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Mehr Spaß in der neuen Obernseeser Badewelt

Bald beginnen Millionen-Investitionen - Zweckverbands-Geschäftsführer Gernot Geyer im Ruhestand - 20.12.2020 19:44 Uhr

So soll die Therme Obernsees aussehen, wenn die umfassenden Sanierungen und Modernisierungen abgeschlossen sind. Im nächsten Jahr soll mit den Arbeiten begonnen werden.

20.12.2020 © Grafik: Architekturbüro Keune/Hübschmann


Wie berichtet soll der Bauabschnitt Saunaparadies mit Gastronomie und Küche mit Gesamtkosten von rund 8,5 Millionen Euro folgen. Für Geyer war es zugleich seine Abschiedsvorstellung nach 28-jähriger Tätigkeit als Geschäftsführer, nachdem er seinen Rückzug angekündigte hatte. Bürgermeister Karl Lappe bedankte sich bei ihm mit einem Buch.

Nachfolger am Start

Bereits seit drei Jahren ist der ehemalige Fachbereichsleiter für Kommunalaufsicht beim Landratsamt Bayreuth im Ruhestand. Mit vor Ort war sein Nachfolger Sebastian Failner sowie Uli Gesell, Betriebsleiter der Therme Obernsees. Geyer verdeutlichte die gesamte Palette der touristischen Entwicklung in der Therme mit ihrer familiengerechten und freizeitorientierten Ausrichtung.

Die Rechte und Pflichten der Verbandsmitglieder, des Landkreises Bayreuth und der Gemeinde Mistelgau wurden auf den Zweckverband übertragen. Alle Maßnahmen, die von wesentlicher Bedeutung sind, geschehen im Einvernehmen mit Kreistag und Gemeinderat.

Seit dem Beschluss im Kreistag vom 7. Mai 2018, mit dem die Entwicklungsstudie zur Modernisierung und Teilsanierung der Therme befürwortet wurde, waren die ersten Hürden genommen, erinnerte Geyer. Zu ihnen gehörte auch das EU-rechtliche Interessenbekundungsverfahren bis hin zur Vergabe der Planungsleistungen. Mit dem Architekturbüro Keune/Hübschmann aus München wurden, erfahrene Bäderplaner gewonnen, so der Geschäftsführer. Die Entwicklungsplanung liege bereits vor, sodass mit der Genehmigungsplanung begonnen werden könne – auch mit Einverständnis mit der Regierung von Oberfranken.

Grundsätzliche Überlegungen zum Standort der Therme und zu den Planungen sehen wie folgt aus: Die Attraktivität der Therme mit jährlich 240 000 bis 270 000 Besuchern sei, so Geyer, ein entscheidender Faktor und wichtiger Bestandteil des touristischen Angebots der größten Einrichtung in der Fränkischen Schweiz, als auch für die Entwicklung im Bereich Feriendorf, das bereits über 55 Häuser verfügt, Gesundheitsressort und Hotel, um im Wettbewerb mit vergleichbaren Einrichtungen bestehen zu können. Die Aufenthaltsqualität in der Badewelt müsse durch eine bessere Trennung der Gästezielgruppen optimiert werden.

Obwohl die Einrichtungen der Therme ständig gewartet und instandgehalten würden, seien in vielen Bereichen nach 22 Jahren Abnutzungs- und Verschleißerscheinungen sowie Angebotsdefizite unverkennbar. Geplant ist nun die Erneuerung und Vergrößerung des Foyers der Badewelt, das Attraktivermachen des Kleinkinderbereichs mit kindergerechten Sanitäreinrichtungen, der Rückbau des bisherigen Kleinkinderbereichs und dessen Ersatz durch eine Ruhezone mit neuem Dampfbad, Textilsauna sowie Duschen. Die bisherigen Außenbecken würden durch ein neues großes Außenedelstahlbecken ersetzt, für die Badewelt werde ein Ruheraum errichtet und der Umkleide- und Beautybereich vergrößert.

Der gesamte Saunabereich soll saniert und umgebaut werden, die Saunagastronomie mit Terrasse im Obergeschoss und direkter Verbindung zur Küche neu gebaut werden. Weiter stehen der Umbau der Küche, der Neu- und Umbau von Personal-, Lager und Technikräumen an. Gerade die Verlegung der Gastronomie, so Geyer, biete die Chance zu enormen logistischen Verbesserungen für den umsatzstarken Gastronomiebereich (Gesamtumsatz 2019: 843 000 Euro, davon Sauna: 311 000 Euro). Die Sauna ist für die Therme ohnehin, so der Geschäftsführer, ein wichtiges Profitcenter.

Thermen schrieben, resümierte Geyer, wie alle Bäder, grundsätzlich Verluste. Das jährliche Defizit der Therme Obernsees im rein operativen Geschäft lag vor Corona bei 500 000 bis 700 000 Euro. Diese Zahlen würden sich heuer auf 1,5 Millionen Euro erhöhen. Bekanntlich trägt der Landkreis 77 Prozent und die Gemeinde Mistelgau 23 Prozent der Kosten. Die Erfahrungen aus 22 Jahren Thermenbetrieb hätten gezeigt, dass konzeptionell gut durchdachte Investitionen zu einer Stabilisierung des Betriebsergebnisses führen.

Für die Niederbringung der neuen Thermalbohrung mit Kosten von 2,8 Millionen Euro erwartet der Zweckverband eine staatliche Förderung in Höhe von 70 Prozent. Eine solche Förderhöhe dürfte grundsätzlich auch für den Bauabschnitt Badewelt möglich sein.

Förderung von sechs Millionen

Wesentlich geringer, mit nur zehn bis 20 Prozent, falle die Förderung im Bereich Sauna und Gastronomie aus. Insgesamt, sagte Gernot Geyer, erscheine eine Förderung von sechs Millionen Euro erzielbar. Die nicht durch Zuwendungen gedeckten Investitionskosten seien durch Kreditaufnahmen zu decken.

Wenn der immer wieder betonte touristische Leuchtturm Therme Obernsees, so der scheidende Geschäftsführer, seine Strahlkraft weiterhin behalten solle, sei es zwingend notwendig, die Planungen für die vorgesehenen Maßnahmen fortzuführen, damit im nächsten Jahr mit dem ersten Bauabschnitt begonnen werden könne.

DIETER JENẞ

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