21°

Freitag, 24.05.2019

|

Martin Höller politisch wie beruflich engagiert

Mit 90 Jahren blickt der frühere Elektromeister und Stadtrat auf viele Stationen seines Lebens zurück. - 11.05.2019 09:25 Uhr

Martin Höller verfolgt auch mit 90 höchst interessiert das Geschehen in Auerbach genauso wie die Nachrichten aus der Wirtschaft. Und er lässt es sich nicht nehmen, mit der Gehhilfe immer noch die Innenstadt aufzusuchen.


Interessiert ist der Jubilar nach wie vor an Wirtschaftsnachrichten. Er studiert den Wirtschaftsteil der Tageszeitung und liest Fachzeitschriften, oder auch das örtliche Gemeindeblatt. Das Geschehen in seiner Heimatstadt ist für den früheren Kommunalpolitiker interessant. Wenn es gesundheitlich möglich ist, geht er auch mal zu einer Versammlung. Von drei Schlaganfällen hat er sich stets gut erholt.

Höller bedauert allerdings, dass er seinen Tagesablauf nach den vorgeschriebenen Zeiten für die Einnahme von Tabletten richten muss und auch in seiner Mobilität eingeschränkt ist. Zuhause unterstützt ihn seine Ehefrau. Trotz seiner Einschränkungen gehört Martin Höller für viele Bürger zum Auerbacher Leben. Er genießt seine regelmäßigen Runden durch die Innenstadt, die er mit dem Gehwagen unternimmt. Die Kraft teilt er sich dabei ein und nimmt zwischendurch auf seinem Rollator Platz.

Im Elternhaus

Höller lebt mit Gattin Betty-Maria in seinem früheren Elternhaus, in dem er mit einem Bruder aufgewachsen ist. Auch der Vater führte schon ein Elektrogeschäft, das der Jubilar zum 1. September 1963 nach insgesamt neun auswärtigen Berufsjahren übernahm und in den Folgejahren kontinuierlich erweiterte. Als Elektromeister – die Prüfung hatte er 1954 in Regensburg abgelegt – war er vor allem in der Nordoberpfalz und den angrenzenden fränkischen Regierungsbezirken unterwegs.

Er engagierte sich auch in der Elektro-Innung Nordoberpfalz. Von 1964 bis 1996 war er im Vorstand der Innung, darunter 15 Jahre als Obermeister. In diese Zeit fällt die Gründung einer Partnerschaft mit der Innung in Pilsen. Ziel war es, deren Aufbau nach bayerischem Standard zu fördern. Als ehrenamtlicher Richter wirkte Martin Höller zwölf Jahre. Für sein unermüdliches Engagement wurde er zum Ehren-Obermeister der Innung Nordoberpfalz und zum Ehrenmitglied der befreundeten Innung Pilsen ernannt. Die Goldmedaille mit Urkunde der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz wurde ihm 1991 verliehen.

Der örtliche Gewerbeverein war ihm ebenfalls eine Herzensangelegenheit. Von 1963 bis 1996 war er im Vorstand tätig, darunter 24 Jahre als zweiter Vorsitzender. Die Entwicklung seiner Heimatstadt begleitete er 18 Jahre als Stadtrat der CSU-Fraktion. Auch in der Kommunalpolitik lagen ihm die wirtschaftliche Entwicklung und die Schaffung von Arbeitsplätzen am Herzen. Besonders gerne denkt der Jubilar deshalb an Betriebsansiedlungen in Auerbach zurück.

Martin Höller ist passives Mitglied vieler örtlicher Vereine. Aktiver Sänger war er rund 30 Jahre beim Männergesangverein. Und in den 40er-Jahren hat er Handball gespielt, als sich diese Sportart beim damaligen ASV Auerbach erst langsam etablierte. Noch vor Gründung der FG Stadtgarde war Martin Höller im Jahr 1954 Faschingsprinz. Bürgermeister Fritz Finsterer hatte ihn damals angeworben und ihm seine Tochter Annemarie als Prinzessin an die Hand gegeben. Er sei damals häufig bei Vereinsbällen gewesen. "Beim Faschingsumzug fuhren wir in einer Kutsche", erinnert er sich an seine Zeit als närrischer Regent.

Den heutigen Geburtstag verbringt Martin Höller mit seiner Familie, zu der neben den Kindern Petra und Uwe auch Enkel Fabian gehört, zuhause. Morgen ist ein weiterer Grund zum Feiern. Das Ehejubiläum von Betty-Maria und Martin Höller feiert die Familie in einem Auerbacher Restaurant. 

VON BRIGITTE GRÜNER

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Auerbach