Sonntag, 19.01.2020

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Langjähriger Musiklehrer geht in Ruhestand

Musiklehrer Erich Nitt hat verschiedene Bands gegründet, die allen – unabhängig vom Können – offenstehen. - 15.01.2020 06:55 Uhr

Vor fast 40 Jahren hat Erich Nitt an der Christian-Sammet-Schule die ersten Bands gegründet. Ende des Schuljahres geht der Musik- und Kunstlehrer nun in den Ruhestand – mit ein wenig Wehmut. © Foto: Klaus Trenz


Als Nitt 1981 an die Sammet-Schule kam – er war vorher in Kulmbach – war musikmäßig hier fast nichts vorhanden. Mit Überbleibseln aus seiner eigenen aktiven Bandzeit hat Nitt das Equipment aufgestockt. Er hat alle möglichen Instrumente gespielt – Keyboard, Flöte, Kontrabass. "Was halt gerade gebraucht wurde", sagt er. Ab 1982 gab es dann zwei Schulbands, es konnte jeder mitmachen – egal, was die Kinder schon an musikalischem und instrumentalem Vorwissen mitbrachten. "Ich habe die Stücke so ausgesucht, dass es für jeden zu schaffen war, dass jeder sich wieder erkennen konnte."

Bei der Stange halten

Am Anfang haben sie Musicals gespielt, mittlerweile geht das Repertoire querbeet von Rock’n Roll bis hin zu aktuellen Stücken, die im Radio laufen. "Ich muss immer was finden, was den Kindern Spaß macht, was sie gerne machen und motiviert", sagt Nitt. Zuhause schreibt er die Coverstücke passend für die Bandmitglieder, mit klassischer Notenschrift. Die Schüler, die nach Gefühl spielen, brauchen keine Noten.

Die Bands spielen jedes Jahr beim Musikabend, bei der Abschlussfeier der Schulabgänger und der Weihnachtsfeier. Einmal jährlich treten sie zudem in München bei "Rockimpuls" auf. Dort spielen Schülerbands für Bands anderer Schulen. Zwischen 600 und 800 Jugendliche sind das jedes Mal, die zwischen zwölf und 17 Uhr auftreten. Eine bayernweite Veranstaltung, bei der es für die besten Gruppen am Schluss einen Gutschein gibt. "So etwas motiviert die Kinder, weiter zu machen", sagt Nitt. "Außerdem gehen sie anschließend zu Mc Donald’s", ergänzt er lachend.

Seit sieben Jahren gibt es in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) in Erlangen ferner das Projekt "klasse.im.puls". Das bundesweit erste musikpädagogische Förderprogramm unterstützt die Einrichtung von Musikklassen an bayerischen Mittel- und Realschulen. Es wurde 2009 auf Initiative der Professur Musikpädagogik der FAU gegründet.

An der Pegnitzer Christian-Sammet-Schule gehört der Bandunterricht für die fünften und sechsten Ganztagsklassen schon fest zum Programm. Es sind zwei Stunden in der Woche, zusätzlich zu den regulären Musikunterrichtsstunden. Vielen der Schüler hat das so gut gefallen, sagt Nitt, dass es jetzt noch zwei Extra-Bands mit Kindern der siebten bis neunten Klasse gibt. Geprobt wird vormittags in den Pausen in den verschiedenen Musikzimmern, die Großen üben montags im Rahmen der Bandprobe. Die Sängerinnen ziehen ins Nebenzimmer, um sich einzusingen; die Schlagzeuger gehen in einem weiteren Raum das Stück noch mal durch. Anschließend wird noch mal gemeinsam gespielt.

Ein Kontrapunkt zum Alltag

"Die Musik soll ein Kontrastprogramm zum regulären Unterricht sein", erklärt Nitt, ein Ausgleich zu Mathe und Deutsch. Die Musik ziele auf die Emotionen ab, sei ein Kontrapunkt zum Alltag. "Man bräuchte noch viel mehr Musik manchmal, um wieder ins Lot zu kommen", sagt der Pädagoge. In einer kleinen Umfrage (unten) berichten drei Schüler selbst, warum sie in einer der Schulbands spielen.

Neben dem Gesang gibt es bei den Schülerbands alle möglichen Instrumente. Das geht vom Keyboard über E-Gitarren bis zum Schlagzeug. Bei den Großen spielt Erich Nitt auch selber mit, haut beim Intro schon mal in die Klaviertasten.

Und auch Nitts Sohn Daniel schlägt in die musikalischen Schiene, erzählt der Lehrer stolz. Er leitet bei Sänger und Songwriter Mark Forster die Band. Dazu gehört das Singen genauso wie das Instrumente spielen und Stücke aufnehmen.

Ein bisschen wehmütig ist Nitt nun schon, dass seine Zeit an der Christian-Sammet-Schule zu Ende geht. Aber zu Auftritten der Bands will er trotzdem weiter kommen.

FRAUKE ENGELBRECHT

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