Bundestagswahl

"Land braucht Erneuerung an der Spitze": Auerbacher Lokalpolitiker nach der Wahl

27.9.2021, 15:54 Uhr
Die Auerbacher Christsozialen und Sozialdemokraten reagieren unterschiedlich auf die Wahlergebnisse. 

Die Auerbacher Christsozialen und Sozialdemokraten reagieren unterschiedlich auf die Wahlergebnisse. 

Der Stimmenverlust der CSU sei für sie nicht überraschend gekommen, sagt Birgit Barth. Der Trend habe sich abgezeichnet. "Viele hatten die CSU bereits abgeschrieben. Wir haben uns dagegen gestemmt und eingesetzt, und das hat sich gelohnt", betont die Auerbacherin.

Es habe wohl mehrere Gründe gegeben, die zu dem ungewohnt schlechten Ergebnis geführt hatten. Die Wahlanalysen finden in den nächsten Tagen statt, so Barth. Danach laute das Motto wieder "Nach der Wahl ist vor der Wahl". Birgit Barth hatte auf Platz 50 der Landesliste kandidiert. Ihre Chancen, über die Landesliste nach Berlin zu kommen, seien von Anfang an "sehr überschaubar" gewesen.

Birgit Barth hat viele Kontakte knüpfen können.

Birgit Barth hat viele Kontakte knüpfen können. © Foto: privat

Geht es für Birgit Barth nun weiter mit überregionalem politischem Engagement oder konzentriert sie sich künftig vor allem auf die Ämter als Stadt- und Kreisrätin sowie als FU-Vorsitzende? "Beides!" sagt sie. Durch die Kandidatur auf der Landesliste habe sie in den vergangenen Wochen und Monaten viele politische Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen können. Der gemeinsame Wahlkampf mit der neuen CSU-Abgeordneten Susanne Hierl verbinde. Damit bleibe der "Draht nach Berlin" auch nach der Ära von Alois Karl weiterhin stark, ist Birgit Barth überzeugt. "Das ist sicher gut für Auerbach und die Region." Als Mitglied des Bezirksvorstands der CSU und als Bezirksvorsitzende des Arbeitskreises Hochschule und Kultur werde sie sich weiterhin engagieren. Auch als Stadt- und Kreisrätin und als FU-Vorsitzende möchte sich Barth für die Mitbürger einsetzen.

SPD-Vorsitzender Peter Danninger freut sich, dass die Bürger das Vertrauen in die SPD wiedergefunden haben. "Dieses Ergebnis gibt uns sehr viel Zuversicht für die Zukunft unserer Volkspartei." Es zeige auch, dass sich die Mehrheit Olaf Scholz als Kanzler wünscht. Der SPD-Kandidat habe bewiesen, dass er die Herausforderungen meistern kann. "Das kann man von Herrn Laschet nicht gerade behaupten." Die Union habe fast neun Prozent verloren, die SPD dagegen dazu gewonnen, sagt Danninger. Er verstehe nicht, dass die Union aus dem Wahldesaster nun einen Regierungsanspruch ableitet. Mit den Zugewinnen von SPD, den Grünen und der FDP steht für den Auerbacher SPD-Chef fest, dass sich die Bevölkerung eine Ampelkoalition wünscht. Eine große Koalition schließt er nach den gemachten Erfahrungen aus. "Das Land braucht eine Erneuerung an der Spitze."

Das Ergebnis seiner Partei sei am Ende besser gewesen als die Umfragen, meint CSU-Vorsitzender Bernhard Hinteregger. "Dennoch kann und darf man damit nicht zufrieden sein und muss seine Lehren daraus ziehen, um es künftig besser zu machen." Union und SPD liegen so nahe beieinander, dass beide den Anspruch auf das Kanzleramt für sich behaupten könnten. Dennoch sieht er die Verantwortung der Regierungsbildung bei der Union. "Wir stehen vor wichtigen Aufgaben, die unser Land und die ganze Welt betreffen; da ist es wichtig, auf die Erfahrung und Stabilität der Union zu vertrauen." Die Union und die FDP seien sich sehr nahe, was die Inhalte betrifft, und auch die Grünen machen schon Zugeständnisse und sagen, dass ihre Forderungen verhandelbar sind. "Für mich ist klar: Jamaika ist die beste Koalition für die nächsten vier Jahre", betont Hinteregger.

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