Donnerstag, 23.05.2019

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Langwierige Maßnahmen an Pegnitztal-Eisenbahnbrücken

Schäden an Gebäuden „nicht sicher ausgeschlossen“ — Harald Enes als BI-Sprecher kündigte Widerspruch an - 08.03.2016 22:18 Uhr

Auch die historische Eisenbahnbrücke in Unterartelshofen (Bild) will die Deutsche Bahn Netz AG durch ein neues Brückenbauwerk ersetzen. © Siegfried Fuchs


Laut Gutachten befindet sich die historische Eisenbahnbrücke in Güntersthal baulich in einem sehr schlechten Zustand. „Eine Sanierung ist aus Betreibersicht nicht zumutbar“, heißt es im Erläuterungsbericht zur Planrechtsunterlage, der nun bei den beiden Gemeinden ausliegt und im Internet auf der Homepage der Regierung von Mittelfranken zu finden ist (www.regierung.mittelfranken.bay ern.de/aufg_abt/abt4/abt32004_pl anfeststellung_liste. htm).

Abbruch von Betriebsteil

Die geplanten Bauarbeiten beinhalten auch den Abbruch eines Betriebsgebäudes der Eckartwerke, das dem Vorhaben im Weg steht. Wie dem Erläuterungsbericht zu entnehmen ist, rechnet die Bahn hier mit einem Bauzeitraum von 26 Monaten. Auf der Strecke zwischen Vorra und Neuhaus soll während der Bauausführung der Bahnbetrieb zumindest weitestgehend eingleisig aufrechterhalten werden, heißt es darin.

„Halbseitige Sperrungen der Staatsstraße St 2162 sowie kurzzeitige Vollsperrungen“ aber seien vorgesehen. Was Baulärm und Erschütterungen anbelangt, informiert der Bericht, „dass insbesondere durch die Schlagramme Schäden an den nächstgelegenen Gebäuden nicht sicher ausgeschlossen werden können.“

Um Erschütterungen zu vermindern, will die Bahn „Rammarbeiten gegebenenfalls in Verbindung mit Vorbohren“ durchführen. Die Verbundträger der neuen Brücke selbst werden im Werk vorgefertigt, die Endmontage erfolgt dann vor Ort.

Auch darüber, inwieweit Natur und Landschaft von den Baumaßnahmen betroffen sind, gibt der Bericht Auskunft. Hier will die Bahn nötige Beeinträchtigungen des Naturhaushalts gleichwertig ersetzen.

Schlechter Zustand

Auch die Eisenbahnbrücken in Unterartelshofen und bei Enzendorf sollen neuen Bauwerken weichen. Denn für sie liegen laut Gutachten ebenfalls keine ausreichenden Tragfähigkeiten für die vorhandene Streckenklasse D 4 mehr vor. Auch sie sind in schlechtem Erhaltungszustand.

Harald Enes von der Bürgerinitiative „Eisenbahnbrücken Pegnitztal“ kündigt schon jetzt an, Einspruch gegen die Pläne einzureichen. Er weist darauf hin, dass bei den drei Eisenbahnbrücken letztendlich doch nur ein Brückenträger wirklich schadhaft sei. „Die Bahn muss sich etwas einfallen lassen, wie man den einen Träger austauscht, ohne gleich die ganze Brücke abzureißen“, fordert er.

Denkmalschutz ist schuld

Hartensteins Bürgermeister Werner Wolter sieht das anders: „Es ist zur Sicherstellung des Schienenverkehrs dringend notwendig, dass die Brücken erneuert werden“, sagt er. Zwar habe man nun genau das, was man eigentlich nicht wollte — eine Baustelle nach der anderen, was sich über Jahre oder Jahrzehnte hinziehen und die Bevölkerung enorm belasten werde. Das aber sei letztlich dem Denkmalschutz zu verdanken, sagt er.

Denn die Bahn habe ursprünglich vorgehabt, alle historischen Eisenbahnbrücken im oberen Pegnitztal in einem großen Wurf innerhalb von drei Jahren zu erneuern.

Das aber sei am Denkmalschutz gescheitert. Insgesamt müssen nun in den nächsten Jahren die 23 Brücken im oberen Pegnitztal einzeln angegangen werden.

Vier will die Bahn abreißen, fünf erhalten. Das Schicksal der restlichen ist aber noch unklar. 

kb

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