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Markus Hochholdinger: Junge Leute müssen Politik betreiben

Student will für die FDP in den Landtag und die Digitalisierung voranbringen - 10.10.2018 13:41 Uhr

Markus Hochholdinger (23) ist ledig und wohnt in Amberg. Der Student ist Vorsitzender der Jungen Liberalen Amberg-Sulzbach und Schatzmeister der FDP Amberg. © Hochholdinger


Herr Hochholdinger, warum engagieren Sie sich in der Politik?

Markus Hochholdinger: Ich engagiere mich in der Politik, weil ich der Überzeugung bin, dass Politik auch von den jungen Leuten betrieben werden muss, um das Bild der Gesellschaft besser repräsentieren zu können. Auch engagiere ich mich, weil es eine Alternative zur Abschottungspolitik und dem zunehmenden Populismus in unserer politischen Landschaft braucht.

An welcher Stelle brennt es in Ihrem Stimmkreis am meisten?

Hochholdinger: Der Stimmkreis Amberg-Sulzbach hat große Probleme beim Thema Digitalisierung. Zum einen muss der Breitbandausbau, wie in ganz Bayern, vorangetrieben werden. Dadurch wird auch der ländliche Raum für Bürger und Unternehmen attraktiver. Zum anderen hat der Stimmkreis ein großes Problem mit Funklöchern. Fährt man aus den Städten des Landkreises, so fährt man meist von einem Funkloch zum anderen.

((ContentAd))Was würden Sie ändern, wenn Sie bayerischer Ministerpräsident wären?

Hochholdinger: Da gibt es natürlich einiges. Aber eines unserer größten Probleme ist der Wohnungsmangel in Bayern. Also würde ich einen anderen Kurs in der Baupolitik fahren. Einen Freibetrag bei der Grunderwerbssteuer bei der ersten Immobilie, Regularien herunterfahren und die Entbürokratisierung von Bauverfahren sind hier mitunter die wichtigsten Schritte.

Ihr Rezept gegen den Wahlkampfstress?

Hochholdinger: Musik hilft mir persönlich sehr gegen Stress. Ich bin leidenschaftlicher Musiker und wenn ich selbst Musik produziere, entspannt mich das sehr. Aber auch ein gutes Buch hilft unglaublich gut.

Was hat Sie zuletzt in der Landespolitik am meisten geärgert?

Hochholdinger: Das Polizeiaufgabengesetz (PAG) an sich und auch Reaktionen mancher CSU-Politiker auf den Protest vieler Bürger. Das PAG an sich ist aus mehreren Gründen problematisch. So ist beispielsweise der Begriff ,drohende Gefahr’ einfach nicht ausreichend definiert. Aber auch die Befugnisse der Polizisten sind zum Teil problematisch, wie zum Beispiel das Verändern und Löschen von Daten in der Cloud. Die Polizei nimmt zu sehr Züge eines Geheimdienstes an. Reaktionen auf die Demonstrationen waren ärgerlich, weil Worte wie ,Lügenpropaganda’ von Herrn Hermann keinesfalls zu einer sachlichen Diskussion beitragen.

Wie viel Einfluss hat die Landespolitik?

Hochholdinger: Vielen ist gar nicht bewusst, wie sehr die Landespolitik unser Leben beeinflusst. Bei vielen Problemen wird fälschlicherweise auch der Bundesregierung die Schuld zugeschoben. Es gibt viele Themenbereiche, wo vor allem die Landesregierung verantwortlich ist. Das beste Beispiel ist hier wahrscheinlich die Bildungspolitik.

Warum können gerade Sie etwas bewirken?

Hochholdinger: Aufgrund meines jungen Alters bin ich noch voller Motivation, Tatendrang und nicht in festen Meinungsstrukturen gefangen. Ebenfalls habe ich frische Ideen und Lösungsvorschläge, die vor allem auch zukunftsorientiert sind. Außerdem versuche ich mit Argumenten und nicht – wie viele Politiker in der heutigen Zeit – mit Gebrüll und Parolen zu überzeugen.

Wofür wollen Sie sich einsetzen, wenn Sie es in den Landtag schaffen?

Hochholdinger: Meine Kernthemen sind Bildung und Digitalisierung. Gerade beim Thema Bildung gibt es Einiges, was ich durchsetzen möchte. Sehr relevant ist das Vermindern der Unterrichtsausfälle. Aber auch die Ausweitung des Ganztagesangebotes sowie die Digitalisierung der Bildung im Allgemeinen liegt mir am Herzen. Beispielsweise das Arbeiten mit neuen Medien, wie Tablets, darf keine Ausnahme sein. Beim Thema Digitalisierung ist mir der Ausbau des Breitbandnetzes und ein flächendeckendes Mobilfunknetz sehr wichtig. Aus eigener Erfahrung halte ich auch das Thema E-Government für wichtig, also die Digitalisierung von Behördengänge.

Warum muss gerade Ihre Partei im Landtag vertreten sein?

Hochholdinger: In den letzten Jahren wurde immer deutlicher, dass sich die CSU weg von der Mitte bewegt. Doch die Mitte braucht eine starke Stimme – und genau hier sehe ich die FDP. Wir stehen für eine vernünftige Politik, die Bayern auch in Zukunft stark machen möchte. Wer von einer konservativen Revolution spricht, wie es die CSU macht, ist hierzu meines Erachtens nicht fähig. Ebenfalls ist die FDP die einzige liberale Partei in Bayern und Deutschland. Freiheit braucht wieder eine Stimme in Bayern.

Interview: NN

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