Dienstag, 22.10.2019

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Langjährige Traditionen bei den Auerbacher Bergknappen

Der Bergknappenverein wurde 1890 gegründet und ist bis heute sehr aktiv. - 05.10.2019 16:52 Uhr

Vorsitzender Andreas Wilhelm hofft, dass die Mitglieder des Auerbacher Bergknappenvereins noch lange an einem Strang ziehen. © abine Rühl


Aufgrund der bergmännischen Tugenden wie Kameradschaft, Sinn für Geselligkeit, Pflichtgefühl und Durchhaltevermögen überstand der Verein die lange Zeit bis heute. Wir sprachen mit dem derzeitigen Vorsitzenden Andreas Wilhelm, der seit dem 6. Januar 2004 den Vorsitz des Bergknappenvereins inne hat. Im Bergbau der Grube Leonie hatte Wilhelm die Arbeit als Bergmann am 1. Februar 1980 begonnen und trat auch dem Bergknappenverein Auerbach bei. "Da mein Vorgänger das Amt nicht mehr ausführen wollte, begann die Suche nach einem neuen Vorsitzenden. Deshalb habe ich mich zur Verfügung gestellt." erklärt Wilhelm. Zuvor war er seit 1983 Fahnenträger und fungierte seit 1986 als Beisitzer im Verein – bis 2004.

Hat er sich die Leitung des Vereins leichter oder schwerer vorgestellt? "Am Anfang dachte ich, es wäre schwieriger. Aber ich hatte als Unterstützer ja meinen Schwiegervater, der das Amt vorher 21 Jahre lang ausübte," führt Andreas Wilhelm aus. Für dieses Ehrenamt investiere er viel Zeit. Gefordert sei er vier bis fünf Mal im Jahr bei Vereinssitzungen, Gratulationen zu Geburtstagen, Hochzeits-Jubiläen und Beerdigungen von Mitgliedern.

Was ihm besonders viel Spaß und Freude an der Spitze des Vereins macht? "Sehr wichtig ist es mir als Vorsitzender, solche alten langjährigen Traditionen aufrecht zu erhalten, so lange es uns möglich ist," unterstreicht Wilhelm.

Unterstützt werde er vor allem durch Vize-Vorsitzenden Karl Herbert und andere Mitglieder. Der Verein könne ja nur weiter existieren, wenn alle an einem Strang zögen. Aktuell zählt der Bergknappenverein Auerbach 490 Mitglieder.

Die Hauptaktivitäten des Vereins sind das Bergfest, die Barbarafeier, auch mit den Nachbarvereinen Pegnitz, Königstein und Sulzbach. Feste Termine sind auch die Teilnahme am Deutschen oder Bayrischen Bergmannstag und an den Jubiläen eines Vereins. Als schwierig bezeichnet es Andreas Wilhelm, neue Mitglieder zu bekommen, weil es in unserer Region keinen aktiven Bergbau mehr gibt. Von allein käme aus diesem Grund keiner zum Verein, nur durch Werbung und persönliche Ansprache.

Laut Wilhelm stehen heuer noch etliche Termine am Plan: der Volkstrauertag, die Barbarafeier am 1. Dezember in Auerbach, am 7. Dezember in Königstein und am 8. Dezember in Pegnitz. Zudem bringt sich der Bergknappenverein am 7. und 8. Dezember bei der Bergwerksweihnacht auf Maffei mit ein.

Ein Blick in die Chronik des Bergknappenvereins zeigt, dass er im Jahr 1949 schon 653 Mitglieder zählte, 1965 waren es 873. Nach dem Ende des aktiven Bergbaus in Auerbach 1987 sank die Zahl auf 748, 1990 sogar auf 674.

Andreas Wilhem steht nicht nur an der Spitze des traditionellen Bergknappenvereins, sondern ist auch bei den Auerbacher Naturfreunden als Erster Wanderführer und als Beisitzer im Landesverband engagiert.

SABINE RÜHL

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