Samstag, 17.04.2021

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Mehr Wölfe: Bessere Förderung für Weidetierhalter gefordert

Bund Naturschutz begründet seine Initiative mit einem Anstieg der Zahl der sesshaft gewordenen Rudel - 18.12.2020 17:02 Uhr

Die Zahl der sesshaft gewordenen Wölfe in Bayern nimmt zu. Es gibt inzwischen acht Territorien, unter anderem den Veldensteiner Forst.

17.12.2020 © Foto: Archiv/Markus Bosch


Acht Territorien – gegenüber sechs im Jahr 2019 – seien in Bayern nun mit dauerhaft anwesenden Wölfen besetzt. Auch die Meldungen von einzelnen zu- oder durchwandernden Wölfen hätten zugenommen, so der Bund Naturschutz in einer Presseerklärung. Auf diese gehen auch fast alle Nutztierrisse im Jahr zurück.

"Aufgrund der Dynamik der Bestandsentwicklung der Wölfe und der langen Wanderdistanzen kann in Bayern jederzeit fast überall ein Wolf auftauchen", so Richard Mergner, Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern (BN). "Deshalb fordern wir die Bayerische Staatsregierung auf, die Herdenschutz-Förderung flächendeckend in Bayern zugänglich zu machen – zumindest den Schafhaltern. Es kann nicht sein, dass diese erst nach dem ersten Riss in ihrer Region Zuschüsse zum Beispiel für die wolfsabweisende Zäunung bekommen."

Im Jahr 2020 kam es nach Daten des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) zu acht Übergriffen auf Nutztiere beziehungsweise Gehegewild durch Wölfe. Dabei wurden 28 Tiere (Schafe, ein Damwild) getötet oder mussten in der Folge eingeschläfert werden, drei weitere Tiere konnten nicht mehr aufgefunden werden. Fast alle Risse waren auf durch- oder einwandernde Wölfe und nicht auf ein sesshaftes Tier zurück zu führen. Dies untermauert die Forderung des BN nach flächendeckender Herdenschutzförderung, heißt es weiter.

Wolfspaare mit Nachwuchs, so genannte Rudel, sind nun im Nationalpark Bayerischer Wald, dem Veldensteiner Forst (Landkreis Bayreuth) und im Manteler Forst (bei Weiden) sesshaft. Im Jahr 2020 hat sich im Norden des Nationalparks Bayerischer Wald durch Zuwanderung eines weiblichen Jungtiers aus dem südlichen Rudel ein weiteres Rudel gegründet. Beide Rudel sind grenzüberschreitend unterwegs und haben den Schwerpunkt ihrer Streifgebiete im angrenzenden tschechischen Nationalpark Šumava.

Ein weiteres Rudel hat sich im Manteler Forst gegründet. Der Rüde stammt aus dem Rudel des 40 Kilometer entfernten Veldensteiner Forstes, die Fähe ist aus Sachsen zugewandert. Ein weiteres Wolfspaar in der Region, bisher ohne Nachwuchs, gibt es seit Jahren auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Dieses Jahr wurde der Rüde allerdings nicht mehr nachgewiesen.

Das seit 2018 bestehende Rudel im Veldensteiner Forst hatte auch 2020 wieder Nachwuchs. Nachdem das bisherige Muttertier im Herbst 2019 überfahren wurde, war der Fortbestand des Rudels zunächst nicht klar gewesen. Die Regionen mit standorttreuen Einzeltieren sind derzeit im Allgäu, der Rhön und auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels in der Oberpfalz. Weitere, bislang nicht als sesshaft geltende Wölfe wurden im Lauf des Jahres durch Fotofallenaufnahmen oder genetische Proben in einigen weiteren Regionen, beispielsweise Aichach-Friedberg, Eichstädt, Freising, Traunstein oder Weilheim-Schongau, nachgewiesen.

nn

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