zuhause bleiben", so sein Wunsch. Denn sonst würden die Räumfahrzeuge mit ihren 3,50 Meter breiten Schaufeln in den engen Straßen unnötig behindert.

Auf oft engen Straßen komme es pro Saison zwischen parkenden Autos oder im Verkehr zwischen Spazierfahrern und Räumfahrzeugen zu "zwei bis drei Unfällen". Diese will der Bauhofleiter möglichst vermeiden. An die Haus- und Wohnungsbesitzer richtete er außerdem den Appell, die "eigene Räum- und Streupflicht nicht zu vergessen".

Eng geht es in vielen tief verschneiten Siedlungsstraßen zu. Dort ist der Bauhof deshalb auch mit kleinerem Räumgerät unterwegs.

25.01.2021 © Foto: Brigitte Grüner


 Bereits am Sonntag sind beim Pegnitzer Bauhof "die wildesten E-Mails" von einzelnen Bürgern eingetroffen, die mit dem Ergebnis der Straßenräumung unzufrieden waren. Das berichtet der Pegnitzer Bauhofleiter Florian Halbleib.

Verärgert sind auch Anwohner aus dem hinteren Teil der Kellerstraße, wo bis Montagfrüh immer noch nicht geräumt war. "Sind wir in der Kellerstraße Anwohner zweiter Klasse?", hieß es in einer dieser Mails.

Halbleib zeigte Verständnis für den geäußerten Unmut. Er kündigte aber an, dass am Montag "Restarbeiten" in kleinen Straßen wie dem hinteren Teil der Kellerstraße erledigt werden könnten. Am Sonntag sei dies zum Teil wegen der engen Straße und parkenden Autos nicht möglich gewesen.

Am Montag, wenn die meisten Leute mit ihren Fahrzeugen weg auf Arbeit wären, könnten auch solche Abschnitte problemlos geräumt werden. Aber auch in Pegnitz waren am Sonntag "Mann und Maus" aktiv, um wenigstens die Hauptstraßen räumen zu können. Am Sonntag waren zwölf Bauhofmitarbeiter und vier Externe auf insgesamt elf Räumfahrzeugen im Einsatz.

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 Den Pegnitzer Autobesitzern empfahl Halbleib, möglichst auf dem eigenen Grundstück zu parken sowie keine Wendehämmer und Sackgassen zu blockieren. Während in diesem Winter mehr geräumt werden müsse, waren im Vorjahr vor allem Streudienste gefragt.

"Wenige Anrufer"

Ein gutes Zeugnis stellte Peter Linhardt aus dem Pottensteiner Bauhof den örtlichen Autofahrern aus. "Wir hatten sehr wenige Anrufer, die sich beschwert haben." Linhardt glaubt: "Je länger der Winter dauert, desto eher haben sich die Leute an die damit verbundenen Unannehmlichkeiten gewöhnt."

Im Prinzip würden pro Räumbezirk immer zuerst die Hauptstraßen geräumt. Und erst in einem "Nachgang" könnten dann auch die Siedlungsstraßen von Schnee und Eis befreit werden. Im Normalfall dauere eine Runde Räumen etwa acht bis achteinhalb Stunden.

FRANK HEIDLER

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