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Samstag, 20.04.2019

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Massive Schäden in den Auerbacher Freibad-Becken

Frost hat seine Spuren hinterlassen und zahlreiche Fliesen gelockert - 13.04.2019 17:00 Uhr

Die Durchschreitebecken machen im Freibad Auerbach ebenso viel Arbeit wie die Schwimmbecken. Etliche gebrochene Fliesen müssen von den Bauhof-Männern ersetzt werden.


"Es ist wie eine Kettenreaktion. Wir machen eine kaputte Fliese weg und alle benachbarten Platten werden auch locker", erzählt der städtische Arbeiter Willi Brütting. Seit Ende März ist er mit anderen Kollegen — laut Bürgermeister Joachim Neuß sind sechs bis acht Mitarbeiter des Bauhofs eingesetzt — auf dem Freibadgelände, um die Schäden der kalten Jahreszeit zu reparieren.

Beckenköpfe stark betroffen

"Wie in jedem Jahr sind die Beckenköpfe stark von Frostschäden betroffen – und das in allen Becken", berichtet der Rathauschef. Im Kleinkinderbereich seien die Schäden am größten. Bisher mussten rund 10.000 Euro für neue Fliesen aufgewendet werden. Der Sanierungsaufwand wird aus dem laufenden Haushalt bestritten und ist aufgrund der Erfahrungen der Vorjahre entsprechend eingeplant.

Da der Hersteller die Originalfarbe der vor 30 Jahren verwendeten Fliesen nicht mehr im Sortiment hat, werden Fliesen ähnlicher Farben bestellt. Es gibt deshalb bereits mehrere Gelb- und Blautöne. Die weißen Fliesen können problemlos nachbestellt werden.

Eine Fremdvergabe der Sanierung sei bei der aktuellen Auslastung der Handwerksbetriebe und der Kurzfristigkeit der Maßnahme nicht möglich, so Neuß. Bei den Reparaturarbeiten sind die Schwimmmeister und die Bauhof-Mitarbeiter auch auf gute Wetterbedingungen angewiesen. Bei Frost können keine Maurer-, Fliesen- und Putzarbeiten im Außenbereich durchgeführt werden. Während der kalten Jahreszeit sind die Becken zudem mit Wasser gefüllt. Dieses wird im Frühjahr erst abgelassen. Nach einer Grobreinigung werden die entstandenen Schäden in Augenschein genommen und Ersatzfliesen geordert.

Im Rathaus ist man sich durchaus bewusst, dass eine Generalsanierung mittelfristig nötig sein wird. "Für ein Förderprogramm des Bundes haben wir uns schon letztes Jahr im August beworben", berichtet der Bürgermeister. Der Förderaufruf sei im Juli gekommen, innerhalb von nur sechs Wochen habe man sich bewerben und ein Planungskonzept einreichen müssen. "Zum Glück hatten wir dies bereits in der Schublade, sonst wäre eine derart kurzfristige Bewerbung gar nicht möglich gewesen."

Eine Rückmeldung hat die Stadt bis heute nicht bekommen, bedauert der Rathauschef. Das will heißen: "Wir müssen innerhalb weniger Wochen Purzelbäume schlagen, um solche Förderchancen zu wahren, um dann monatelang keine Rückinfo zu bekommen."

Die Generalsanierung sei noch nicht akut erforderlich, meint der Rathauschef. Die Stadt wartet zudem auf konkrete Aussagen zu einem vom Freistaat Bayern angekündigten Förderprogramm für die Sanierung von Freibädern. Eine attraktive Förderung — die derzeit aber nicht abgeschätzt werden kann — könne die Stadt vielleicht dazu motivieren, das Freibad früher als momentan gedacht zu sanieren, um damit die jährlichen Renovierungsarbeiten zu vermeiden.

Saisonstart am 1. Mai

Wie in jedem Jahr soll das Freibad am 1. Mai geöffnet werden. "Wir müssen schon noch Gas geben", wissen die Bauhof-Mitarbeiter. Nach dem Verlegen und Verfugen der Ersatzfliesen steht noch die Feinreinigung der Becken an. Danach wird frisches Wasser eingelassen. In der letzten Aprilwoche werden auch noch die Grünanlagen gepflegt. Dies übernimmt das Team um Stefanie Mohles, die Leiterin der Bäderbetriebe.

Derzeit sind die Schwimmmeister noch aufgeteilt, da neben den Arbeiten im Freibad auch die Badeaufsicht im Hallenbad sichergestellt werden muss. 

VON BRIGITTE GRÜNER

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