Montag, 30.03.2020

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Lichtermeer in der Fränkischen: Prozession zieht durch Pottenstein

Flammen loderten am Dreikönigstag in der Felsenlandschaft - 07.01.2020 13:59 Uhr

Rund um Pottenstein leuchtete ein Lichtermeer an den Hügeln. © Stefan Hippel


Der von Hunderten von Bergfeuern illuminierte Abschluss der Ewigen Anbetung in Pottenstein sorgte wieder für einen gewaltigen Besucheransturm. Rund 18.000 Gläubige und Schaulustige waren bei herrlich sonnigem Winterwetter in das idyllisch gelegene Städtchen im Herzen der Fränkischen Schweiz gekommen, um Zeuge eines der optisch eindrucksvollsten kirchlichen Feste im Freistaat zu werden.
Die Lichterprozession in dem Felsenstädtchen ist der Schlusspunkt der „Tage der Anbetung“ in der Fränkischen Schweiz. Mehrere Kirchengemeinden in den Landkreisen Bayreuth und Forchheim halten zwischen Ende November und Heilige Drei Könige gemeinsame Betstunden in den jeweiligen Gotteshäusern ab. Anschließend ziehen Prozessionen durch die Orte.

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Magische Atmosphäre bei der Lichterprozession in Pottenstein

Auch 2020 verwandelte sich am Dreikönigstag die Felsenlandschaft rund um Pottenstein in ein Meer aus Flammen. Tausende Besucher wohnten dem großen Prozessionszug bei, der sich durch die festlich geschmückten Straßen der historischen Altstadt von Pottenstein schlängelte. Im Hintergrund loderten über 1000 Feuer auf den Felsenwänden und sorgten für magische Stimmung.


Als gegen 17 Uhr die Glocken der katholischen Pfarrkirche St. Bartholomäus erklangen, entzündeten viele ehrenamtliche Helfer die Feuerstellen auf den umliegenden Hängen. Die Stöße aus heimischem Fichtenholz brennen dann etwa eine Stunde lang. Besonders eindrucksvoll war ein beleuchteter, sieben Meter hoher Rosenkranz, der über den Hängen zu schweben schien.

Friedliche Stimmung - unvermeidliche Staus

Bis auf einen abgefahrenen Seitenspiegel und die unvermeidlichen Staus am Abend registrierten die zuständigen Beamten der Polizeiinspektion Pegnitz keine unliebsamen Zwischenfälle. Die Prozession selbst verlief ruhig und ohne besondere Vorkommnisse. Auf die Probleme im vorvergangenen Jahr, als über 20.000 Menschen für einen neuen Besucherrekord und ein ziemliches Verkehrschaos sorgten, haben Stadtverwaltung und Polizei umgehend reagiert. Nun werden bereits drei Stunden vor der Prozession sämtliche Zufahrten zur Ortsmitte gesperrt.

Die Prozession in Pottenstein ist der Schlusspunkt der „Tage der Anbetung“ in der Fränkischen Schweiz. Mehrere Kirchengemeinden in den Landkreisen Bayreuth und Forchheim wie Gößweinstein, Nankendorf, Obertrubach und Ebermannstadt halten in der Zeit zwischen Ende November und Heilige Drei Könige gemeinsame Betstunden in den jeweiligen Gotteshäusern ab. Anschließend ziehen Lichterprozessionen durch die Orte.

Ewige Anbetung seit 1905

Die Ursprünge dieses Brauchs gehen auf Papst Klemens VIII. zurück, der im Jahr 1592 das sogenannte vierzigstündige Gebet, die spätere sogenannte Ewige Anbetung, einführte. Im 18. Jahrhundert initiierte dann der Bamberger Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim, dass jeden Tag in einer anderen Kirchengemeinde des Bistums ein Tag des Gebetes vor der in einer Monstranz ausgestellten Hostie abgehalten wird.

In Pottenstein begann die Tradition der Ewigen Anbetung in ihrer heutigen Form im Jahr 1905, als der Dreikönigstag als fester Termin der damit verbundenen Lichterprozession beschlossen wurde. Bereits am 5. Januar beginnen die Gläubigen mit einem „immerwährenden Gebet“, und am 6. Januar wartet man mit der abschließenden Prozession bis zum Einbruch der Dunkelheit, damit die einmalige Atmosphäre besonders eindrücklich wird.

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5000 Besucher bei Lichterprozession Nankendorf

Rund 5000 Menschen erlebten in Nankendorf (Stadt Waischenfeld) am Silvesterabend eine ruhige und besinnliche Lichterprozession mit über 5000 Lichtern im Ort und an den Berghängen. Über 1000 Prozessionteilnehmer beteten andächtig als sie durch den Ort zogen durch den Pfarrer Hans Stiefler das Allerheiligste trug.


Andre Ammer

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