Donnerstag, 22.04.2021

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"Lockdown light": Großes Hoffen auf eine Verschnaufpause in der Region

Die neuen Corona-Einschränkungen sollen die Zahlen im Landkreis Bayreuth stabilisieren. - 30.10.2020 15:30 Uhr

Die steigenden Zahlen in Stadt und Landkreis Bayreuth seien nicht auf einzelne Brennpunkte zurückzuführen, erklärte Dr. Klaus von Stetten, Leiter des Gesundheitsamtes. "Sie verteilen sich diffus." Darunter gebe es auch die eine oder andere Schulklasse und zwei Pflegeeinrichtungen – in der Stadt und im Landkreis –, wo es positive Fälle unter den Pflegekräften gegeben habe und eine Kraft in einem Seniorenheim sechs Bewohner angesteckt habe: "Die sind allerdings symptomfrei und müssen nicht stationär behandelt werden."


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Von einer regelmäßigen Testung der Pflegekräfte hält von Stetten nichts. "Das ist ja immer nur eine Momentaufnahme." Die Einrichtungen hätten sehr gute Hygienekonzepte, die bereits im Frühjahr und Sommer überzeugt hätten. Das und die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt hält er für den besten Weg, um Ausbrüche in Heimen einzudämmen: "Sobald ein Fall bekannt wird, machen wir Reihentestungen."

Die Mitarbeiter des Gesundheitsamts, deren Anzahl aufgestockt wurde, unternähmen "riesige Anstrengungen, die Arbeit zu bewältigen"; auch am Wochenende. Nebenbei müsse das Gesundheitsamts noch andere Aufgaben bewältigen. So gebe es aktuell einen Tuberkulose-Fall, bei dem eine Mutter zwei Kinder angesteckt habe und nun 50 Kinder aus dem Umfeld ermittelt werden müssten.

Falsche Zahlen veröffentlicht

"Wo viel gearbeitet wird, passieren Fehler", sagte von Stetten und räumte ein, dass es kürzlich zur Veröffentlichung falscher Zahlen gekommen war. Der Arzt, der die Zahlen bis dahin bearbeitet habe, sei ins Berchtesgadener Land abberufen worden und bei der recht kurzfristigen Übergabe sei eine Konstante nicht mehr einberechnet worden. "Dadurch sind geringfügig höhere Zahlen bei den 7-Tage-Inzidenzen herausgekommen." Für die Schwellenwerte seien aber grundsätzlich die Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) entscheidend. Momentan gelinge es noch, die Fälle nachzuverfolgen. "Es ist aber schwierig, wir haben eine große Zahl von Kontaktpersonen bei den Fällen aus den letzten Wochen", sagte von Stetten.

Ein weiterer Baustein zur Eindämmung des Infektionsgeschehens ist der Stufenplan mit den Ampelfarben von grün bis dunkelrot – mit Kontaktbeschränkungen, Sperrstunden und Maskenpflicht, auch an stark frequentierten öffentlichen Plätzen. Diese legten die Kreisverwaltungsbehörden fest, sagte Ulrich Scheffer, Leiter des Bereichs Kommunales, Öffentliche Sicherheit und Ordnung. "Wir stehen dazu in engem Austausch mit den Gemeinden und Polizeibehörden, um diese Plätze auszumachen." Die Festsetzung werde natürlich vor dem Hintergrund der Verhältnismäßigkeit beobachtet.

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Bei der Einhaltung der Maskenpflicht und der anderen Vorgaben setze man auf die Mitarbeit und Vernunft der Bürger, sagte Daniel Frieß, Stellvertreter des Landrats. "Wir wissen, dass es jetzt schwieriger ist als bei der ersten Welle, die Menschen mitzunehmen." Es sei ihnen durchaus bewusst, dass diese Einschränkungen für die Bevölkerung sehr belastend sind, sagte Landrat Wiedemann. Hart treffen die Einschnitte die Wirtschaft und besonders die Gastronomie. Um diese in einem ersten Schritt zu unterstützen, können Gastronomen in eine Liste aufgenommen werden, um ihr Abhol- oder Lieferserviceangebot einzustellen. Für Kulturschaffende, Freiberufler und Kreative habe man Infos auf der Landkreis-Seite zusammengestellt.

Klaus von Stetten geht davon aus, dass die ab Montag geplanten Einschränkungen helfen. "Es sind weniger Kontakte da, die Verbreitung des Virus wird zurückgehen." Das hätten auch die Erfahrungen vom März gezeigt. "Wir hoffen, dass sich die Zahlen stabilisieren. Er sieht die Herbst- und Weihnachtsferien als "Verschnaufpause".

BARBARA STRULLER

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