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Lob für Lehrer Hermann Sommer: Viel für das Leben gelernt

Helmut Weber spendet in dankbarer Erinnerung an seine Geburtsstadt 50.000 Euro für Jugendarbeit - 08.06.2019 14:18 Uhr

Auch 60 Jahre nach ihrer Schulzeit zollen Schüler ihrem Lehrer Hermann Sommer noch höchste Anerkennung. © NN-Archiv


"Der Jahrgang 1948 erinnert sich in Dankbarkeit an Hermann Sommer, Lehrer in Pegnitz von 1948 bis 1982", steht auf einer schlichten Gedenktafel an der neuen Bike-Anlage in der Reusch. Enthüllt wurde sie bei der Einweihung des neuen Jugendtreffs auf Initiative des ehemaligen Schülers Helmut Weber, der schon lange nicht mehr hier wohnt, sich aber gerne an seine Jugendzeit erinnert und deshalb in Dankbarkeit die stattliche Summe von 50 000 Euro für die Nachwuchsarbeit in seiner Heimatstadt gespendet hat.

Angekündigt hatte er diese noble Geste schon vor vielen Jahren dem früheren Rektor und 2. Bürgermeister Helmut Graf. Lange fand sich kein geeigneter Verwendungszweck. Als die Diskussion um eine Skateranlage lauter wurde, interessierte Graf den früheren Pegnitzer für dieses Projekt.

Letztendlich kam die Summe dann doch ganz allgemein der Jugendförderung in Pegnitz zugute, um keine staatlichen Zuschüsse zu gefährden. Bürgermeister Uwe Raab nützte die Bike-Park-Einweihung aber gerne, um die vorbildliche Aktion zu würdigen.

Weber widmete sein finanzielles Engagement im Beisein etlicher Klassenkameraden aus dem 48er Jahrgang explizit seinem Lehrer Hermann Sommer, dem er viel verdanke, weil er seine Schüler auf das Leben vorbereitet habe, mit Themen, die trotz ihrer Wichtigkeit in keinem Lehrplan standen. Deshalb sei er es wert, sich beim Besuch der Freizeitanlage an ihn zu erinnern.

Den Jugendlichen wird der Name Hermann Sommer wenig sagen, trotz seiner enormen Aufbauleistung für die Sportstadt Pegnitz nach dem Krieg. Er war hier über 30 Jahre lang Lehrer und hat daneben mehrere Vereine mit aus der Taufe gehoben. Sechs Jahre lang führte er von 1950 an den ASV, firmierte 1963 als Gründungsmitglied des EVP, stellte im Schachclub eine wichtige Figur dar und sammelte vor 50 Jahren mit einem Spendenkomittee 38 000 Mark an Bürgerbeteiligung für den Bau des Hallenbads.

Darüber hinaus war er als Motor des Skiclubs wesentlich am Bau einer Sprungschanze bei Hainbronn und der heutigen Vereinsanlage in Bodendorf beteiligt. Event-Charakter hatten die Jugendskitage mit Hunderten von Teilnehmern.

Als ob das nicht alles schon genug gewesen wäre, erledigte er mit seiner Frau Ruth vom Wohnzimmer aus jahrzehntelang zudem die komplette Pegnitzer Pressearbeit für die Bayreuther Zeitung. In schonungsloser Offenheit erklärte er, wie das alles möglich war: "Wer als Lehrer daheim für die Schule arbeiten muss, hat den Beruf verfehlt." Heute undenkbar. 

ISI REINL

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